Eine aktuelle Untersuchung von Watchlist Internet zeigt, dass betrügerische Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram täglich rund 200.000 Menschen in Österreich erreichen. Dabei werden Prominente als Lockvögel missbraucht, um vermeintlich lukrative Investmentplattformen zu bewerben. Diese Masche führt bei den Betroffenen oft zu erheblichen finanziellen Verlusten.

Betrügerische Werbung mit Prominenten

Der Einsatz bekannter Gesichter wie Café Puls-Moderatorin Barbara Fleißner oder Ö3-Moderatorin Gabi Hiller ist keine Seltenheit. Die betrügerischen Inserate suggerieren, dass diese Prominenten ihre Karriere beenden, um in die beworbenen Investmentplattformen zu investieren. Dies ist jedoch nur ein Trick, um Vertrauen zu erwecken und ahnungslose Verbraucherinnen und Verbraucher zum Investieren zu bewegen. Eine Analyse der Meta-Werbebibliothek ergab, dass an zwei Tagen insgesamt 246 betrügerische Anzeigen gefunden wurden, die täglich rund 200.000 Personen auf Instagram und Facebook erreichten.

Reichweite und Schadenspotenzial

Besonders auffallend war die Anzahl der Schaltungen von Puls4-Moderatorin Barbara Fleißner (125), gefolgt von Ex-Politiker und oe24-Kommentator Gerald Grosz (76). Bei der Reichweite lag allerdings Gerald Grosz (141.636 in 2 Tagen) vorne, während ZIB-Moderatorin Nadja Bernhard mit nur 8 Schaltungen 116.161 Personen erreichte. Seit Jahresbeginn wurden rund 9.000 Anzeigen entdeckt, die 25 verschiedene österreichische Prominente als Werbeträger für betrügerische Investmentplattformen missbrauchen.

Emotionalisierung und Clickbaiting als Strategien

Die Täter setzen verstärkt auf emotionale Bildsprache und Clickbaiting-Methoden. So wird beispielsweise eine verletzte Nadja Bernhard gezeigt oder über das tragische Ende von Christoph Grissemann berichtet. Diese emotionalen Inhalte sollen die Opfer dazu verleiten, auf den Link zu klicken, der schließlich zu den betrügerischen Plattformen führt. Häufig werden Designelemente und Logos bekannter Medienhäuser verwendet, um zusätzliches Vertrauen zu schaffen.

Beispiele von betrügerischen Werbeanzeigen; Quelle: Watchlist Internet
Beispiele von betrügerischen Werbeanzeigen; Quelle: Watchlist Internet

Umgehung von Plattformrichtlinien

Um die Richtlinien von Plattformen wie Facebook und Instagram zu umgehen, nutzen Kriminelle gehackte Accounts von verifizierten Nutzern mit vielen Followern.
Diese Accounts werden gezielt eingesetzt, um den internen Verifizierungsprozess zu erschweren oder zu umgehen. Häufig führen die Links zu vermeintlichen Nachrichtenartikeln, die über die betrügerische Investmentplattform berichten, was die Bewerbung zusätzlich legitim erscheinen lässt.

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Maßnahmen für Betroffene

Betroffene, die auf einer der betrügerischen Investmentplattformen investiert haben, sollten die Werbung auf der jeweiligen Plattform melden, Strafanzeige bei der Polizei erstatten und sich mit ihrer Bank in Verbindung setzen, um zu versuchen, das Geld zurückzubekommen. Die Erfolgsaussichten sind jedoch oft gering. Deshalb ist es wichtig, dass Social-Media-Nutzer solche Werbung als Betrug zu erkennen. Es empfiehlt sich immer zu prüfen, ob der Anbieter in der Datenbank der FMA für seriöse Finanzdienstleister gelistet ist oder auf der Internet-Watchlist steht.

Tipps zum Erkennen betrügerischer Investmentplattformen

Hier einige Tipps, wie Sie betrügerische Investmentplattformen entlarven können:

  • Prüfen Sie die Glaubwürdigkeit: Achten Sie auf unrealistische Versprechen und überprüfen Sie den Anbieter in seriösen Datenbanken.
  • Erkennen Sie emotionale Manipulation: Seien Sie skeptisch bei emotional aufgeladener Werbung und Clickbaiting-Methoden.
  • Vermeiden Sie Links von zweifelhaften Quellen: Klicken Sie nicht auf Links von unbekannten oder verdächtigen Quellen.
  • Melden Sie verdächtige Werbung: Helfen Sie mit, die Verbreitung zu stoppen, indem Sie verdächtige Anzeigen in sozialen Medien melden.

Fragen und Antworten

Was sind die ersten Anzeichen für betrügerische Werbung in Social Media?
Betrügerische Werbung in Social Media zeichnet sich häufig durch übertriebene Versprechungen und eine emotionale Bildsprache aus. Wenn Prominente im Zusammenhang mit ungewöhnlich hohen Gewinnversprechen genannt werden, sollten Sie skeptisch sein. Prüfen Sie die Seriosität des Angebots, indem Sie weitere Informationen einholen und den Anbieter in seriösen Datenbanken wie der Finanzmarktaufsicht (FMA) überprüfen.

Wie funktionieren die Umgehungsstrategien von Kriminellen in Social Media?
Kriminelle verwenden gehackte Facebook- und Instagram-Accounts von verifizierten Nutzern, um die internen Verifizierungsprozesse der Plattformen zu umgehen. Diese Accounts wirken seriös und haben oft viele Follower. Häufig werden die Opfer auf vermeintliche Nachrichtenartikel weitergeleitet, die über die betrügerischen Plattformen berichten und so eine zusätzliche Legitimation vortäuschen.

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Was tun, wenn man bereits in eine betrügerische Investmentplattform investiert hat?
Wenn Sie bereits in eine betrügerische Plattform investiert haben, sollten Sie sofort die entsprechende Werbung auf der Plattform melden, Anzeige bei der Polizei erstatten und sich mit Ihrer Bank in Verbindung setzen, um eventuelle Rückbuchungen zu veranlassen. Auch wenn die Chancen auf eine Rückerstattung gering sind, ist es wichtig, den Betrug zu melden, um andere vor ähnlichen Fallen zu schützen.

Warum sind Prominente als Lockvögel in betrügerischen Anzeigen so erfolgreich?
Prominente genießen in der Öffentlichkeit ein hohes Maß an Vertrauen und Bekanntheit. Ihre Gesichter und Namen werden daher gezielt eingesetzt, um das Vertrauen der Betrachter zu gewinnen und die Glaubwürdigkeit der betrügerischen Werbung zu untermauern. Oft sind die Prominenten selbst nicht involviert und wissen nichts vom Missbrauch ihrer Identität.

Welche Rolle spielen emotionale und manipulative Techniken bei diesen Betrugsmaschen?
Emotionale und manipulative Techniken wie Clickbaiting und die Verwendung emotional aufgeladener Bilder sind zentrale Elemente dieser Betrugsmaschen. Sie zielen darauf ab, die Opfer emotional zu berühren und ihre Aufmerksamkeit zu erregen, damit sie auf die Links klicken. Sobald die Opfer auf den Link klicken, werden sie auf betrügerische Seiten weitergeleitet, die oft wie seriöse Nachrichtenartikel aussehen.

Fazit

Der Einsatz von Prominenten als Lockvögel für betrügerische Investmentplattformen ist eine perfide Masche, die tagtäglich zahlreiche Österreicherinnen und Österreicher betrifft und erheblichen finanziellen Schaden verursacht. Durch emotionale Manipulation und Umgehung der Plattformrichtlinien gelingt es den Kriminellen immer wieder, Konsumentinnen und Konsumenten zu täuschen. Es ist daher unerlässlich, dass Social Media-Nutzerinnen und -Nutzer aufmerksam und skeptisch bleiben und verdächtige Beiträge melden.

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Quelle: Watchlist Internet

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)