WhatsApp-Betrug mit Like-Versprechen: Warum du bei WhatsApp-Gruppen mit Geldversprechen sofort aussteigen solltest
Immer häufiger taucht in sozialen Netzwerken eine gefährliche Betrugsmasche auf: Unbekannte laden Nutzerinnen und Nutzer in WhatsApp-Gruppen ein und versprechen Geld für einfache Aufgaben wie das Liken eines Instagram-Profils. Was harmlos klingt, entpuppt sich schnell als miese Abzocke.
Der Ablauf ist immer ähnlich: In der WhatsApp-Gruppe wird behauptet, man bekomme eine kleine Geldsumme, wenn man einen bestimmten Instagram-Kanal liked und einen Screenshot als Beweis schickt. Die Auszahlung solle über einen Telegram-Kanal erfolgen. Dort finden sich plötzlich zahlreiche Beiträge von angeblich zufriedenen Nutzern, die Screenshots von erhaltenen Zahlungen posten. Eine Influencerin, deren Kanal in einem dieser Fälle als Ziel angegeben wurde, erklärte auf Nachfrage, dass sie von der Aktion nichts wisse.
Diese Konstellation ist kein Zufall: Der Kanal der Influencerin wird ohne ihr Wissen als „Aufgabe“ eingebaut, um dem Ganzen einen seriösen Anstrich zu geben. Die eigentlichen Drahtzieher sind nicht die Betreiber dieser Profile, sondern anonyme Betrüger, die ein psychologisches Spiel beginnen, um Vertrauen aufzubauen – mit dem Ziel, am Ende an Geld der Opfer zu kommen.
Hier eine Warnung auf reddit

Telegram-Scam mit Fake-Auszahlungen und Bots
Sobald man dem Telegram-Kanal beitritt, wird die Masche ausgefeilter: Die Chats sind voll von scheinbar echten Menschen, die sich über ihre erfolgreichen Auszahlungen freuen. Doch ein genauer Blick zeigt: Viele dieser Konten sind Fakes oder Bots. Ihre Aufgabe ist es, eine aktive Community vorzutäuschen und dadurch sozialen Druck aufzubauen.
Die angeblichen Auszahlungen betragen oft wenige Eurobeträge – etwa 5 oder 10 Euro. Diese werden manchmal sogar tatsächlich überwiesen, um Vertrauen zu schaffen. Der Trick dahinter: Sobald man „Erfolg“ erlebt, ist die Hemmschwelle geringer, beim nächsten Schritt mitzumachen. Und genau darauf zielen die Betrüger ab: Nach dem ersten Like folgt die Aufforderung, gegen eine kleine Zahlung weitere Aufgaben zu erhalten, die mehr Geld bringen sollen.
Hier beginnt der tatsächliche Betrug. Die Nutzer sollen Geld überweisen, angeblich als „Einlage“ für höhere Verdienste. Die Plattformen, auf denen das geschehen soll, wirken professionell, sind aber gefälscht oder werden nach kurzer Zeit abgeschaltet. Danach bricht der Kontakt ab. Das Geld ist weg.
Psychologische Tricks: Vertrauen, FOMO und Gruppendruck
Die Drahtzieher dieser Masche nutzen gezielt psychologische Mechanismen, um Opfer zu manipulieren:
1. Vertrauensaufbau durch Social Proof: Wenn dutzende angebliche Nutzer berichten, dass sie Geld bekommen haben, entsteht der Eindruck, dass es sich um ein legitimes Angebot handelt. Das Prinzip ist bekannt aus Werbung und Bewertungen: Was viele gut finden, muss gut sein.
2. Kleine Belohnungen zur Vertrauensbildung: Ein paar Euro auszuzahlen, kostet die Betrüger kaum etwas, bringt ihnen aber einen großen Effekt: Das Opfer glaubt, dass das System funktioniert.
3. Gruppendruck und Zeitdruck (FOMO): Die Telegram-Gruppen sind voller Aktivität, Danksagungen und Aufrufen, schnell zu handeln. Das erzeugt Stress und das Gefühl, eine Chance zu verpassen, wenn man nicht mitmacht.
Diese Mischung aus Belohnung, Gruppenzwang und Vertrauenserzeugung ist höchst effektiv und wird von Scammern weltweit in unterschiedlichsten Formen genutzt.
Influencer-Profile als Werkzeuge für Betrugsaktionen
Ein besonders perfides Element dieser Masche ist der Missbrauch echter Instagram-Profile. Die Influencer, deren Seiten geliked werden sollen, wissen davon meist nichts. Sie dienen lediglich als „Aufgabe“, damit das Opfer etwas Reales sieht. Das verstärkt den Eindruck, dass es sich um eine offizielle oder sogar von der Person selbst initiierte Aktion handelt.
Fälle wie dieser einer Influencerin zeigen, wie diese Taktik funktioniert: Ihr Kanal wurde gezielt in mehreren WhatsApp-Gruppen genannt. Auf Nachfrage beteuerte sie, dass sie nie eine solche Aktion gestartet habe. Das zeigt deutlich: Die Opfer werden nicht nur von den Betrügern getäuscht, sondern auch die betroffenen Instagrammer:innen werden instrumentalisiert. Die Grenze zwischen realer Plattform und Fake-Kampagne verschwimmt für viele Betroffene.
Betreiber sozialer Netzwerke und Influencer sollten wachsam sein: Wenn plötzlich ungewöhnlich viele Likes oder Follower auftauchen, kann das ein Hinweis auf eine laufende Scam-Kampagne sein.
Neue Variante: Investment-Betrug mit gefälschten Trading-Apps
Eine besonders gefährliche Weiterentwicklung dieser Masche betrifft gezielt Anleger und Börseninteressierte. In einem dokumentierten Fall aus wurde ein 71-jähriger Ex-Finanzexperte Opfer eines WhatsApp-Betrugs, bei dem ihm über eine gefälschte App ein Börsengewinn von 1,5 Mio. € vorgetäuscht wurde. Insgesamt verlor er fast 200.000 € in 24 Überweisungen.
Der Ablauf: Die Betrüger kontaktierten ihn per WhatsApp und suggerierten mit Screenshots und angeblichen Handelsgruppen auf Telegram hohe Renditen. Um das Vertrauen zu stärken, wurde eine mobile App präsentiert, die eine echte Trading-Plattform imitierte. Dort konnte der Mann scheinbar Gewinne einsehen – allerdings war alles nur eine Illusion. Als er auszahlen wollte, wurde eine „Withdrawal Tax“ fällig. Das Geld sah er nie wieder.
Diese Fälle zeigen deutlich, wie flexibel diese Scam-Netzwerke sind. Neben Likes oder Influencer-Aufgaben setzen sie zunehmend auf Finanzthemen und nutzen die Gier nach Rendite.
FAQ: Betrug mit WhatsApp-Gruppen und Likes
u003cstrongu003eWas passiert, wenn ich dem Telegram-Kanal beitrete?u003c/strongu003e
Man wird mit gefälschten Erfolgsgeschichten, Auszahlungen und Gruppenaktivität konfrontiert. Alles ist darauf ausgelegt, Vertrauen zu schaffen und einen zur Zahlung zu bewegen.
u003cstrongu003eWie erkenne ich, ob ein Instagram-Like-Auftrag ein Scam ist?u003c/strongu003e
Wenn dafür Geld versprochen wird, aber Screenshots an Dritte gesendet werden sollen, ist höchste Vorsicht geboten. Besonders, wenn die Kommunikation über WhatsApp und Telegram läuft.
u003cstrongu003eWas kann ich tun, wenn ich betroffen bin?u003c/strongu003e
Nicht weiter kommunizieren, Beweise sichern (Screenshots, Chatverlauf), und den Vorfall bei der Polizei und den Plattformbetreibern melden.
u003cstrongu003eSind die Influencer Teil des Betrugs?u003c/strongu003e
In den meisten Fällen nicht. Ihre Profile werden ohne ihr Wissen eingebunden, um Seriosität zu simulieren.
u003cstrongu003eWarum nutzen Betrüger Telegram und WhatsApp?u003c/strongu003e
Beide Plattformen bieten Anonymität, wenig Moderation und schnelle Verbreitungsmöglichkeiten. Ideal für organisierte Scams.
u003cstrongu003eWie erkenne ich eine gefälschte Investment-App?u003c/strongu003e
Wenn eine App nicht im offiziellen App-Store gelistet ist (APK-Dateien), Vorsicht! Immer SEBI- oder RBI-Zulassungen prüfen. Keine persönlichen Daten oder Passwörter weitergeben.
Fazit zum Thema
Die Masche mit Instagram-Likes, WhatsApp-Gruppen und Telegram-Zahlungen ist keine harmlose Nebentätigkeit, sondern ein strukturierter Betrug. Mit psychologischen Tricks und gefälschten Belegen werden Opfer in ein System gelockt, das nur ein Ziel hat: Geld zu ergaunern. Influencer dienen dabei oft ungewollt als Lockmittel. Eine neue Variante nutzt sogar Fake-Investment-Apps, um Anleger zu täuschen. Der beste Schutz: Skepsis, Wissen und das sofortige Verlassen solcher Gruppen.
Weitere Leitfäden zu Instagram-Betrug
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