Gießen: Falschinfos zu Folgen des Sturzes eines Polizeipferdes im Umlauf

Der Sturz eines Pferdes führte zu zahlreichen falschen Behauptungen. Die Polizei widerspricht deutlich.

Die Behauptung

In sozialen Netzwerken heißt es, „Linksextremisten“ hätten ein Polizeipferd während der Demonstrationen in Gießen angegriffen, eine Böschung hinuntergestoßen und tödlich verletzt. Fotos eines gestürzten Pferdes werden als Beleg verbreitet.

Aufgestellt von: Soziale Medien

Faktencheck: Falsch

Laut Bundespolizei kam es zu keinem Angriff. Pferd und Reiterin blieben unverletzt. Der Sturz erfolgte nachweislich ohne Fremdeinwirkung.

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Analyse – Die Fakten dahinter

Ab Samstagmittag verbreitete sich ein Foto eines am Boden liegenden Polizeipferds in sozialen Netzwerken. Ursprüngliche Meldungen, unter anderem im Liveticker eines bekannten Boulevardblatts, beschrieben den Vorfall als schweren Unfall des Tiers. Parallel tauchte ein Instagram-Video auf, das das Pferd am Boden zeigt.

Kurz darauf nutzten Accounts vor allem aus dem rechten und rechtsextremen Spektrum das Bild für weitergehende Behauptungen: Es sei ein Angriff durch „linke Demonstranten“ erfolgt, das Tier sei schwer verletzt oder sogar getötet worden. Mehrere Nutzer, darunter auch Politiker wie Björn Höcke (Post zwischenzeitlich wohl gelöscht) und die rechtsextreme Aktivistin Marla Svenja Liebich verbreiteten entsprechende Aussagen auf X.

Falschmeldungen zu angeblich verletztem bzw. totem Polizeipferd | Screenshots X
Falschmeldungen zu angeblich verletztem bzw. totem Polizeipferd | Screenshots X

Die Bundespolizeidirektion Koblenz widersprach diesen Schilderungen noch am Samstagnachmittag klar: Das Pferd sei ohne Fremdeinwirkung gestürzt, Reiterin und Tier seien unverletzt.

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Mehr Informationen

Auf Nachfrage bestätigte die Polizei diese Angaben erneut gegenüber der dpa.

Der Ort des Sturzes ist am Gießener Bahnhof leicht abschüssig. Eine Aufnahme auf Google Street View zeigt, dass ein Maschendrahtzaun an der Stelle bereits seit Jahren zur Seite gekippt ist. Hinweise auf eine Einwirkung von außen gibt es nicht.

Auch Medien korrigierten ihre eigenen Fehlmeldungen: Sowohl Bild als auch die dpa hatten zunächst von einer Verletzung des Pferdes berichtet. Die dpa stellte später klar, dass Pferd und Reiterin unverletzt sind.

Wie die Tagesschau berichtet, kursieren neben realen Fotos auch noch KI-generierte Bilder, darunter Darstellungen, die angeblich zeigen sollen, wie Demonstrierende das Pferd essen. Ein weiteres KI-Video legt dem Pferd beim Aufstehen eine synthetische Stimme in den Mund. Beide Inhalte sind klar manipuliert.

Wirkung & Mechanismus

Die Falschbehauptungen wirken, weil ein verletztes Tier starke emotionale Reaktionen auslöst. Das Bildmaterial ist eindeutig, aber ohne Kontext leicht fehlzuinterpretieren. Politische Akteure nutzten den Vorfall, um die Proteste gegen die neue AfD-Jugendorganisation zu diskreditieren und ein Feindbild zu erzeugen. Algorithmen verstärkten die Beiträge, da Inhalte mit Empörung und Schockmomenten häufig hohe Interaktionen erzeugen.

Fazit

Die geprüften Fakten widersprechen den verbreiteten Behauptungen deutlich: Der Sturz des Polizeipferds war ein Unfall ohne äußere Einwirkung.

Faktenbarometer

❌ Falsch
Die Polizei bestätigt eindeutig: kein Angriff, keine Verletzten, keine Fremdeinwirkung.

Quellen:
Falschbehauptungen über gestürztes Polizeipferd | Tagesschau
Video zeigt Vorfall Polizeipferd stürzt bei Demonstration in Graben | t-online.de
Die Wahrheit über das Polizeipferd von Gießen | t-online.de
Polizei: Sturz in Gießen „ohne Fremdeinwirkung“ – Pferd unverletzt | DPA

Lesen Sie auch: Video zu Angriff auf Streifenwagen stammt nicht aus Gießen


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.