Die Behauptung
In sozialen Netzwerken verbreitete sich ein Video von Pete Hegseth aus einem Gottesdienst im Pentagon. Dazu hieß es, der US-Verteidigungsminister habe dort einen falschen Bibelvers aus Pulp Fiction zitiert.
Aufgestellt von: Unbekannt
Faktencheck: Richtig
Wahr, aber verkürzt. Das Video ist echt, und Hegseths Gebet ähnelt dem fiktiven „Ezekiel 25:17“ aus Pulp Fiction stark. Er führte den Text nach dem vorliegenden Material aber nicht als echten Bibelvers ein.
Ein kurzer Clip reicht oft, damit ein bekannter Filmtext sofort wiedererkannt wird. Genau das passierte hier.
Pentagon-Clip mit bekanntem Wortlaut
Verbreitet wurde ein Video von Pete Hegseth aus einem Gottesdienst im Pentagon vom 15. April 2026. Darin trägt er ein Gebet vor, das sprachlich stark an den bekannten Monolog aus Pulp Fiction erinnert.
Nach dem vorliegenden Material sagte Hegseth, er habe das Gebet vom leitenden Einsatzplaner der „Sandy One“-Rettungsmission im Iran erhalten. Er erklärte außerdem: „They call it CSAR 25:17, which I think is meant to reflect Ezekiel 25:17.“
Damit ist die Ausgangslage klar. Der Clip zeigt keinen erfundenen Ausschnitt. Er zeigt einen echten Auftritt im Pentagon, bei dem Hegseth ein Gebet mit erkennbarem Filmbezug vorträgt.
Laut dem vorliegenden Bericht war ein vollständiges, rund halbstündiges Video des Gottesdienstes auf dem YouTube-Kanal „Defense Now“ verfügbar. Die Passage mit dem Gebet beginnt dort bei 7:09.
Die Nähe zu Pulp Fiction ist klar
Der Vergleich mit Pulp Fiction ist leicht nachvollziehbar. Im Film kündigt Samuel L. Jacksons Figur Jules Winnfield den folgenden Text direkt als „Ezekiel 25:17“ an.
Im Film beginnt der Monolog ab 0:59.
Auch in Hegseths Gebet tauchen zentrale Bausteine dieses Monologs wieder auf. Aus dem „path of the righteous man“ wird der „path of the downed aviator“. Aus „charity and good will“ wird „comradery and duty“. Aus „poison and destroy my brothers“ wird „capture and destroy my brother“. Aus „my name is the Lord“ wird „my call sign is Sandy One“.
Der Zusammenhang ist damit deutlich. Das Gebet ist nicht nur lose inspiriert. Es übernimmt große Teile des bekannten Filmwortlauts und passt sie an einen militärischen Rahmen an.
Auch Pentagon-Sprecher Sean Parnell bestätigte laut dem vorliegenden Material, das Gebet sei „obviously inspired by dialogue in Pulp Fiction“. Das passt zum Wortlaut des Clips.
Der Fehler steckt in der Zuspitzung
Viele Beiträge ziehen aus dem Clip einen weiteren Schluss. Sie behaupten, Hegseth habe im Pentagon einfach einen erfundenen Bibelvers als echten Bibelvers zitiert. Genau dort wird es zu grob.
Der Denkbruch ist einfach: Ein Text kann klar an einen Bibelvers angelehnt sein, ohne als wörtlicher Bibeltext vorgetragen zu werden.
Nach dem vorliegenden Material sagte Hegseth nicht, dies sei der originale Wortlaut von Hesekiel 25:17. Er sagte vielmehr, das Gebet werde „CSAR 25:17“ genannt und solle Hesekiel 25:17 spiegeln.
Das ist der entscheidende Unterschied. Die Nähe zu Pulp Fiction ist belegt. Dass Hegseth den gesamten Text als authentische Bibelstelle ausgab, ergibt sich daraus nicht.
Anders gesagt: Der Filmbezug ist klar. Die Zuschreibung als echter Bibelvers nicht.
Was Hesekiel 25:17 wirklich sagt
Im vorliegenden Bericht wird auch der tatsächliche Wortlaut von Hesekiel 25:17 in der King-James-Version genannt:
“And I will execute great vengeance upon them with furious rebukes; and they shall know that I am the Lord, when I shall lay my vengeance upon them.”
Daran sieht man den Unterschied sofort. Der echte Bibelvers ist deutlich kürzer als der bekannte Monolog aus Pulp Fiction.
Der berühmte Anfang mit dem „Pfad des Gerechten“, den „Selbstsüchtigen“, dem „Tal der Dunkelheit“ und dem „Hüter seines Bruders“ steht so nicht in der Bibel. Diese lange Passage gehört zur Filmfassung.
Der wichtige Satz lautet deshalb: Nicht Hesekiel 25:17 ist erfunden. Der bekannte Filmwortlaut ist es.
Warum sich der Clip so schnell verbreitet
Der Fall ist leicht wiederzuerkennen. Viele Menschen kennen den Monolog aus Pulp Fiction, auch wenn sie den echten Bibelvers nie gelesen haben.
Dazu kommt der Rahmen. Ein Gottesdienst im Pentagon, ein prominenter Minister und ein Text, der an eine berühmte Filmszene erinnert, ergeben sofort eine zugespitzte Geschichte. Solche Clips funktionieren in sozialen Netzwerken besonders gut.
Hinzu kommt ein offener Punkt. Auf die Frage, ob Hegseth die an Pulp Fiction angelehnten Ursprünge des Gebets kannte, antwortete das Pentagon laut dem vorliegenden Bericht nicht direkt. Stattdessen verwies es auf die Stellungnahme von Sean Parnell.
Wiedererkennung ersetzt oft die genaue Einordnung. Genau das sieht man hier.
Fazit
Das Video von Pete Hegseth ist echt. Sein Gebet ähnelt dem fiktiven „Ezekiel 25:17“ aus Pulp Fiction stark.
Nach dem vorliegenden Material führte er den Text aber nicht als echten Bibelvers ein, sondern als „CSAR 25:17“ mit Bezug zu Hesekiel 25:17.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
