Im Laufe der Woche ist es zu mehreren Betrugsfällen durch falsche Kinder über WhatsApp gekommen, bei der die Betrüger die Leichtgläubigkeit ihrer Opfer ausgenutzt und hohen finanziellen Schaden angerichtet haben.
Zuerst per SMS, danach via WhatsApp
In Henstedt-Ulzburg geriet eine 62-Jährige ins Visier der Betrüger. Sie erhielt zunächst eine SMS einer ihre unbekannte Nummer, die sich als ihre Tochter ausgab. Wenig später bat die Täterin über WhatsApp um die erste Überweisung in Höhe von knapp 2.400 Euro. Nach Bestätigung der Überweisung verlangten die Betrüger eine zweite Überweisung, woraufhin die Geschädigte misstrauisch wurde und ihr Ehemann mit der echten Tochter telefonierte, sodass der Schwindel aufflog.
Hier ein Beispiel, wie so ein aktueller Betrug abläuft! (Nicht ident mit dem eben erwähnten Fall) Zunächst bekommt das Opfer eine SMS mit dem Hinweis, dass man via WhatsApp weiter kommunizieren solle. (Danke an Christine P. für die Bereitstellung der Screenshots)

Falsche Tochter bat um die Anweisung von zwei Echtzeitüberweisungen über 3.300 und 3.500 Euro
Bereits am Sonntag erhielt ein 58-Jähriger aus Bornhöved eine WhatsApp einer ihm unbekannten Nummer, bei der es sich angeblich um die neue Nummer seiner Tochter handeln sollte, deren Handy heruntergefallen sei. Während des chattens bat die falsche Tochter um die Anweisung von zwei Echtzeitüberweisungen über 3300 und 3500 Euro. Der Geschädigte wurde schließlich misstrauisch, als sein vermeintliches Kind um erneute Ausführung bat, da eine der Überweisungen an eine falsche Bankverbindung gegangen sein sollte. Er kontaktierte daraufhin den Freund seiner Tochter, woraufhin sich wenig später die echte Tochter meldete.
Falscher Sohn bat um die Anweisung von zwei Echtzeitüberweisungen über insgesamt 4.600 Euro
Am Dienstag gaben sich die Betrüger als Sohn eines Ehepaares aus, der angeblich sein Handy verloren und aufgrund dessen eine neue Nummer habe. Im weiteren Verlauf bat der angebliche Junior seine Eltern um zwei dringende Echtzeitüberweisungen über insgesamt 4.600 Euro, der die Eltern nachkamen.
Eine weitere falsche Tochter wolle 2.600 und 3.000 Euro
Auch in Norderstedt überwies eine Geschädigte auf Bitten ihrer falschen Tochter am Dienstag über 2.600 und 3.000 Euro, wobei die geringere Überweisung noch durch die Bank gestoppt werden konnte. Auch hier war angeblich das Handy kaputtgegangen.
Hinweis: Echtzeitüberweisungen kann man nicht zurückbuchen
Auffällig ist, dass die Betrüger ihre Opfer unter dem Vorwand der finanziellen Notlage zu Sofort- bzw. Echtzeitüberweisungen drängen. Hierbei besteht keine Chance auf eine Rückbuchung.
An dieser Stelle weist die Polizei darauf hin, sensibel mit Nachrichten unbekannter Rufnummern umzugehen. Erteilen Sie Unbekannten keine Auskünfte über Ihre finanzielle Situation, geben Sie weder persönliche Daten noch Kontoverbindungen preis und gehen Sie niemals auf finanzielle Forderungen per SMS, Mail oder Anruf ein. Ein persönlicher Kontakt zu einem Angehörigen kann schnell Aufklärung darüber verschaffen, ob es sich um einen Betrug handelt.
Sollte es dennoch bereits zu einer Überweisung gekommen sein, wenden Sie sich schnellstmöglich an Ihre Bank, um den Geldfluss zu stoppen und erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei.
Wir von Mimikama raten zur Vorsicht!
Sie meinen, Sie würden darauf nicht hereinfallen? Kann sein. Vielleicht aber Ihre Eltern oder Großeltern, Freunde oder Bekannte.
Deshalb appellieren wir an Sie: Warnen Sie die Menschen, die Ihnen nahestehen, vor dieser Masche!
So können Sie sich schützen:
- Wenn Sie von Ihnen bekannten Personen unter einer unbekannten Nummer per Messenger kontaktiert werden, speichern Sie die Nummer nicht automatisch ab.
- Fragen Sie bei der Ihnen bekannten Person unter der alten Nummer nach, ob wirklich eine Notsituation besteht. Rufen Sie hierzu am besten an. Wenn Sie die Ihnen bekannte Person nicht erreichen können, handeln Sie nicht überstürzt.
- Seien sie misstrauisch, wenn die Person mit der ihnen unbekannten Nummer nicht telefonieren will – auch wenn vielleicht überzeugende Gründe dafür vorgetragen werden.
- Sobald Geldforderungen oder -bitten gestellt werden, sollten die Alarmglocken schrillen. Egal, ob per Post, per E-Mail, am Telefon oder
über Messenger-Dienste wie WhatsApp. - Achten Sie auf die Sicherheitseinstellungen Ihres verwendeten Nachrichtendienstes.
Falls Sie Opfer solch einer fiesen Masche geworden sind:
- Erstatten Sie immer eine Strafanzeige.
- Leisten Sie auf keinen Fall weitere Geldzahlungen.
- Informieren Sie Ihre Bank, um eventuell getätigte Geldflüsse anzuhalten oder rückgängig zu machen.
SPEICHERN, KOPIEREN, TEILEN!
An dieser Stelle haben wir für Euch ein Bild erstellt, dass ihr kopieren und per WhatsApp weiterleiten könnt. Es soll Eure Eltern und Großeltern davor schützen, nicht Opfer solch einer fiesen Masche zu werden.

Quelle
Polizeidirektion Bad Segeberg
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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)

