Fake-Screenshot: Hat die AfD „13 verstorbene Angehörige“ beschäftigt?

Ein angeblicher „Zeit“-Artikel behauptet, AfD-Politiker in Rheinland-Pfalz hätten 13 bereits verstorbene Verwandte beschäftigt. Für diese Darstellung gibt es keine Belege.

Die Behauptung

Ein Screenshot eines angeblichen Online-Artikels der Wochenzeitung Die Zeit verbreitet sich in sozialen Netzwerken. Darin heißt es, AfD-Politiker in Rheinland-Pfalz hätten „13 verstorbene Anverwandte“ beschäftigt und dadurch rund 197.000 Euro an Kosten verursacht.

Aufgestellt von: Social Media

Faktencheck: Falsch

Der angebliche Artikel existiert nicht. Der Screenshot basiert auf einer manipulierten Version eines echten „Zeit“-Beitrags.

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Kurz erklärt

Eine Suche nach den im Screenshot genannten Formulierungen führt zu keinem Treffer bei der Zeit. Das Bildmaterial und Teile der Metadaten stammen jedoch aus einem echten Artikel. Überschrift, Teaser und Datum wurden offenbar nachträglich verändert.

Screenshot des fraglichen Posts
Screenshot des fraglichen Posts

Analyse – Die Fakten dahinter

  • Kein entsprechender Artikel bei der „Zeit“

Die zentrale Quelle des Screenshots ist angeblich ein Beitrag der Wochenzeitung Die Zeit. Eine Suche auf der Website sowie über Suchmaschinen nach Formulierungen wie „verstorbene Anverwandte“ liefert jedoch keinen Treffer. Ein solcher Artikel ist dort nicht veröffentlicht worden.

Auch formale Merkmale passen nicht zum üblichen Aufbau der Redaktion: Die gezeigte Überschrift und der Teaser sind deutlich länger als bei realen „Zeit“-Onlineartikeln.

  • Echte Vorlage identifizierbar

Das im Screenshot verwendete Foto zeigt den rheinland-pfälzischen AfD-Politiker Damian Lohr. Dieses Bild stammt tatsächlich aus einem echten „Zeit“-Artikel.

Auch die angegebene Veröffentlichungszeit stimmt mit diesem Beitrag überein. Das Datum wurde jedoch verändert: Im echten Artikel lautet es 23. Februar, im Screenshot 26. Februar.

Der reale Beitrag berichtet über Vorwürfe von Vetternwirtschaft innerhalb der AfD. Dort wird beschrieben, dass mehrere Angehörige Lohrs – darunter seine Mutter, seine Schwester und sein Stiefvater – bei anderen Parteimitgliedern beschäftigt sind.

  • Manipulation technisch leicht möglich

Die Übereinstimmung von Foto und Uhrzeit deutet darauf hin, dass der Screenshot auf Basis des echten Artikels erstellt wurde. Eine solche Manipulation lässt sich einfach durchführen, indem Überschrift, Teaser oder Datum im Quellcode einer Webseite kurzfristig verändert und anschließend ein Screenshot erstellt wird.

Für den behaupteten Vorwurf – die Beschäftigung bereits verstorbener Personen – finden sich hingegen keinerlei belastbare Berichte.

Wirkung & Mechanismus

Der Screenshot greift ein reales Thema auf: In mehreren Fällen wird derzeit über mögliche Vetternwirtschaft innerhalb der AfD berichtet. Diese tatsächlichen Vorwürfe schaffen einen plausiblen Rahmen, in den eine weitere, deutlich drastischere Behauptung eingefügt wird.

Gleichzeitig nutzt die Fälschung das Erscheinungsbild einer bekannten Zeitung. Logos, Layout und Foto erzeugen den Eindruck einer seriösen Quelle. In sozialen Netzwerken reicht oft ein Screenshot aus, um diese Glaubwürdigkeit zu übertragen, auch wenn der zugrunde liegende Artikel nie existiert hat.

Fazit

Der kursierende Screenshot eines angeblichen „Zeit“-Artikels über die Beschäftigung verstorbener Angehöriger in der AfD ist eine manipulierte Fälschung.

Faktenbarometer

Falsch

Der Screenshot imitiert einen „Zeit“-Artikel, doch der Text wurde verändert. Für den behaupteten Vorgang gibt es keine belegbaren Berichte.

Quellen

MEDIA
dpa-Factchecking
3. März 2026

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Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
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