Die Behauptung
Donald Trump hat offiziell den Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ umbenannt. Die USA setzen die Bezeichnung bereits durch, doch international stößt die Änderung auf Widerstand.
Falsch
Falsch. Trump kann den Namen innerhalb der USA ändern, aber international bleibt der Golf von Mexiko weiterhin unter seinem ursprünglichen Namen bekannt. Mexiko, Kuba und die Vereinten Nationen halten an der bisherigen Namensgebung fest. Die Umbenennung ist vor allem ein symbolischer Akt, der Trumps nationalistische Politik unterstreicht.
Kurze Faktenübersicht:
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- Trump ändert Namen einseitig: In den USA soll der Golf von Mexiko nun „Golf von Amerika“ heißen.
- Internationale Ablehnung: Mexiko, Kuba und die UN lehnen die Namensänderung ab.
- Symbolische Bedeutung: Die Umbenennung dient Trumps nationalistischen Bestrebungen, hat aber keine rechtlichen Auswirkungen auf internationale Karten.
Trumps Umbenennung des „Golfs von Mexiko“ in „Golf von Amerika“
Bereits im 18. Jahrhundert findet sich auf Karten die Bezeichnung Golfo de México, da das gesamte Gebiet damals Teil des spanischen Kolonialreichs war – die USA existierten zu dieser Zeit noch nicht. Doch kaum zurück im Weißen Haus setzt Donald Trump auf Konfrontation: Mit einem Präsidialerlass wird der Name in den USA offiziell in Golf von Amerika geändert. Damit will Trump nach eigener Aussage „die wirtschaftliche und nationale Bedeutung“ des Gewässers betonen.
📜 Historischer Kontext:
✔ Vor 1776 gab es keine USA, sondern nur britische, französische und spanische Kolonien.
✔ Der Golf von Mexiko war vollständig unter spanischer Kontrolle, da er zum Vizekönigreich Neuspanien gehörte.
✔ Karten aus dem 18. Jahrhundert (z. B. 1740–1760) zeigen bereits den Namen Golfo de México – lange bevor es überhaupt eine US-Regierung gab.
✔ Bereits 1755 wurde der Golf von Mexiko kartografisch erfasst und benannt – lange bevor es die USA überhaupt gab. (Karte unten zeigt die historische Bezeichnung
Seit wann gibt es die USA – und warum?
📌 Die USA gibt es offiziell seit dem 4. Juli 1776, als die Unabhängigkeitserklärung verabschiedet wurde. Die 13 britischen Kolonien erklärten sich von Großbritannien unabhängig und nannten sich „United States of America“.
Aber: Gab es die USA ab 1776 wirklich schon als Staat?
Nicht ganz! Die Unabhängigkeit war nur der erste Schritt. Die Kolonien mussten erst einen Krieg gegen Großbritannien (1775–1783) gewinnen. Danach folgte eine turbulente Phase, bis eine echte Nation entstand:
📌 1781 – Erste Regierung mit den Articles of Confederation (ein lockerer Staatenbund)
📌 1783 – Großbritannien erkennt die USA im Frieden von Paris offiziell an
📌 1787 – Die heutige US-Verfassung wird geschrieben
📌 1789 – Die US-Verfassung tritt in Kraft, George Washington wird erster Präsident
👉 Erst ab 1789 existierten die USA als geeinter Staat mit einer funktionierenden Regierung.
Doch wem gehört der Golf von Mexiko eigentlich?
Trump kann den Golf umbenennen – aber nicht zu seinem Besitz erklären: 60 % gehören zur US-Zone, 33 % zu Mexiko und 7 % zu Kuba.
Mexiko hat zwar mit 3.294 km mehr Küstenlinie als die USA (2.626 km), doch die größere US-Kontinentalplatte verschafft den USA mehr maritimes Territorium. Trotz dieser Aufteilung bleibt der Golf ein gemeinsames, internationales Gewässer.
Kann Trump den Golf von Mexiko einfach umbenennen?
Die Antwort ist ein klares „Ja, aber …“. Innerhalb der USA kann die Regierung geografische Namen nach eigenem Ermessen ändern. In offiziellen US-Karten und Dokumenten muss nun Golf von Amerika verwendet werden.
International sieht die Sache jedoch anders aus: Die UN-Expertengruppe für geografische Namen (UNGEGN) legt weltweit standardisierte Ortsnamen fest. Zwar kann ein Land eigene Namen für Orte verwenden, doch andere Länder und Organisationen sind nicht verpflichtet, diese zu übernehmen.
Google reagiert auf Trumps Umbenennung – doch nur lokal
Google Maps passt sich an, aber nur für US-Nutzer:
Das Unternehmen hat bestätigt, dass US-amerikanische Nutzer von Google Maps künftig „Golf von Amerika“ sehen werden, während für den Rest der Welt weiterhin „Golf von Mexiko“ gilt.
Das entspricht Googles üblicher Praxis: In umstrittenen Fällen zeigt die Plattform entweder den offiziell anerkannten Namen oder – wenn nötig – beide Bezeichnungen (wie beim Persischen/Arabischen Golf).
For geographic features in the U.S., this is when Geographic Names Information System (GNIS) is updated. https://t.co/3NYvU7Bxjq
— News from Google (@NewsFromGoogle) January 27, 2025
Mexiko und die internationale Reaktion: Ablehnung und Spott
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum reagierte zunächst mit Humor:
👉 „Dann nennen wir Nordamerika eben ‚Mexikanisch-Amerika‘.“
Später stellte sie jedoch klar:
👉 „Für uns und für die Welt bleibt es der Golf von Mexiko.“
Auch Kuba lehnt die Namensänderung ab und hält an der bisherigen Bezeichnung fest. Sheinbaum kündigte zudem an, dass ihre Regierung eine offizielle Erklärung an Google senden wird, um den historischen Namen zu verteidigen. Darüber hinaus will sie öffentlich darlegen, wer überhaupt Namen für Meere festlegen darf und wie sich Seegebiete völkerrechtlich definieren.
Fazit zum Thema „Golf von Amerika“
Trumps Umbenennung passt perfekt in das Bild seiner nationalistischen Agenda. Der Erlass trägt den Titel: 👉 „Wiederherstellung von Namen, die die amerikanische Großartigkeit ehren“. Doch es bleibt nicht beim Golf von Mexiko: Trump will auch Denali, den höchsten Berg Nordamerikas, wieder in Mount McKinley umbenennen – nach dem 25. US-Präsidenten. Diese Entscheidung stößt auf massive Kritik, denn die indigene Bevölkerung Alaskas sieht darin einen Angriff auf ihre Kultur und Identität. Ob Golf oder Berg – Trump beweist, dass er Geschichte nicht schreibt, sondern umschreiben will.
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