Was Affenbordelle und Affenpocken verbindet: Nichts!

Faktencheck: Mimikama klärt auf: Affenbordelle und Affenpocken sind nicht verbunden. Der Name stammt von Affen, doch diese sind nicht die Hauptüberträger

Die Behauptung

Seit dem Auftauchen der Affenpocken in mehreren Ländern gibt es auffällig viele Zugriffe auf ältere Artikel von uns, in denen es um Affenbordelle geht. Anscheinend wird von NutzerInnen ein Zusammenhang vermutet.

Aufgestellt von: Unbekannt

Faktencheck: Richtig

Auch wenn die Erkrankung den Namen „Affenpocken“ trägt, haben Affen mit dem Ursprung und der derzeitigen Verbreitung nichts zu tun. Das Virus wurde nur erstmals 1958 bei Affen entdeckt, es ist aber keine spezifische Affenkrankheit.

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Wir stellten fest, dass es seit dem Auftauchen der Affenpocken in mehreren Ländern auffällig viele Zugriffe auf ältere Artikel von uns geht, in denen es um Affenbordelle geht. Deshalb möchten wir, bevor falsche Schlüsse gezogen werden, klarstellen: Affenbordelle und Affenpocken haben nichts miteinander zu tun!

Woher der Name „Affenpocken“ stammt

Der Name „Affenpocken“ stammt von den ersten dokumentierten Fällen der Krankheit bei Tieren im Jahr 1958, als zwei Ausbrüche bei zu Forschungszwecken gehaltenen Affen auftraten. Da man damals vermutete, dass diese Art der Pocken spezifisch bei Affen vorkommt, bekamen sie den Namen Affenpocken.

Der erste bestätigte Fall bei einem Menschen trat 1970 auf, als das Virus bei einem pockenverdächtigen Kind in der Demokratischen Republik Kongo isoliert wurde. Seitdem wurden Affenpocken in mehreren anderen zentral- und westafrikanischen Ländern festgestellt, wobei die meisten Infektionen in der Demokratischen Republik Kongo auftraten.

Heute wissen wir , dass das Virus nicht vom Affen auf den Menschen übergesprungen ist, auch sind Affen nicht die Hauptüberträger der Viren. Als dieser gelten afrikanische Nagetiere.

Und was ist mit den Affenbordellen?

Seit 2007 kursiert die Behauptung, dass es ganze Orang-Utan-Bordelle gäbe, als Michelle Desilets, ehemalige Leiterin der Borneo Orangutan Survival Foundation UK, in einem Interview mit Vice von „Pony“ erzählte, einem Orang-Utan Weibchen, die in einem Prostituierten-Dorf in Borneo gefunden wurde.

Doch seitdem wurde die Geschichte aufgebläht: Aus dem Prostituierten-Dorf wurde irgendwann ein komplettes Orang-Utan-Bordell, wobei immer wieder die gleichen Fotos von „Pony“ zur Illustration genutzt wurden. So wird auf Facebook beispielsweise sehr reißerisch von „zoophilistischen Horror-Freudenhäusern“ erzählt, in denen „Unzucht, Perversität und Sodomie“ herrschen.

Doch der Clou ist: Sämtliche Erzählungen über angebliche Affenbordelle beruhen auf einem einzigen, dokumentierten Fall aus dem Jahr 2002, nämlich dem der Orang Utan-Dame „Pony“, die in einem Prostituierten-Dorf in Borneo gefunden wurde.

Wir kontaktieren vor einigen Wochen den Verein BOS Deutschland (BOS = Borneo Orangutan Survival), Betreiber der Seite orangutan.de, der uns freundlicherweise sehr ausführlich über den Fall und die Allgemeinsituation von Orang Utans in Indonesien und Thailand erzählte, das komplette Interview könnt ihr HIER lesen.

Fazit

Auch wenn die in den Medien derzeit präsente Erkrankung den Namen „Affenpocken“ trägt, haben Affen mit dem Ursprung und der derzeitigen Verbreitung nichts zu tun. Das Virus wurde nur erstmals 1958 bei Affen entdeckt, es ist aber keine spezifische Affenkrankheit. Auch eine Übertragung des Virus in Affenbordellen, für die es keine wirklichen Beweise gibt, ist mehr als unwahrscheinlich.


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