Die Behauptung
Unbekannte Täter verschicken Nachrichten per Messenger-Dienst und geben sich als Betreiber eines Erotikportals aus. Sie erpressen die Empfänger mit angeblichen Problemen und drohen mit Gewalt, falls kein Geld gezahlt wird.
Wahr
Wahr! Diese Drohungen gibt es wirklich, aber es handelt sich um eine klassische „Sextortion“-Masche, bei der Kriminelle auf Angst und Scham der Opfer setzen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass tatsächliche Gewalt droht. Die Polizei rät dringend davon ab, auf die Forderungen einzugehen.
Kurze Faktenübersicht:
- Betrugsmethode „Sextortion“: Täter geben vor, im Namen eines Erotikportals zu handeln und erpressen Opfer.
- Drohungen und Erpressung: Empfänger werden mit angeblichen Auftragsmördern oder Gewaltandrohungen unter Druck gesetzt.
- Kein echtes Risiko: Polizei bestätigt, dass keine reale Gefahr besteht, aber rät zu sofortiger Anzeige.
„Sextortion“-Betrug: Kriminelle setzen auf Angst
Ein besorgniserregender Fall aus Kassel zeigt, wie skrupellos Betrüger vorgehen: Ein Mann erhielt eine Nachricht von einer unbekannten Nummer aus der Dominikanischen Republik. Der Absender behauptete, für ein deutsches Erotikportal zu arbeiten und warf dem Opfer vor, Probleme mit Prostituierten verursacht zu haben. Die Forderung: 1.800 Euro, andernfalls drohe ihm und seiner Familie Gewalt.
Morddrohung: Und wenn er diesen Betrag nicht zahle, dann „gäbe es Krieg“. Es würde ein Auftragsmörder damit beauftragt werden, ihn und seine ganze Familie zu töten. Um die Drohung zu bekräftigen, wurde außerdem ein Video geschickt, das einen Mann mit Schusswaffe zeigt.
Dieser Fall ist kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten haben sich mehrere Betroffene bei der Polizei gemeldet, die ähnliche Erpressungsversuche erlebten. Die Täter nutzen dabei gezielt die Angst der Opfer vor einem vermeintlichen Skandal aus, um sie unter Druck zu setzen.
So funktioniert die „Sextortion“-Masche >
Die Betrüger setzen auf psychologische Tricks: Indem sie ihre Opfer in einen Zusammenhang mit einem Erotikportal bringen, erzeugen sie Scham und Unsicherheit. Viele Betroffene fürchten soziale Konsequenzen oder familiäre Probleme und zahlen aus Angst. Diese Masche ist nicht neu, wurde aber zuletzt vermehrt beobachtet.
Typischerweise erhalten die Opfer Nachrichten mit haltlosen Vorwürfen. Es folgt eine hohe Geldforderung, oft begleitet von drastischen Drohungen. Besonders perfide: Die Täter verschicken gefälschte Videos oder Bilder, um ihre Glaubwürdigkeit zu untermauern.
Ermittlungen laufen – aber keine reale Gefahr: Die Kasseler Polizei betont, dass es bislang keine Hinweise darauf gibt, dass hinter den Drohungen echte Gewaltakte stehen. Dennoch nehmen die Ermittler die Fälle ernst und rufen Betroffene auf, sich umgehend zu melden. Die beste Strategie: Nicht zahlen, nicht antworten, sondern zur Polizei gehen.
So schützt du dich vor Sextortion
Um nicht Opfer von Sextortion zu werden, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:
- Teile keine intimen Fotos oder Videos mit Personen, die du nicht persönlich kennst und denen du nicht vertraust.
- Sei vorsichtig mit Videochats, insbesondere mit Fremden. Decke deine Kamera ab, wenn du unsicher bist.
- Akzeptiere keine Freundschaftsanfragen von unbekannten Personen in sozialen Netzwerken.
- Veröffentliche keine sensiblen persönlichen Daten wie Adresse oder Arbeitgeber.
- Überprüfe regelmäßig die Privatsphäre-Einstellungen deiner Online-Konten und nutze starke Passwörter.
Was tun, wenn du Opfer von Sextortion wurdest?
Falls du bereits betroffen bist, solltest du folgende Schritte unternehmen:
- Ruhe bewahren und nicht überstürzt handeln.
- Keinen Kontakt mit den Tätern aufnehmen und auf keine Forderungen eingehen.
- Beweise sichern, z. B. Screenshots der Nachrichten und Informationen über die Täter.
- Enge Vertraute informieren, um Unterstützung zu erhalten.
- Den Vorfall sofort der Polizei melden, damit Ermittlungen eingeleitet werden können.
Rechtliche Aspekte und Unterstützung
Sextortion ist in den meisten Ländern illegal und kann strafrechtlich verfolgt werden. Betroffene sollten sich über die rechtlichen Bestimmungen informieren und rechtliche Beratung in Anspruch nehmen. Zusätzlich kann psychologische Unterstützung helfen, mit der emotionalen Belastung umzugehen.
Fazit: Die angeblichen Drohungen von Auftragsmördern sind ein dreister Betrugsversuch. Wer eine solche Nachricht erhält, sollte Ruhe bewahren und umgehend die Polizei einschalten. Der beste Schutz: Nicht zahlen, nicht antworten, sondern Anzeige erstatten!
Quelle: Polizei Hessen
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