Angebliche Epstein-E-Mails: Belegen Akten eine Geschlechtskrankheit bei Bill Gates nach „Sex mit russischen Frauen“?

In neu freigegebenen US-Justizakten tauchen entsprechende Textentwürfe auf – daraus lässt sich jedoch kein Nachweis über reale Ereignisse ableiten.

Die Behauptung

E-Mails aus dem Umfeld von Jeffrey Epstein würden belegen, Bill Gates habe nach „Sex mit russischen Mädchen“ eine Geschlechtskrankheit gehabt, für die Epstein ihm Medikamente besorgt habe.

Aufgestellt von: Social Media

Faktencheck: Irreführend

Es existieren entsprechende E-Mail-Texte in freigegebenen Akten. Diese wirken jedoch wie interne Entwürfe oder Notizen von Jeffrey Epstein selbst. Ob die Nachrichten jemals an Bill Gates gesendet oder von ihm gelesen wurden, ist nicht belegt – ebenso wenig der Wahrheitsgehalt der darin erhobenen Vorwürfe, die Gates ausdrücklich zurückweist.

📖Wie entstehen gefälschte Aussagen von Prominenten? Antworten finden Sie im Leitfaden Promi-Fakes.
Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Kurz erklärt

In sozialen Netzwerken wird behauptet, Akten würden eine schwere Anschuldigung gegen Bill Gates „beweisen“. Tatsächlich geht es um E-Mail-Texte, die Jeffrey Epstein offenbar an sich selbst verfasst hat. Sie sind kein Beleg dafür, dass die beschriebenen Ereignisse stattgefunden haben. Aus einem vorhandenen Dokument wird eine unbelegte Skandalgeschichte gemacht.

Analyse – Die Fakten dahinter

  • E-Mail-Texte sind vorhanden, ihre Aussagen aber nicht belegt

In einer Ende Januar 2026 veröffentlichten Aktenfreigabe des US-Justizministeriums finden sich zwei E-Mail-Texte aus dem Jahr 2013, in denen Jeffrey Epstein behauptet, Bill Gates habe nach sexuellen Kontakten mit „russischen Mädchen“ gesundheitliche Probleme gehabt. Die Existenz der Texte ist belegt, nicht jedoch der Wahrheitsgehalt ihrer Inhalte.

  • Interne Entwürfe statt belegter Kommunikation

Beide E-Mails weisen denselben Absender und Empfänger auf – Jeffrey Epstein selbst. Die Metadaten sprechen dafür, dass es sich um Entwürfe oder persönliche Notizen handelt. Ob diese Texte jemals an Bill Gates geschickt oder von ihm gelesen wurden, ist nicht nachweisbar.

Angebliche Epstein-E-Mails: Belegen Akten eine Geschlechtskrankheit bei Bill Gates nach „Sex mit russischen Frauen“?; Screenshot der fraglichen Mail
Screenshot der fraglichen Mail (zum PDF)

Lieber Bill,
ich kann nicht glauben, dass Sie sich entschieden haben, unsere Freundschaft, die wir in den letzten sechs Jahren aufgebaut haben, zu missachten. Ich bin mir bewusst, dass Unfälle passieren, aber die Art und Weise, wie jeder von uns mit diesem unglücklichen Ereignis umgegangen ist, hat mich unfassbar bestürzt.

Du hast beschlossen, mich zu entlassen, und Larry, dein PR-Mitarbeiter, hat mir mitgeteilt,
ich hätte mich moralisch unangemessen verhalten und mich gebeten, mich an einer Vertuschungsaktion zu beteiligen, damit du
den Ruf, den du dir so hart erarbeitet hast, aufrechterhalten kannst. , mich gebeten, mich erneut zu einer Vertraulichkeitsvereinbarung zu verpflichten und mir kategorisch mitgeteilt, dass wir keine direkten Geschäftsbeziehungen mehr unterhalten können , ohne Rücksicht auf
die Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung MEINES Rufs.

Ich werde die Wahrheit sorgfältig vermeiden, den Leuten sagen, dass Bill nicht mit mir investieren wird , und eine Antwort formulieren, die Ihren Bedürfnissen entspricht.

Aber Sie haben zugestimmt, Ihnen ein Empfehlungsschreiben zu schicken, falls ein zukünftiger Arbeitgeber danach fragen sollte. Sie haben mir gesagt, dass Melinda darauf besteht, dass ich nicht mit Ihnen kommuniziere, es sei denn, Larry wird in Kopie gesetzt oder ist anwesend. Obwohl Sie immer wieder betont haben, dass ich meine Arbeit nicht besser hätte machen können und dass ich im Vergleich zu meinem Beitrag unterbezahlt war, haben Sie dann jenseits jedes Sinns für Fairness und, offen gesagt, Anstand gesagt, dass Sie mir als „großzügige“ Entschädigung dafür, dass ich den Ruf von Gates intakt gehalten habe, erlauben würden, das zu behalten, was wir vereinbart hatten, dass es mir bereits gehörte (die Investitionsstücke), und mir eine Abfindung für zwei Jahre zahlen würden.

Ähnlich wie bei Christine Turner. Ein weiteres Opfer. Wäre ich an Ihrer Stelle gewesen, hätte ich gesagt: Boris, das ist nicht Ihre Schuld. Ich habe Melinda gestanden, dass Sie es nicht waren – es war ein Moment der Schwäche, und ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um es wieder gut zu machen. Ich habe mehr Geld, als irgendjemand braucht, und ich versichere dir, dass ich etwas arrangieren werde, damit du nicht für meinen Fehler bestraft wirst.

Zu meinem Glück habe ich genug Geld, um dich zu versorgen. Das wird zwar den Schaden nicht wieder gutmachen, aber es wird dir Sicherheit für deine Zukunft geben. Außerdem werde ich mich sehr bemühen, dafür zu sorgen, dass deine nächste Karriere lohnend ist und dich weiterbringt. Ich
bin mir bewusst, dass dies Ihre Pläne drastisch verändert, und ich weiß sehr wohl, welche Karriere Sie aufgegeben haben, um bei der Stiftung mitzuarbeiten .


Es tut mir sehr leid, aber ich glaube, dass die Zeit alle Wunden heilt, und dass auch diese irgendwann verheilen wird. In diesem Zusammenhang
schlage ich vor, Ihnen das Haus zu kaufen, das Sie sich so sehr gewünscht haben. Zusätzlich zu fünf Jahren Abfindung werde ich
Sie aus dem Investitionsvertrag herauskaufen, den wir vereinbart hatten, 30 bis 40 Prozent einer hundert Millionen Dollar schweren Partnerschaft. Für 30 Millionen Dollar zum heutigen Tageskurs.

Die Bedingungen müssen noch vereinbart werden. Das hätte ich getan, wenn ich an Ihrer Stelle gewesen wäre. Was ich jedoch erhielt, war eine unfreundliche, scharf formulierte E-Mail, in der mir mitgeteilt wurde, wie gut meine Beschäftigungsfähigkeit sei und dass ich in Zukunft keine nennenswerte finanzielle Hilfe von Ihnen erwarten sollte.

Um das Ganze noch schlimmer zu machen, baten Sie mich, die E-Mails bezüglich Ihrer Geschlechtskrankheit, Ihrer Bitte, Ihnen Antibiotika zu besorgen, die Sie heimlich an Melinda weitergeben können, und die Beschreibung Ihres Penis zu löschen. Sie haben mir auch klar gemacht, dass ich nicht darauf Bezug nehmen darf, da dies ein weiteres Thema ist, das zwischen uns beiden bleiben muss. Als Gegenleistung für all
diese Bitten , die ich ohne zu zögern erfüllt hätte .

Ich darf nicht an Treffen mit Melinda teilnehmen , ich soll Ihnen weiterhin denselben Service und dasselbe Engagement bieten, wie ich es bisher so fleißig getan habe, bis Sie bereit sind, mich und unsere Freundschaft aufzugeben.
Die in dieser Mitteilung enthaltenen Informationen sind vertraulich, unterliegen möglicherweise der Anwalts-Mandanten-Privilegierung, können Insiderinformationen darstellen und sind nur für den Gebrauch durch den Adressaten bestimmt. Sie sind Eigentum von
Jeffrey Epstein


Die unbefugte Verwendung, Offenlegung oder Vervielfältigung dieser
Mitteilung oder eines Teils davon ist strengstens untersagt
und kann rechtswidrig sein. Wenn Sie diese
Mitteilung irrtümlich erhalten haben, benachrichtigen Sie uns bitte umgehend per
E-Mail oder per E-Mail an [email protected] und
EFTA00965766
vernichten Sie diese Mitteilung und alle Kopien davon,
einschließlich aller Anhänge. Copyright – Alle Rechte vorbehalten

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

  • Entstehung im Kontext eines gescheiterten Geschäftsversuchs

Zeitgenössische Berichte ordnen die Texte in einen Konflikt ein: Epstein hatte zuvor versucht, einen Deal zwischen der Gates Foundation und JPMorgan Chase zu vermitteln. Nach dem Scheitern dieses Vorhabens verfasste er die Nachricht, in der er seinen Frust schildert und mögliche Folgen für seinen Ruf thematisiert. Die virale Erzählung lässt diesen Hintergrund weg und ist damit kontextuell.

  • Screenshots belegen nur das Dokument, nicht den Inhalt

In sozialen Netzwerken kursieren Screenshots der E-Mail. Sie zeigen, dass der Text als Dokument existiert. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Anschuldigungen zutreffen. Hinweise auf manipulierte Medien gibt es nicht; der Screenshot ist korrekt zugeordnet, wird aber überinterpretiert.

  • Skandalisierende Zuspitzung in der Wortwahl

Die Verbreitung konzentriert sich auf Schlagworte wie „STD“ und „russische Mädchen“. Diese Auswahl ist reißerisch und lässt alle einschränkenden Informationen weg, die für eine sachliche Einordnung notwendig wären.

  • Instrumentalisierung realer Akten

Aus einem echten Aktenfund wird eine vermeintlich bewiesene Geschichte konstruiert. Die Darstellung folgt einem bekannten Muster: Reale Dokumente werden genutzt, um unbelegte Vorwürfe maximal wirksam zu verbreiten. Das deutet auf Clickbait-Absicht hin, nicht auf seriöse Information.

Wirkung & Mechanismus

Die Behauptung wirkt glaubwürdig, weil sie reale Elemente kombiniert: bekannte Namen, einen realen Kriminalfall und echte Akten. Viele Menschen setzen „steht in Akten“ mit „ist bewiesen“ gleich. Diese Verkürzung macht die Geschichte anschlussfähig – auch ohne belastbare Belege.

Fazit

Die Akten belegen, dass Jeffrey Epstein entsprechende Texte verfasst hat. Sie belegen nicht, dass Bill Gates die beschriebenen Handlungen begangen hat oder dass die Vorwürfe zutreffen.

Faktenbarometer

Manipulativ
Reale Dokumente werden genutzt, um unbelegte Anschuldigungen als erwiesen darzustellen; Versand, Kenntnisnahme und Wahrheitsgehalt sind nicht belegt, die Vorwürfe werden zurückgewiesen.

Quellen

Media
Media
U.S. Department of Justice
3. Februar 2026
Media
Media
YouTube
5. August 2021
Media
NGO
Global Health Investment Fund
abgerufen 3. Februar 2026
Media
U.S. Department of Justice
18. Juli 2013
Media

Schon gelesen? Pornospam statt Protest: Chinas digitale Nebelgranate auf X – mimikama.org


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.