Die Behauptung
Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj habe 51 % des südafrikanischen Bergbauunternehmens Northam Platinum übernommen. Belegt werde dies durch ein Video der SABC News sowie durch angebliche Medienberichte aus Simbabwe.
Falsch
Falsch! Weder SABC News noch andere glaubwürdige Quellen berichten über eine solche Übernahme. Das kursierende Video ist laut Tools zur Medienverifikation ein KI-Fake. Northam Platinum selbst weist die Behauptung entschieden zurück.
Kurze Faktenübersicht:
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Fake-Video: KI-Detektoren entlarvten das angebliche SABC-Video als Fälschung.
- Künstliche Intelligenz: Die kursierenden Texte wurden ebenfalls mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von KI generiert.
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Klarstellung: Northam Platinum dementierte offiziell jegliche Verbindung zu Selenskyj.
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Keine Berichte: Kein offizielles Medium – weder SABC News noch NewsDay – veröffentlichte einen glaubwürdigen Bericht dazu.
Wie ein Fake über Selenskyjs angebliche Platin-Beteiligung viral ging
Der angebliche Kauf: Ein KI-generiertes Medienmärchen
In sozialen Netzwerken machen Beiträge die Runde, die ein Video beinhalten, das angeblich von der South African Broadcasting Corporation (SABC News) stammt. Begleitet wird dies von der Behauptung, Selenskyj hätte 51 % der Aktien von Northam Platinum, einem führenden Platinbergbauunternehmen in Südafrika, erworben und sei durch diese Mehrheit nun der neue Eigentümer.
Das (angebliche) Video von SABC News
Der Sprecher im Video berichtet, Selenskyj hätte sich 51 % der Aktien von Northam Platinum gesichert. Genannt wird ein Preis von 27 Milliarden Rand, etwa 1,6 Milliarden US-Dollar.
In diesem X-Beitrag ist das Video zu sehen:
In case you were wondering how your tax dollars are being spent – Zelensky just purchased a 51% stake in one of the biggest platinum mining companies in South Africa – Northam Platinum.
— Johnny Midnight ⚡️ (@its_The_Dr) April 4, 2025
The price is believed to be around $1.6B. Zelensky will be visiting South Africa on April… pic.twitter.com/QYHpK91xKP
Die Nachricht klingt spektakulär, doch bei näherem Hinsehen bröckelt sie.
Das Problem: Das Video existiert nicht auf den offiziellen Plattformen von SABC News. Weder auf deren Website, noch auf YouTube, deren X-Account oder anderen Kanälen taucht auch nur ein Hinweis darauf auf. Alle angeblichen Quellen sind nicht auffindbar oder wurden gefälscht. Selbst das gezeigte Interview mit einem Minenarbeiter in Zondervin ist fragwürdig.
Woher stammt diese Behauptung?
Ein genauer Blick zeigt: Die Geschichte wurde durch ein angeblich journalistisches Format aus Simbabwe verbreitet, einem „Opinion & Analysis“-Artikel der Seite „NewsDay Zimbabwe“.
Dieser Artikel wurde jedoch laut Hive-Analyse mit 99,8 % Wahrscheinlichkeit von KI generiert, die Sprache zu glatt, die Aussagen zu vage, die Quellen zu nichtssagend. Ein zusätzlicher Check mit ZeroGPT gibt eine KI-Wahrscheinlichkeit von 96,15 % aus.
Ein Fake im SABC-Gewand, aber nie von SABC gesendet
Zwar prangt das Logo von SABC News im Video, doch der Anschein trügt: Der Beitrag stammt nicht vom südafrikanischen Rundfunksender. Es handelt sich um eine plumpe Fälschung.
Die verwendeten Bilder von Selenskyj stammen aus älteren Videos, z. B. bei seiner Ankunft in Frankreich zur D-Day-Gedenkfeier. Das Video wurde am 6. Juni 2024 von Kanal 13 auf YouTube hochgeladen.
Weitere Szenen stammen aus einem Video, das SABC News bereits am 20.09.2023 auf YouTube hochgeladen hatte. In diesem Video ist Selenskyj bei seinem damaligen Aufenthalt in Südafrika zu sehen.
Nun werden diese und andere Bilder manipulativ mit einem gefälschten Kommentar unterlegt.
KI-Stimme, falscher Sprecher: Wie die Manipulation aufflog
Der angebliche Nachrichtentext wurde auf Englisch eingesprochen, allerdings nicht von einem realen Reporter, sondern mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
„Lead Stories“ hat das vermeintliche SABC-News-Video analyisiert. Mithilfe von Tools wie „Hiya“ (InVID-Verifizierungs-Plugin) und dem „DeepFake-o-Meter“ wurde das Audio als sehr wahrscheinlich künstlich erzeugt identifiziert. Nicht nur die Aussprache, sondern auch die Tonmodulation wichen stark von typischen menschlichen Sprachmustern ab.

Dazu kommt: Die inhaltliche Prüfung ergab, dass Northam Platinum keinerlei Transaktion mit Selenskyj bekannt ist. Auf Anfrage bestätigte ein Sprecher per E-Mail gegenüber „Lead Stories“:
„Bitte beachten Sie, dass alle Medienartikel, Videos und Social-Media-Posts, in denen behauptet wird, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Beteiligung an Northam Platinum erworben hat, Fake News sind.“
Fakten gegen Fakes: Was die echten Quellen sagen
Eine umfassende Suche auf der offiziellen Investor-Relations-Seite von Northam Platinum ergibt: Kein einziger Hinweis auf Selenskyj oder eine Transaktion mit ihm. Auch die südafrikanischen Medien schweigen. Kein Wunder, denn es gibt keine Transaktion, über die berichtet werden könnte.
Die ältesten legitimen Berichte über Northam auf der SABC-Seite stammen aus dem Jahr 2023. Nichts Neues, nichts über die Ukraine, nichts über Selenskyj.
Wer profitiert von dieser Desinformation?
Das Narrativ von „Selenskyj, dem gierigen Bettler“, passt perfekt in russlandfreundliche Desinformationskampagnen, die ihn als korrupte Marionette darstellen wollen.
Das Ziel: Vertrauen in den ukrainischen Präsidenten untergraben, Sympathien im globalen Süden schmälern.
Fazit zum Thema
Die Behauptung, dass Selenskyj Anteile an Northam Platinum gekauft habe, ist frei erfunden. Sie basiert auf einer Kombination aus KI-generierten Texten, manipuliertem Audio und falschen Medienquellen. Weder gibt es belastbare Beweise, noch Aussagen glaubwürdiger Institutionen.
Was bleibt, ist eine plumpe Desinformationskampagne, die einmal mehr zeigt, wie gefährlich realistisch KI-Fakes inzwischen wirken können. Wachsamkeit ist gefragt, und der Wille, Behauptungen immer gegen Fakten zu prüfen.
Quelle: Lead Stories, africa-live.de
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Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
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