Ein Foto soll zeigen, was gestern passiert ist. Die Empörung ist groß, das Bild wird tausendfach geteilt. Oft ist es aber Jahre alt oder stammt aus einem ganz anderen Land. Mit einer Bilder-Rückwärtssuche lässt sich in wenigen Minuten prüfen, wo ein Bild schon früher aufgetaucht ist.
Nach Teil 1 und Teil 2 über Seiten und Werbung geht es jetzt um Bilder. Das Prinzip ist einfach: Statt eines Suchbegriffs gibt man ein Bild ein. Die Suchmaschine sucht dann nach gleichen oder ähnlichen Bildern im Netz.
Welche Werkzeuge gibt es?
Die bekanntesten sind Google Lens, die Bildersuche von Bing, TinEye und Yandex. Sie arbeiten mit unterschiedlichen Datenbeständen und finden deshalb oft unterschiedliche Treffer. Es lohnt sich also, mehr als eine auszuprobieren. Das Faktencheck-Team von Correctiv weist darauf hin, dass die Suche auch am Smartphone gut funktioniert – über Bing im Browser oder die App Google Lens.
Ein wichtiger Hinweis zum Datenschutz: Wer ein Bild hochlädt, gibt es an die Suchmaschine weiter. Private Fotos von anderen Menschen gehören da nicht hinein. Das gilt besonders für Dienste, die gezielt Gesichter suchen.
Was kann dabei herauskommen?
In unserer Recherche zu einer Werbekampagne für eine Entkleidungs-App verwendeten mehrere Facebook-Seiten dasselbe Titelbild: jubelnde Menschen, US-Flaggen, ein Riesenrad. Die Rückwärtssuche führte zu einem Artikel von The Independent vom 2. Juli 2026. Das Foto zeigte Fußballfans in Washington beim WM-Spiel der USA gegen Bosnien und Herzegowina. Mit der beworbenen App hatte es nichts zu tun.
Auch die Profilbilder derselben Seiten fanden sich vielfach auf anderen Plattformen, unter ganz anderen Namen. Wer auf den Bildern ursprünglich zu sehen ist, ließ sich damit aber nicht klären – und auch nicht, ob die Bilder echt oder mit KI erzeugt waren.
Was beweist ein Treffer – und was nicht?
Ein älterer Fund ist ein starker Beleg: Das Bild kann nicht von einem Ereignis stammen, das erst danach passiert ist. Umgekehrt gilt das nicht. Kein Treffer heißt nicht, dass ein Bild echt oder neu ist. Es kann schlicht sein, dass die Suchmaschine es nicht kennt.
Woran man KI-Bilder erkennen kann, erklärt unser Ratgeber KI-Bilder erkennen. Typische Maschen mit echten Bildern im falschen Zusammenhang sammelt der Leitfaden Bild- und Kontext-Fakes erkennen.
Quellen
- Correctiv: So funktioniert die Bilderrückwärtssuche.
- Mimikama: KI-Werbung auf Facebook entblößt Frauen trotz Meta-Verbot, 30. August 2026.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)
