Trump und Epstein: Video mit tanzenden Mädchen ist KI-Fake

Ein Video zeigt Trump und Epstein bei einer angeblichen Tanzaufführung junger Mädchen. Doch es ist eine Fälschung.

Die Behauptung

In sozialen Netzwerken kursiert ein Video, das Donald Trump und Jeffrey Epstein gemeinsam bei einer Veranstaltung zeigt. Sie sollen dort einer Tanzaufführung kleiner Mädchen in weißen Kleidern zusehen. Das Video soll angeblich die enge Verbindung zwischen den beiden sowie mögliche Verstrickungen andeuten.

Aufgestellt von: Soziale Medien

Faktencheck: Falsch

Falsch. Das verbreitete Video ist ein KI-Fake. Der Beginn basiert zwar auf einem echten Foto aus dem Jahr 1997, aufgenommen auf einer Victoria’s-Secret-Party in New York. Darauf sind Trump, Epstein und das Model Ingrid Seynhaeve zu sehen. Im Fake-Video wurde Seynhaeve entfernt und durch künstlich generierte Szenen ersetzt. Die angeblichen tanzenden Mädchen sind vollständig KI-generiert. Zwar ist belegt, dass Trump und Epstein in den 1990er-Jahren Kontakt hatten, doch das Video selbst liefert keinen Beleg für Missbrauchsvorwürfe.

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KI-Fake mit Trump und Epstein: Wie Desinformation inszeniert wird

Das Video wirkt wie ein brisanter Fund, der eine dunkle Verbindung sichtbar macht. Trump und Epstein bei einer Party, auf der feiernde Männer einer Gruppe kleiner Mädchen in weißen Kleidern beim Tanzen zusehen.

Standbilder aus dem Video / Screenshots Instagram
Standbilder aus dem Video / Screenshots Instagram (hier archiviert)

Gerade bei der Debatte um die „Epstein Files“ trifft ein solches Video einen sensiblen Nerv. Doch in Wirklichkeit basiert es auf Bildfälschungen, die gezielt Misstrauen und Empörung erzeugen, und die Spur führt direkt zu einer KI-Manipulation.

Der Fake beginnt mit einem echten Foto

Das Ausgangsmaterial stammt von Fotografin Marina Garnier. Es zeigt Trump und Epstein 1997 auf einer Victoria´s Secret-Party in New York. Im Originalfoto, das auch im New York Magazine (hier archiviert) und anderen Medien veröffentlicht wurde, ist auch das belgische Model Ingrid Seynhaeve zu sehen.

In dieser Collage auf Facebook sieht man das Foto ebenfalls:

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook (hier archiviert)

In den Fake-Versionen wurde Seynhaeve entfernt. Denn genau an dieser Stelle setzt die KI-Manipulation an. Ausgehend von diesem Ausschnitt „erweitert“ das Video die Szene künstlich.

Zwei Varianten des Videos kursieren

Der BR Faktenfuchs dokumentierte, dass es sowohl eine Version mit einer größeren Gruppe junger Mädchen als auch eine mit zwei Mädchen direkt neben Trump gibt. Beide Varianten enthalten das Originalbild als Anfangsszene des Videos, der Rest wurde dann mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz hinzugefügt.

Diese Manipulationen verraten sich allerdings auch durch unnatürliche Schatten und inkonsistente Bewegungen. Solche Fehler sind typisch für Bildgeneratoren, die zwar realistisch wirken, aber physikalische Details nicht korrekt umsetzen.

Der Irreführungsmechanismus ist klar

Das Video spielt mit einem realen Bild und verknüpft es mit einem sensiblen Thema: Missbrauchsvorwürfe im Umfeld Epsteins. Indem es das Foto „verlängert“, suggeriert es einen Zusammenhang, den es nie gab. Diese Technik ist besonders wirksam, weil der Zuschauer einen echten Ausgangspunkt sieht und den Fake-Teil kaum vom Original unterscheiden kann.

Die Absicht dahinter ist emotionale Manipulation. Inhalte dieser Art sollen Wut und Empörung hervorrufen. Das vage Kommentar-Motto „Il just leave this here“ (sic!) verstärkt die Wirkung: Es behauptet nichts direkt, lässt aber Raum für Spekulationen. Dadurch entsteht ein Schwebezustand zwischen Andeutung und Anschuldigung. Das Publikum füllt die Lücken mit eigenen Vorurteilen oder Ängsten.

Kognitive Verzerrungen verstärken den Effekt. Besonders stark wirkt hier der „Bestätigungsfehler“. Wer ohnehin überzeugt ist, dass der amtierende US-Präsident in Epsteins Machenschaften verwickelt war, nimmt das Video sofort als vermeintlichen Beweis wahr. Gleichzeitig führt der „Illusory Truth Effect“ dazu, dass die bloße Wiederholung des Videos in vielen Feeds es glaubwürdiger erscheinen lässt.

Plattformdynamik beschleunigt die Verbreitung. Auf TikTok, X und Facebook wird das Video oft mit minimalem Text hochgeladen. Genau diese Kürze sorgt dafür, dass es schnell geteilt wird. Unter den Kommentaren finden sich sowohl empörte Anschuldigungen als auch skeptische Stimmen, die die Echtheit anzweifeln und KI vermuten. Doch die Sichtbarkeit wird durch die kontroverse Diskussion zusätzlich gesteigert.

Das Beispiel zeigt die Macht von KI in der Desinformation

Während früher manipulierte Bilder meist grob erkennbar waren, können heutige KI-Werkzeuge ganze Szenen generieren, die fast wie echte Aufnahmen wirken. Hier wurde ein bekanntes Pressefoto genommen, um eine „Beweisgeschichte“ zu konstruieren, die sich nahtlos in aktuelle Debatten zu den Epstein-Files einfügt.

Wer derartige Videos sieht, sollte prüfen, ob der Anfang oder eine andere Szene aus einem bekannten Foto stammen könnte. Ein Blick auf Schatten, Bewegungen und Details wie Hände oder Gesichter verrät oft Unstimmigkeiten. Außerdem hilft eine Rückwärtssuche von Bildern oder der Blick in Faktenchecks, die oft schon kursierende Fälschungen dokumentieren.

Gerüchte und Fakten

Donald Trump und Jeffrey Epstein kannten sich in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren. Beide bewegten sich in denselben Gesellschaftskreisen in New York. Medienberichte, darunter Recherchen der „New York Times“, belegen gemeinsame Partys und Fotos zu jener Zeit.

Das jetzt kursierende Fake-Video suggeriert mehr, als sich aus belegbaren Fakten ableiten lässt. Während Epstein nachweislich zahlreiche Straftaten beging und 2019 in Haft starb, gibt es keine Beweise, dass der amtierende US-Präsident in diese Taten direkt verwickelt war. Die Gerichtsdokumente enthalten Namen vieler Prominenter, doch diese Nennungen sind kein Beweis für Schuld.

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FAQ

Ist das Video mit den tanzenden Mädchen echt?

Nein. Es ist eine KI-Fälschung, die mit einem echten Foto beginnt und dann künstlich erweitert wurde.

Gibt es echte Aufnahmen von Trump und Epstein?

Ja. Fotos und Videos aus den 1990er-Jahren zeigen beide auf Partys und Veranstaltungen.

Warum wirkt dieser Fake so überzeugend?

Weil es mit echtem Material startet und dann nahtlos KI-generierte Szenen anhängt. So entsteht der Eindruck von Authentizität.

Sind Namen in den „Epstein Files“ automatisch Beweise?

Nein. Gerichtsdokumente enthalten oft Namen, ohne dass daraus eine Schuld folgt. Eine Nennung bedeutet nicht automatisch Beteiligung.

Wie erkenne ich KI-Videos?

Achten Sie auf unnatürliche Schatten, Bewegungen oder fehlende Details. Oft verraten auch kleinere Asymmetrien in Gesichtern oder Händen die Fälschung. Beachten Sie auch unnatürliche Verformungen von sich bewegenden Objekten.

Fazit

Das kursierende Video mit den tanzenden Mädchen ist gefälscht. Es beginnt mit einem echten Foto und wird durch KI künstlich erweitert. So soll ein Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen suggeriert werden, den es in dieser Form nicht gibt. Das Video liefert jedoch keinen neuen Beleg, sondern ist ein Beispiel für gefährliche Desinformation.

Quellen:
BR Faktenfuchs, New York Magazine, Open Online, The New York Times

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Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
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