Akropolis im Schnee: Beweist ein Foto das Scheitern des Klimaschutzes?

Ein Bild aus Athen wird für Klimaspöttelei missbraucht, doch es ist weder aktuell noch widerlegt es die Klimaforschung.

Die Behauptung

In sozialen Netzwerken wird ein Foto verbreitet, das die verschneite Akropolis in Athen zeigt. Dazu heißt es sinngemäß: Wenn selbst in Griechenland Schnee liegt, könne von „Klimaerwärmung“ keine Rede sein. Der Klimawandel sei eine Erfindung oder zumindest widerlegt.

Aufgestellt von: Soziale Medien

Falsch

Das kursierende Bild ist nicht aktuell, sondern stammt aus dem Jahr 2021. Zudem widerspricht ein einzelnes Wetterereignis nicht dem langfristigen Trend des Klimawandels.

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Akropolis im Schnee als Argument gegen Klimawandel? | Screenshots: Facebook
Akropolis im Schnee als Argument gegen Klimawandel? | Screenshots: Facebook

Kurz erklärt

Online wird behauptet, Schnee auf der Akropolis zeige, dass es keine Erderwärmung gebe.
Das verbreitete Foto stammt jedoch von Februar 2021, als es in Griechenland einen ungewöhnlichen Wintereinbruch gab.
Für Januar und Februar 2026 lagen die Temperaturen in Athen durchgehend über 0 Grad. Eine Schneedecke auf der Akropolis ist für diesen Zeitraum nicht belegt.
Unabhängig davon sagen einzelne kalte Tage oder Schneefälle – egal, ob in Griechenland oder auf Kuba – nichts über den langfristigen Klimatrend aus.

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Analyse – Die Fakten dahinter

Das Bild ist nicht aktuell

Das derzeit kursierende Foto zeigt tatsächlich eine verschneite Akropolis. Es handelt sich jedoch um ein Standbild aus einem YouTube-Video vom 17. Februar 2021.

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Mehr Informationen
Quelle: YouTube/Farawayfarers

Damals berichteten zahlreiche Medien über einen außergewöhnlichen Wintereinbruch in Griechenland.

Die Wetterdaten für 2026

Ein Blick auf die aktuellen Wetterdaten für Athen zeigt:

  • Februar 2026 (bis 19.2.): Temperaturen zwischen 4 °C und 22 °C, durchschnittliche Tiefstwerte um 9 °C.
  • Januar 2026: Temperaturen zwischen –1 °C und 20 °C, durchschnittliche Tiefstwerte um 7 °C.

Es gibt keine aktuellen Medienberichte über Schnee auf der Akropolis. In der Region Attika gab es Schneefall, doch die Schneefallgrenze lag bei etwa 300 Metern. Da die Akropolis nur rund 150 Meter über dem Meeresspiegel liegt, war das hier nicht relevant.

Wetter ist nicht Klima

Der Kern des Arguments lautet: Wenn es schneit, kann es keine Erderwärmung geben. Das greift zu kurz.

  • Wetter beschreibt kurzfristige Ereignisse: ein kalter Tag, ein Schneesturm, eine Hitzewelle.
  • Klima meint die statistische Auswertung des Wetters über mindestens 30 Jahre.

Ein einzelner schneereicher Winter widerlegt den Klimawandel ebenso wenig wie ein einzelner Hitzesommer ihn beweist. Entscheidend sind langfristige Trends.

Fachleute weisen darauf hin, dass die globalen Durchschnittstemperaturen seit Jahrzehnten steigen. Gleichzeitig kann eine wärmere Atmosphäre mehr Feuchtigkeit speichern. Wenn es regional kalt genug wird, kann diese zusätzliche Feuchtigkeit als intensiver Schnee fallen.

Einzelne extreme Winterereignisse widersprechen daher nicht dem Klimawandel.

Wirkung & Mechanismus

Warum wirkt das überzeugend?
Ein starkes Bild erzeugt unmittelbare Evidenz. Schnee auf einem bekannten Wahrzeichen wie der Akropolis vermittelt den Eindruck eines eindeutigen Beweises.

Dieser sogenannte „Screenshot-Effekt“ überlagert komplexe Zusammenhänge. Ein einzelnes Bild scheint greifbarer als langfristige Temperaturstatistiken.
Zudem wird mit einem logischen Kurzschluss gearbeitet: Wenn es kalt ist, könne es keine Erwärmung geben.

Diese Vereinfachung macht die Botschaft leicht teilbar.

Fazit

Der Versuch, ein altes Foto als Argument gegen den Klimawandel zu verwenden, ist ein klassisches Beispiel für irreführende Kontextverschiebung. Einzelne Wetterereignisse – egal ob Hitze oder Schnee – sagen nichts über langfristige Klimatrends aus.

Wer seriös über Klimafragen diskutieren will, muss zwischen Wetter und Klima unterscheiden und sollte zumindest prüfen, ob das verwendete Bild überhaupt aus dem behaupteten Zeitraum stammt.

Faktenbarometer

Falsch – Das Bild ist alt, wird zeitlich falsch eingeordnet und als Gegenbeweis für den Klimawandel missbraucht.

Quellen

MEDIA
dpa-Factchecking
12. Februar 2026
MEDIA
MEDIA
WolframAlpha
Weather Athens Greece from January 1 2026 to February 19 2026
19. Februar 2026
MEDIA
WolframAlpha
Weather Athens Greece from January 1 2021 to February 28 2021
28. Februar 2021
MEDIA
RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)
16. Februar 2021
MEDIA
Greek City Times
18. Februar 2021
MEDIA

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