Die Behauptung

Eine von der AfD verbreitete Grafik zeigt angeblich einen drastischen Anstieg der Todesfälle im Jahr 2021 im Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung.

Unser Fazit

Die Daten belegen keinen tatsächlichen Anstieg der Todesfälle. Die zugrundeliegenden Informationen beziehen sich auf Patienten, die im Jahr 2021 noch leben und somit in den Jahren zuvor nicht verstorben sein können.

Die Diskussionen über die Covid-19-Impfung und ihre Auswirkungen (vor allem über Impftote) halten an. Besonders problematisch ist die Verbreitung von Fehlinformationen und Fehlinterpretationen. Ein besonders hartnäckiges Beispiel ist eine Behauptung aus dem Jahr 2022, die nach wie vor in den sozialen Medien kursiert. Ein Balkendiagramm, das auf Facebook geteilt wurde, soll zeigen, dass die Todesfälle seit Beginn der Impfungen dramatisch angestiegen seien. Für das Jahr 2021, wenn viele Menschen gegen das Virus geimpft sind, wird ein Anstieg von über 1000 % dargestellt. Diese Darstellung ist aber irreführend.

Gestreute Gerüchte und Behauptungen

Die umstrittene Grafik wurde im Dezember 2022 von der AfD präsentiert. Nach dieser Darstellung soll es seit Beginn der Impfungen mit Covid 19 einen drastischen Anstieg der Todesfälle gegeben haben. Dieses Säulendiagramm zeigt für das Jahr 2021 einen extremen Anstieg, der bei vielen Menschen Besorgnis auslöste. Die AfD nutzte diese Grafik, um ihre Impfkritik zu untermauern und mögliche Gefahren zu suggerieren.

AfD-Darstellung zu angeblichen Impftoten widerlegt - Screenshot der Behauptung aus den sozialen Medien
Screenshot der Behauptung aus den sozialen Medien

Vorläufige Bewertung

Die Analyse der Daten zeigt, dass die Behauptung einer erhöhten Sterblichkeit nicht haltbar ist. Die zugrunde liegenden Daten stammen von Patienten, die im Jahr 2021 noch lebten und medizinische Hilfe in Anspruch nahmen. Diese Patienten können logischerweise nicht in früheren Jahren verstorben sein. Die Darstellung eines Anstiegs der Todesfälle ist daher wissenschaftlich nicht fundiert und irreführend.

Detaillierter Faktencheck

Die Grafik stammt aus einer Präsentation der AfD vom Dezember 2022. Auf einer Pressekonferenz präsentierte die AfD-Bundestagsfraktion verschiedene Grafiken, die einen Anstieg von Todesfällen und Impfnebenwirkungen zeigen sollten. Diese Grafiken basierten auf Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die der AfD-Politiker Martin Sichert angefordert hatte.

Die Datenauswahl basiert auf Versicherten, die im Jahr 2021 noch einen Arzt aufgesucht haben. Diese Personen konnten jedoch keine Sterbefälle aus den Vorjahren repräsentieren, da sie noch lebten. Dominik von Stillfried, Vorstandsvorsitzender des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI), betonte, dass die Aufregung über einen Anstieg der Sterbefälle im Jahr 2021 unbegründet sei. Auch Andreas Gassen, Vorstand der KBV, wies auf die Fehlinterpretation der Daten durch die AfD hin.

Weitere Informationen

Die von der KBV verwendeten Daten enthalten ICD-Codes, die der Diagnose und der Abrechnung mit den Krankenkassen dienen. Diese Codes sind jedoch nicht geeignet, Todesfälle präzise zu erfassen. Nach einer wissenschaftlichen Analyse des ZI enthalten die Abrechnungsdaten keine Diagnosen der Todesbescheinigungen. Daher können auf dieser Basis keine aussagekräftigen Rückschlüsse auf das Sterbegeschehen gezogen werden. Zudem können Fehlkodierungen die Ergebnisse verfälschen.

In Österreich überwacht das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) die Nebenwirkungen von Impfungen. Schwere Nebenwirkungen sind äußerst selten. Häufig werden leichte Reaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle übertrieben dargestellt, was zu Missverständnissen führt.

Fazit

Die Behauptung eines signifikanten Anstiegs der Todesfälle seit den Covid-19-Impfungen ist nicht haltbar. Die Daten wurden falsch interpretiert und vermitteln ein verzerrtes Bild. Es gibt keine Hinweise auf eine Übersterblichkeit durch die Impfung. Diskussionen über Impfungen sollten auf fundierten wissenschaftlichen Daten basieren und nicht durch Fehlinformationen und Panikmache angeheizt werden.

Quelle: dpa

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