Die Behauptung
Das Foto eines Zeitungsinserats soll zeigen, dass das BAMF nach Statisten für Demonstrationen gegen rechts und Proteste gegen Abschiebungen sucht.
Unser Fazit
Dieses Inserat ist gefälscht. Es kursiert bereits seit fünf Jahren in sozialen Medien. Das BAMF hat zu keiner Zeit nach Statisten gesucht.
Na, wer erinnert sich noch? „Wir stellen ein: Statisten m/w“ – so beginnt ein vermeintliches Inserat des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Gesucht werden „korpulente Personen (m/w)„, die sich „für Bild- und Videoaufnahmen für Demonstrationen gegen rechts und Proteste gegen Abschiebungen“ zur Verfügung stellen. Natürlich wird der Aufwand mit einem Mindestlohn plus Zulagen vergütet, die Reisekosten gedeckt und Verpflegung gestellt.

Der Faktencheck
Seit 2017 kursiert das Sharepic auf Social Media Plattformen und taucht von Zeit zu Zeit – auch im Jahr 2022 – wieder auf. Seinen Ursprung findet das gefälschte Inserat auf dem mittlerweile gesperrten Twitter-Konto „Daily Fake News“. Dieser nannte sich seinerzeit auch „Satirical Daily News“ – wir haben es also mit Satire zu tun, die heutzutage natürlich nicht mehr erkenntlich ist.
Das BAMF stellte auf Anfrage von mimikama deutlich klar, dass keine Statisten für einen Videodreh gesucht wurden und auch nicht werden. Man distanziert sich ausdrücklich von dem Sharepic. Echte Stellenangebote können auf der Webseite des BAMF gefunden werden.
Exkurs zum Thema „Mindestlohn“
Das BAMF ist eine Bundesbehörde der Bundesrepublik Deutschland. Für Bundesbehörden gilt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD), darunter auch die Entgeltordnung (TVöD-EGO), die wiederum für die Beamten des BAMF gilt.
Das heißt, dass beim BAMF beschäftigte Personen nach Entgeltgruppen bezahlt werden, die in einer Entgelttabelle des TVöD festgelegt sind. Das BAMF würde also in einer authentischen Stellenanzeige niemals „Mindestlohn“ angeben. Es gilt nämlich die Entgelttabelle des TVöD.
Fazit
Das Sharepic ist ein Fake.
Es wurde 2017 erstmals auf einer Satire-Seite veröffentlicht und taucht seither immer wieder ohne Quellenangabe auf.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte zu keiner Zeit nach Statisten gesucht.
Über dieses Thema berichten wir seit einigen Jahren immer wieder, unsere Artikel dazu findet ihr HIER.
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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)

