Geschmolzene Autos, aber unversehrte Bäume: Faktencheck zu Waldbränden in L.A.

Spektakuläre Bilder von geschmolzenen Autos und scheinbar unversehrten Bäumen sorgen für wilde Spekulationen. Sind Waldbrände oder doch geheime Laser schuld?

Die Behauptung

Ein Video zeigt, dass Autoteile bei Waldbränden schmelzen können, während nahegelegene Bäume und Strommasten unbeschadet bleiben. Dies führt zu Vermutungen, dass andere Faktoren wie Laserwaffen und nicht „nur“ Waldbrände im Spiel sein müssen.

Falsch

Die Vermutungen sind falsch. Experten erklären die unterschiedlichen Schäden durch physikalische und chemische Eigenschaften von Materialien sowie die spezifischen Bedingungen eines Feuers. Es gibt keine Hinweise auf Laserwaffen oder gezielte Manipulationen. Die Unterschiede lassen sich wissenschaftlich erklären, ohne auf spekulative Theorien zurückzugreifen.

Kurze Faktenübersicht:

  • Fahrzeugbrände: Fahrzeuge können aufgrund von Brennstoffen und geschlossenen Strukturen intensiver brennen.
  • Bäume und Strommasten: Dicke Rinden und hoher Feuchtigkeitsgehalt schützen Bäume, Strommasten sind oft feuerfest behandelt.
  • Aluminium-Schmelzpunkt: Aluminium beginnt bei 660 °C zu schmelzen, Temperaturen in Waldbränden überschreiten dies bei Weitem.
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Die Diskussion um geschmolzene Autos und intakte Bäume

Bilder und Videos, die in sozialen Medien verbreitet werden, zeigen geschmolzene Autos neben scheinbar unversehrten Bäumen und Strommasten. Nutzer wundern sich darüber, dass die Fahrzeuge der Hitze nicht standhalten können, während Bäume das Feuer nahezu unbeschadet überstehen.

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Screenshot Facebook
Screenshot Facebook (hier archiviert)

Ein Video auf Instagram wird mit Verschwörungstheorien kombiniert: Von „blauen Objekten, die nicht brennen“ bis zu „Laserwaffen“, die das Feuer verursachten.

Screenshot Instagram
Screenshot Instagram

Kommentare, die durchaus schlüssige und informative Erklärungen abgeben, ändern nichts daran, dass diverse Vermutungen aufgestellt werden. – Dieselben, die übrigens auch bei den Waldbränden auf Maui 2023 genannt wurden:

Geschmolzene Autoteile – ein bekanntes Phänomen

Bilder von geschmolzenen Autoteilen, insbesondere Aluminiumrädern, sind keine Seltenheit bei Waldbränden. Aluminium beginnt bei 660 °C zu schmelzen, während die Temperaturen bei einem Waldbrand durchschnittlich über 800 °C und in Extremfällen sogar bis zu 1.200 °C erreichen können.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich 2016 in Tennessee, wo geschmolzene Räder aus Aluminium dokumentiert wurden.

Doch warum brennen Autos „intensiver“ als Bäume?

Experten haben auf Anfrage von FullFact erklärt, dass es handfeste physikalische und chemische Gründe gibt, warum solche Szenen entstehen können – ganz ohne Laser oder andere Geheimwaffen.

Laut Dr. Douglas Kelley, Landoberflächenmodellierer am Centre for Ecology & Hydrology, gibt es klare Erklärungen:

  • Geschlossene Strukturen: Autos und Gebäude wirken wie Öfen. Die Hitze staut sich und verstärkt die Flammen.
  • Brennmaterialien: Kunststoffe, Schaumstoffe und Teppiche im Fahrzeug brennen leicht und tragen zur Intensität des Feuers bei.
  • Zusätzlicher Brennstoff: Der Kraftstoff im Tank verstärkt die Zerstörung enorm.

Professor Albert Simeoni vom Worcester Polytechnic Institute ergänzt: Glutpartikel können durch Fenster oder von unten in das Auto gelangen und ein Feuer entfachen. Außerdem sammeln sich Glut und Flammen besonders leicht auf großen, flachen Oberflächen wie Autodächern.

Warum bleiben Bäume und Strommasten oft unversehrt?

Viele Bäume haben natürliche Schutzmechanismen, erklärt Dr. Kelley:

  • Feuchtigkeit: Ein hoher Wassergehalt verlangsamt oder verhindert das Brennen.
  • Rinde: Die dicke äußere Rinde wirkt wie eine Schutzschicht gegen die Hitze.

Zusätzlich gibt es praktische Faktoren, so Professor Simeoni: Der Wind trägt Glut oft weg, bevor sie Bäume oder Masten entzünden können. Butch Bernhardt vom Western Wood Preservers Institute weist außerdem darauf hin, dass Strommasten häufig feuerfest behandelt werden, was eine langsame Verbrennung bewirkt.

Fazit

Die Unterschiede in den Schäden zwischen Autos, Bäumen und Strommasten sind kein Rätsel. Es handelt sich um die Kombination von Materialeigenschaften, Feuerverhalten und physikalischen Umständen. Laserwaffen oder chemische Besonderheiten sind weder notwendig noch belegt, um die Bilder zu erklären.

Wichtig bleibt, sich auf wissenschaftliche Erklärungen zu verlassen, statt Verschwörungstheorien Glauben zu schenken.

Quelle: FullFact

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