China zerstört Moscheen? Nein, Video zeigt Freizeitpark-Abriss in Indonesien

Falsche Behauptung zu angeblichem „Moschee-Abriss“ verbreitet antimuslimische Hetze.

Die Behauptung

Ein in sozialen Netzwerken kursierendes Video zeigt angeblich, wie in China Moscheen abgerissen werden, da der Islam dort als „Geisteskrankheit“ angesehen werde.

Aufgestellt von: Soziale Medien

Falsch

Falsch. Das Video zeigt nicht den Abriss einer Moschee in China, sondern stammt aus Indonesien. Es handelt sich um Aufnahmen aus Bogor, West-Java, konkret vom Freizeitpark „Hibisc Fantasy Puncak“. Der Abriss erfolgte auf Anordnung der Behörden, da der Park ohne Genehmigung auf einem Wasserschutzgebiet errichtet wurde.

Kurze Faktenübersicht:

  • Ort des Geschehens: Bogor, West-Java, Indonesien

  • Gebäude: Freizeitpark „Hibisc Fantasy Puncak“

  • Grund des Abrisses: Illegale Bebauung eines Wasserschutzgebiets

  • Verbreitete Falschbehauptung: Video zeige Abriss einer Moschee in China

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Das Video, das mit dem Text „China zerstört weiterhin Moscheen, da der Islam in China als Geisteskrankheit angesehen wird“ verbreitet wird, zeigt einen Bagger, der ein Gebäude mit islamischer Architektur abreißt, konkret ein türkis-weißes Gebäude mit Kuppeln, das an eine Moschee erinnert.

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Screenshot Facebook
Screenshot Facebook (hier archiviert)

Illegale Bebauung in Indonesien

In Wahrheit zeigt das Video den Abriss des Freizeitparks „Hibisc Fantasy Puncak“ in Bogor, West-Java, Indonesien. Der Park wurde ohne entsprechende Genehmigung auf einem Wasserschutzgebiet errichtet und musste daher auf Anordnung der Behörden entfernt werden. Der Gouverneur von West-Java, Dedi Mulyadi, gab den Abriss persönlich in Auftrag. Hintergrund war eine Maßnahme zur Bodensanierung und zum Schutz vor künftigen Umweltkatastrophen.

Laut einem Bericht von CNN Indonesia vom 6. März 2025 hatte „Hibisc Fantasy Puncak“ die vorgegebene Nutzungsgrenze massiv überschritten. Die gültige Genehmigung umfasste 4.800 Quadratmeter, bebaut wurden jedoch über 15.000 Quadratmeter.

Diese ungenehmigte Ausweitung soll laut Behörden einen entscheidenden Beitrag zu den schweren Sturzfluten im Großraum Jakarta am 2. März 2024 geleistet haben, wie man in einem Facebook-Post von BALINEWS.ID lesen kann

Screenshot Facebook / BALINEWS.ID
Screenshot Facebook / BALINEWS.ID

Die Attraktion selbst war erst am 11. Dezember 2024 offiziell eröffnet worden und bot diverse Fahrgeschäfte für Touristen an. Nach offiziellen Angaben war der Betreiber bereits mehrfach verwarnt worden und hatte sich bereit erklärt, die nicht genehmigten Flächen freiwillig zu räumen. Doch dieser Rückbau blieb bis zum Eingreifen der Behörden aus.

Virale Falschbehauptungen entlarvt

Trotz der klaren Faktenlage wird das Video in sozialen Netzwerken irreführend mit der Behauptung verbreitet, es zeige den Abriss einer Moschee, mal in China, mal in Indien. Beide Behauptungen sind schlichtweg falsch.

In einem Videobericht von CNN Indonesia kann man die „Moschee“ eindeutig wiedererkennen.

Es existieren keinerlei Hinweise, die den Abriss einer Moschee in China oder Indien belegen könnten. Vielmehr lässt sich der Standort im Video durch Google Maps, Uniformen der Behörden und landestypische Schriftzeichen eindeutig in Indonesien verorten. Auch das Video auf YouTube und lokale Berichterstattungen von CNN Indonesia und BALINEWS.ID bestätigen dies eindeutig.

Rechte Hetze auf Social Media

Weitaus bedenklicher als die reine Falschmeldung ist jedoch, wie diese von rechtsextremen Gruppen instrumentalisiert wird. In diversen Facebook-Gruppen mit klar antimuslimischer Stoßrichtung wird das Video mit dem vermeintlichen Moschee-Abriss gefeiert, teilweise mit Kommentaren, die den Abriss muslimischer Gotteshäuser offen begrüßen.

Screenshot Facebook-Kommentare
Screenshot Facebook-Kommentare

„China macht es vor. Finde ich einfach nur Klasse. Weiter so.“
„Hoffentlich bald auch hier, ich melde mich auch als ehrenamtlicher Abrißhelfer“
„Richtig so. Islam ist einfach nur noch reinster Bullshit“
„Geht doch, warum nicht auch hier.“

Kommentare auf Facebook

Diese Reaktionen entlarven die Doppelmoral der Gruppen, die sich sonst lautstark für „Freiheit“ wie auch „Religionsfreiheit“ einsetzen, hier aber ihre autoritären und antimuslimischen Fantasien schamlos ausleben. Die Nutzung einer klar widerlegten Falschinformation zur Verbreitung von Hass ist nicht nur perfide, sondern auch gefährlich.

FAQ

Was zeigt das Video tatsächlich?

Es dokumentiert den Abriss eines illegal errichteten Freizeitparks „Hibisc Fantasy“ in Indonesien, nicht den Abriss einer Moschee.

Warum wurde der Park abgerissen?

Er stand auf einem Wasserschutzgebiet und war illegal über die erlaubte Fläche hinaus gebaut. Zudem wird ihm eine Mitverantwortung für Überschwemmungen zugesprochen.

Warum wird das Video falsch zugeordnet?

Falschmeldungen wie diese sollen gezielt antimuslimische Stimmung schüren. Die optische Ähnlichkeit des Gebäudes mit einer Moschee wird dabei bewusst ausgenutzt.

Welche Reaktionen gab es in sozialen Netzwerken?

Rechtsextreme Gruppen nutzen das Video zur Hetze, sie feiern den angeblichen Abriss einer Moschee, obwohl dies nachweislich nicht der Fall ist.

Fazit

Das angebliche Video eines Moscheeabrisses in China ist ein klassisches Beispiel für gezielte Desinformation. In Wahrheit zeigt es den Abriss eines Freizeitparks in Indonesien. Die missbräuchliche Verwendung solcher Bilder dient einzig der antimuslimischen Hetze und fördert gefährliche Narrative.

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