Die Behauptung
Der neue Papst Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevost, ist ein politischer Amerikaner und kein Fan von Donald Trump.
Aufgestellt von: Robert Francis Prevost
Wahr
Wahr. Papst Leo XIV. hat sich bereits vor seiner Wahl öffentlich kritisch zu Donald Trumps Migrationspolitik geäußert und auch Aussagen von Vizepräsident J.D. Vance widersprochen.
Kurze Faktenübersicht:
- Robert Francis Prevost ist der erste US-amerikanische Papst in der Geschichte der katholischen Kirche.
- Vor seiner Wahl zum Papst äußerte er sich kritisch zur Migrationspolitik von Donald Trump.
- Er widersprach öffentlichen Aussagen von Vizepräsident J.D. Vance bezüglich christlicher Nächstenliebe.
- Seine Wahl wurde von Trump begrüßt, obwohl Prevost zuvor dessen Politik kritisiert hatte.
Der erste amerikanische Papst: Robert Francis Prevost wird Papst Leo XIV.
Am 8. Mai 2025 wurde Robert Francis Prevost zum Papst gewählt und nahm den Namen Leo XIV. an. Er ist der erste US-Amerikaner, der dieses Amt bekleidet. Prevost wurde 1955 in Chicago geboren und besitzt neben der US-amerikanischen auch die peruanische Staatsbürgerschaft. Vor seiner Wahl zum Papst war er unter anderem als Bischof in Peru tätig und leitete das Dikasterium für die Bischöfe im Vatikan.
Kritische Haltung gegenüber Trumps Politik
Bereits vor seiner Wahl zum Papst äußerte sich Prevost kritisch zur Migrationspolitik von Donald Trump. Er teilte unter anderem einen Artikel, der Trumps Pläne zur Massenabschiebung kritisierte. Auch ein Treffen Trumps mit dem Präsidenten von El Salvador, bei dem es um die Abschiebung eines Migranten ging, kommentierte Prevost kritisch. Bereits 2015 teilte er
einen Beitrag mit dem Titel „Warum Trumps anti-immigranten Rhetorik so problematisch ist“.
In weiteren Beiträgen kritisierte er die Familientrennungspolitik der US-Regierung, äußerte sich gegen die Abschaffung von DACA und forderte mehr Unterstützung für Migranten. Besonders emotional war sein Kommentar zur Abschiebung von Kilmar Abrego Garcia:
„Sehen Sie das Leid nicht? Ist Ihr Gewissen nicht beunruhigt? Wie können Sie schweigen?“
Widerspruch zu J.D. Vance
Vizepräsident J.D. Vance äußerte in einem Interview, dass Christen ihre Liebe priorisieren sollten: zuerst die Familie, dann die Gemeinschaft und zuletzt den Rest der Welt. Prevost widersprach dieser Aussage öffentlich und betonte, dass Jesus keine Rangordnung der Nächstenliebe verlangte. Seine Worte:
„JD Vance irrt: Jesus verlangt nicht von uns, unsere Liebe zu anderen zu priorisieren.“
Reaktionen aus dem Trump-Lager
Trotz seiner kritischen Haltung gegenüber Trump wurde Prevosts Wahl von diesem begrüßt. Trump bezeichnete es als „große Ehre“, dass ein Amerikaner zum Papst gewählt wurde, und äußerte den Wunsch nach einem Treffen. Allerdings äußerten sich einige Trump-Anhänger kritisch über Prevost. Die rechte Aktivistin Laura Loomer bezeichnete ihn beispielsweise als „marxistische Marionette im Vatikan“.
Papst Leo XIV.: Ein Papst der Mitte
Papst Leo XIV. gilt als moderat und weltoffen. In seiner ersten Ansprache betonte er die Bedeutung von Frieden und Einheit. Er möchte Brücken bauen und die Kirche für alle Menschen öffnen. Dabei setzt er auf eine Fortführung des inklusiven Kurses seines Vorgängers, Papst Franziskus. Sein erster öffentlicher Satz lautete:
„Dearest brothers and sisters, this is the first greeting of the Risen Christ, the good shepherd who gave his life for God’s flock. I too would like this greeting of peace to enter your heart, to reach your families, to all people, wherever they are, to all peoples, to the whole earth. Peace be with you!“
„Friede sei mit euch allen. […] Ich wünsche mir, dass dieser Gruß des Friedens eure Herzen erreicht, eure Familien, alle Menschen überall auf der Erde.“
Geistliche wie Father Joe Ring sehen in ihm einen Papst, der den Weg Jesu weitergeht. Auch Bischof Paprocki äußerte seine Hoffnung, dass Leo XIV. die Kirche durch Wahrheit und Mitgefühl führen werde.
Politische Positionen von Papst Leo XIV. über Migration hinaus
Neben seiner klaren Kritik an der Migrationspolitik der Trump-Administration hat Papst Leo XIV. (damals noch Kardinal Prevost) über Jahre hinweg weitere politische Themen öffentlich kommentiert. Besonders hervorzuheben:
Waffengesetze: Nach dem Massaker in Las Vegas 2017, bei dem 58 Menschen starben, teilte er eine Erklärung von Kardinal Blase Cupich mit Forderungen nach „sinnvollen, stärkeren Waffengesetzen“ sowie besserem Zugang zur psychischen Gesundheitsversorgung. Ebenso unterstützte er Kritik von Senator Chris Murphy, der politische Untätigkeit als „Feigheit“ bezeichnete, die nicht durch Gebete beschönigt werden könne.
Abtreibung: Nach der US-Wahl 2016 verbreitete Prevost einen Artikel mit dem Titel: „Clinton ignored pro-lifers at her own peril“. Dies zeigt, dass er durchaus auch Positionen teilt, die von konservativer Seite stammen, sofern sie kirchlich-ethisch fundiert sind. Darüber hinaus nahm er als Bischof von Chiclayo aktiv an einem „Marsch für das Leben“ in Peru teil. In einem X-Post schrieb er:
„¡Defendamos la vida humana en todo momento!“ – ‚Lasst uns das menschliche Leben zu jeder Zeit verteidigen!‘
und veröffentlichte ein Foto der Pro-Life-Demonstration, auf dem zahlreiche Teilnehmer mit Plakaten wie „Sí a la vida“ zu sehen sind.
Gender-Ideologie: Im Dezember 2016 teilte er einen peruanischen Artikel, der kritisch gegenüber sogenannter Gender-Ideologie war, ein Begriff, der häufig von LGBTQ-Gegnern benutzt wird. Dies deutet auf eine gewisse Nähe zur traditionellen kirchlichen Sexualmoral hin, auch wenn sich Leo XIV. bisher öffentlich nicht homophob oder hetzerisch geäußert hat.
Wahlverhalten: Laut Wahlunterlagen in Illinois nahm Prevost an zahlreichen Wahlen teil, sowohl bei Demokraten als auch Republikanern. Er wählte unter anderem in den republikanischen Vorwahlen 2012, 2014 und 2016, also in der Phase, als Donald Trump zum Kandidaten aufstieg. Dies lässt jedoch keine direkte Parteinahme erkennen, sondern zeigt vielmehr eine Offenheit gegenüber verschiedenen politischen Lagern.
Papst Leo XIV. über soziale Medien: Werkzeug mit Verantwortung
In einem Interview 2023 betonte Prevost, wie wichtig ein überlegter Umgang mit sozialen Medien ist. Er warnte vor der Gefahr, durch vorschnelle Online-Kommentare Spaltungen in der Kirche zu vertiefen: „Es besteht eine große Verantwortung, soziale Netzwerke korrekt zu nutzen“, sagte er. Soziale Medien seien Chance und Risiko zugleich, und könnten „Schaden für die kirchliche Gemeinschaft anrichten, wenn sie unklug eingesetzt werden“.
Diese Aussagen unterstreichen, dass Papst Leo XIV. ein Papst der Kommunikation ist, aber einer, der genau weiß, welche Macht Worte in der digitalen Öffentlichkeit haben.
Robert Francis Prevost: Vom Missionar zum Papst Leo XIV.
Wer Papst Leo XIV. verstehen will, muss sich seine Lebensgeschichte ansehen, sie ist geprägt von internationaler Erfahrung, akademischer Tiefe und gelebter Seelsorge. Robert Francis Prevost wurde am 14. September 1955 in Chicago geboren. Seine Eltern, Louis Marius Prevost und Mildred Martínez, vereinten französisch-italienische und spanische Wurzeln. Früh schloss sich Prevost den Augustinern an, studierte Mathematik und Philosophie an der Villanova University und machte in Rom seinen Abschluss im Kirchenrecht.
Ordiniert wurde er 1982, und bald schon sandte ihn sein Orden nach Peru, wo er in abgelegenen Regionen als Missionar, Gemeindepfarrer und Ausbilder tätig war. In Trujillo wirkte er elf Jahre lang in ärmlichen Stadtteilen, unterrichtete an Priesterseminaren und arbeitete als Kirchenrichter.
Nach Jahren der Leitung in der US-amerikanischen Provinz seines Ordens wurde er 2001 Prior General der Augustiner, zweimal in Folge. Diese Erfahrung auf höchster Ebene der Ordensleitung ebnete ihm den Weg in den Vatikan. 2014 ernannte ihn Papst Franziskus zum apostolischen Administrator im peruanischen Chiclayo, ein Jahr später wurde er dort Bischof.
Im Jahr 2023 wurde er schließlich Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe, eine der wichtigsten Positionen in der Kirchenhierarchie. 2024 folgte die Ernennung zum Kardinal. In diesen Funktionen war er maßgeblich an der Bischofssynode zur Synodalität beteiligt und wurde Mitglied zahlreicher vatikanischer Gremien.
Sein Wahlspruch „In Illo uno unum“,„In diesem einen [Christus] sind wir vielen eins“, fasst seine theologische Grundhaltung zusammen: Gemeinschaft in Christus, ohne Hierarchien der Nächstenliebe.
Dieser tief verwurzelte, global denkende Papst bringt nicht nur eine starke persönliche Geschichte mit, sondern auch klare politische und soziale Haltungen, wie seine Kritik an Donald Trump und J.D. Vance zeigt.
Häufige Fragen zu Papst Leo XIV. und seiner politischen Haltung
Robert Francis Prevost, geboren 1955 in Chicago, ist der erste US-amerikanische Papst. Er wurde am 8. Mai 2025 zum Papst gewählt und nahm den Namen Leo XIV. an.
Vor seiner Wahl zum Papst äußerte sich Prevost kritisch zur Migrationspolitik von Donald Trump.
Prevost widersprach öffentlich einer Aussage von Vizepräsident J.D. Vance, der meinte, Christen sollten ihre Liebe priorisieren. Prevost betonte, dass Jesus keine Rangordnung der Nächstenliebe verlange.
Donald Trump begrüßte die Wahl von Prevost zum Papst und bezeichnete es als „große Ehre“ für die USA.
Er gilt als moderat und weltoffen, setzt sich für Frieden und Einheit ein und möchte die Kirche für alle Menschen öffnen.
Kirche, Frauen & Trump: Wie tickt der neue Papst?
Fazit zum Thema
Papst Leo XIV., der erste US-amerikanische Pontifex, hat bereits vor seiner Wahl klare politische Positionen bezogen. Seine kritische Haltung gegenüber der Migrationspolitik von Donald Trump und Aussagen von J.D. Vance zeigen, dass er bereit ist, sich öffentlich zu äußern. Gleichzeitig setzt er auf Einheit und Offenheit in der Kirche.
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