Die Behauptung
Ein Wahlhelfer namens Benedikt Elser behauptet, im Wahlkreis 106 Düsseldorf II hätten Wahlhelfer absichtlich 20 bis 40 Prozent der AfD-Stimmen entsorgt und auf einer Mülldeponie verbrannt. Zudem seien 100 bis 200 gültige AfD-Stimmen durch zusätzliche Markierungen ungültig gemacht worden.
Falsch
Falsch! Es gibt keinen Wahlhelfer namens Benedikt Elser in Düsseldorf. Laut Stadtverwaltung ist eine derartige Manipulation aufgrund der gegenseitigen Kontrolle der Wahlorgane nicht möglich. Zudem wird ein Stimmzettel nicht allein durch das Ziehen eines Kreises um das Kreuz ungültig.
Kurze Faktenübersicht:
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Kein „Benedikt Elser“ registriert: Stadt Düsseldorf bestätigt, dass kein Wahlhelfer dieses Namens existiert.
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Unrealistische Behauptungen: Die angegebene Anzahl von entsorgten Stimmen passt nicht zu den tatsächlichen Wahlbezirk-Daten.
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Stimmzettel bleiben gültig: Ein Kreis um ein Kreuz macht den Wahlzettel nicht ungültig.
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Quelle mit fragwürdigem Hintergrund: Der Kanal „Unabhängig-Neutrale Nachrichten“ verbreitete bereits ähnliche Falschmeldungen bei der Landtagswahl Brandenburg 2024.
Warum der angebliche Brief ein Fake ist
Kein Beleg für einen Wahlhelfer namens Benedikt Elser
Der angebliche Wahlhelfer „Benedikt Elser“ existiert laut der Stadt Düsseldorf nicht. Die Stadtverwaltung bestätigte, dass niemand mit diesem Namen bei der Bundestagswahl 2025 als Wahlhelfer registriert war.
Unplausible und falsche Angaben zur Stimmenauszählung
Die Stadt Düsseldorf erklärt, dass Manipulationen in der beschriebenen Form durch die gegenseitige Kontrolle der Wahlorgane faktisch ausgeschlossen sind. Die Wahlbeobachtung und Dokumentation sind transparent, und Unregelmäßigkeiten wären sofort aufgefallen.
Außerdem sind die Zahlen des Briefes unrealistisch. Selbst in dem größten Wahlbezirk Düsseldorf II wurden insgesamt nur 1.925 Stimmen abgegeben. 20 bis 40 Prozent davon wären maximal 770 Stimmen – was problemlos in eine Wahlurne passt und nicht „säckeweise“ transportiert werden müsste.
Falsche Aussagen zur Gültigkeit von Stimmen
Laut Bundeswahlordnung wird ein Stimmzettel nicht ungültig, wenn ein Kreis um ein Kreuz gezogen wird. Die Bundeswahlleiterin bestätigte, dass der Wählerwille dadurch weiterhin erkennbar bleibt. Zudem gab es in Düsseldorf keinen Wahlbezirk mit der angeblichen Zahl an ungültigen Stimmen.
Ein recycelter Fake aus Brandenburg
Die Struktur und Formulierungen des Briefes gleichen frappierend einem Fake aus Brandenburg 2024. Damals verbreitete der Telegram-Kanal „Unabhängig-Neutrale Nachrichten“ (UNN) eine fast identische Behauptung. Der Brief wurde inzwischen angepasst, um glaubwürdiger zu wirken. Beispielsweise wurden Ungereimtheiten aus dem alten Schreiben korrigiert, um Kritik zu vermeiden.
Fazit: Keine Belege für Wahlbetrug, aber klare Muster von Desinformation
Der angebliche Brief eines Wahlhelfers aus Düsseldorf ist eine Erfindung und reiht sich in eine Serie von gezielt gestreuten Fake News ein. Ziel solcher Falschmeldungen ist es, das Vertrauen in demokratische Prozesse zu untergraben. Tatsächliche Manipulationen gab es nicht, und die Behauptungen sind nachweislich falsch.
Tipp: Bleiben Sie kritisch gegenüber reisserischen Behauptungen im Netz und prüfen Sie die Quellen. Falls Sie auf potenzielle Fake News stoßen, melden Sie diese an Faktencheck-Portale oder offizielle Stellen.
Quelle: Correctiv
Das CORRECTIV-Team hinter der Recherche: Paulina Thom, redigiert durch Steffen Kutzner, Matthias Bau
Dies ist eine Recherche des gemeinnützigen Recherchezentrums CORRECTIV, das sich durch Spenden von Bürgern und Stiftungen finanziert. Das Redaktionsteam steht für investigativen Journalismus und recherchiert zu strukturellen Missständen in der Gesellschaft. Mehr unter CORRECTIV | Recherchen für die Gesellschaft
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