Die Behauptung
Ein Foto zeigt die angebliche Festnahme der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel. Gleichzeitig wird behauptet, die Deutsche Bundesbank habe sie verklagt.
Falsch
Sowohl das Foto als auch die Behauptung sind gefälscht. Weder wurde Alice Weidel verhaftet, noch wurde sie von der Deutschen Bundesbank verklagt. Der Link im Artikel führt zu einer unseriösen Finanzplattform.
Manipulierte Bilder und gefälschte Nachrichten verbreiten sich schnell und sorgen für Verwirrung und Misstrauen. Ein aktuelles Beispiel betrifft die AfD-Politikerin Alice Weidel, die angeblich von der Deutschen Bundesbank verklagt und verhaftet wurde. Ein gefälschtes Foto im Stil einer „Bild“-Berichterstattung sorgt für Aufsehen und Misstrauen, ist aber eine dreiste Fälschung.
Gerüchte/Behauptungen zur angeblichen Festnahme von Alice Weidel
Kurz vor der Europawahl wird eine angebliche „Bild“-Meldung verbreitet, die ein Foto zeigt, auf dem Alice Weidel verhaftet wird. Im dazugehörigen Text wird behauptet, Weidel habe über eine innovative Plattform live berichtet.

Dieses Bild wurde innerhalb einer Facebook-Anzeige verwendet, die außerdem eine seltsame, zum angeblichen Inhalt unpassende Behauptung enthielt: „Das Geheimnis des berühmten Komikers ist endlich gelüftet!“
Klickt man auf die Anzeige, landet man auf einer Seite mit angeblichen Details zu der Nachricht, dass die Deutsche Bundesbank die AfD-Politikerin verklagt haben soll.

Bewertung
Die Behauptungen entbehren jeder Grundlage. Weder das Foto noch die Geschichte dahinter sind echt. Weder wurde Alice Weidel verhaftet, noch gibt es eine Klage der Deutschen Bundesbank gegen sie. Die Webseite, auf die der Link führt, ist unseriös und zielt darauf ab, persönliche Daten auszuspähen.
Die Fakten
Nehmen wir mal an, Weidel wäre tatsächlich von der Deutschen Bundesbank verklagt worden – das wäre ein großes Medienthema. Doch außer der gefälschten Meldung berichtet kein Medium darüber (Stand: 30. Mai 2024). Wir wollen hier keine schlafenden Hunde wecken, aber (Achtung, Sarkasmus!): „Die Medien schweigen!11!!“
Auch das angebliche „Bild“-Sujet und der dazugehörige Text sind verdächtig. Die verlinkte Webseite verwendet zwar das „Bild“-Logo, doch die URL spricht eine deutliche Sprache: „techproconsultworld.com/immediatecorede-prl-alice/“ weist sofort auf eine Fälschung hin.
Die Seite enthält mehrere Links zu einer angeblichen Investmentplattform namens „Immediate Core“, die als „Best Innovative Investment Platform 2023 according to Forex Awards“ beworben wird. Eine Überprüfung der Forex Awards zeigt jedoch, dass „Immediate Core“ dort nicht gelistet ist.
Verbraucherschützer, Polizei und auch wir von Mimikama warnen immer wieder davor, leichtfertig persönliche Daten preiszugeben, da diese häufig weiterverkauft werden. Die gleiche Masche wurde bereits mit Bildern anderer Prominenter wie der Komikerin Carolin Kebekus, Moderator Markus Lanz oder Starkoch Tim Mälzer angewandt.
Weitere Informationen
Auch das Foto, das angeblich Alice Weidel zeigt, ist gefälscht. Es zeigt in Wirklichkeit die sächsische Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Linke), die im Juni 2023 verhaftet wurde, weil sie einen Polizisten angegriffen haben soll. Eine einfache Bilderrückwärtssuche bei Google bestätigt dies, denn das Originalbild findet sich in einem Artikel auf blick.de.
Fazit
Dieses Beispiel zeigt, wie schnell und einfach digitale Betrüger falsche Informationen verbreiten können. Es ist wichtig, kritisch zu bleiben und die Quellen genau zu prüfen, bevor man solchen Nachrichten Glauben schenkt.
Quelle: DPA
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Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
