Studie: Abwechslungsreiche Feeds gehen mit weniger Informationsmüdigkeit einher

Eine Studie mit 425 Erwachsenen verbindet sehr treffsichere Empfehlungen mit stärkerer Informationsmüdigkeit. Abwechslungsreich wahrgenommene Inhalte gingen dagegen mit weniger Müdigkeit einher.

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KURZMELDUNG · INTERNATIONAL

Ein Social-Media-Feed zeigt immer wieder Inhalte, die genau zu den bisherigen Interessen passen. Das kann praktisch sein, aber auch eintönig wirken. Eine am 3. Oktober in Scientific Reports veröffentlichte Studie bringt sehr passend wahrgenommene Empfehlungen mit stärkerer Informationsüberlastung und Informationsmüdigkeit in Verbindung.

Die Forschenden befragten 425 erwachsene Social-Media-Nutzer:innen. Sie untersuchten, wie treffsicher, verständlich und abwechslungsreich die Befragten algorithmische Empfehlungen wahrnahmen. Gemeint sind Inhalte, die eine Plattform mit Software auswählt und für einzelne Nutzer:innen sortiert.

Eine hohe wahrgenommene Treffsicherheit ging mit mehr Informationsüberlastung und einer stärkeren Verengung des Informationsangebots einher. Beide Faktoren standen wiederum mit höherer Informationsmüdigkeit in Verbindung. Auch mehr wahrgenommene Transparenz war über eine höhere Überlastung indirekt mit Müdigkeit verbunden.

Bei der Abwechslung zeigte sich die umgekehrte Richtung. Je neuer und vielfältiger die vorgeschlagenen Inhalte wahrgenommen wurden, desto geringer waren Überlastung, Verengung und Informationsmüdigkeit. In einer zusätzlichen Analyse hatte die wahrgenommene Neuartigkeit die stärkste absolute Gesamtbeziehung zur Müdigkeit.

Die Studie beruht auf Selbstauskünften und statistischen Zusammenhängen. Sie beweist daher weder, dass genaue Algorithmen Menschen zwangsläufig müde machen, noch dass mehr zufällige Inhalte die Belastung automatisch senken. Auch Unterschiede zwischen TikTok, Instagram, Facebook oder YouTube lassen sich daraus nicht ableiten.

Ein guter Feed muss demnach möglicherweise nicht nur erraten, was jemand wahrscheinlich anklickt. Abwechslung kann ebenfalls beeinflussen, ob sich die Auswahl nützlich oder wie eine endlose Wiederholung anfühlt. Damit wird Vielfalt zu einem möglichen Qualitätsmerkmal von Empfehlungssystemen.

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