Die Behauptung
Joe Biden habe bereits während seiner Amtszeit gewusst, dass er an einem aggressiven Prostatakrebs leidet, dies jedoch der Öffentlichkeit verheimlicht.
Aufgestellt von: Donald Trump
Faktencheck: Falsch
Falsch. Keine Beweise für eine Vertuschung von Bidens Krebsdiagnose.
Kurze Faktenübersicht:
- Joe Biden wurde im Mai 2025 mit Prostatakrebs im Stadium 9 diagnostiziert, der bereits auf die Knochen metastasiert war.
- Sein letzter PSA-Test (Prostata-spezifisches Antigen) fand 2014 statt, als er noch Vizepräsident war.
- Medizinische Leitlinien raten Männern über 70 Jahren von routinemäßigen PSA-Tests ab, da die Risiken die potenziellen Vorteile überwiegen können.
- Es gibt keine Beweise dafür, dass Biden seine Diagnose während seiner Amtszeit kannte oder bewusst verheimlichte.
Die Diagnose und ihre politischen Folgen
Im Mai 2025 gab Bidens Büro bekannt, dass bei ihm ein aggressiver Prostatakrebs diagnostiziert wurde, der bereits auf die Knochen übergegriffen hatte. Diese Mitteilung erfolgte vier Monate nach dem Ende seiner Präsidentschaft. Donald Trump äußerte daraufhin öffentlich den Verdacht, dass Biden seine Erkrankung bereits während seiner Amtszeit kannte und diese Information zurückhielt. Er bezeichnete die späte Bekanntgabe als „wirklich traurig“ und stellte infrage, warum die Öffentlichkeit nicht früher informiert wurde.
In einem Video vom 20. Mai 2025, veröffentlicht von WSJ News, äußerte sich Donald Trump zur Diagnose von Joe Biden. Er bezeichnete den Fall als „sehr traurig“, stellte aber auch infrage, ob alle Fakten bekannt seien: „Somebody is not telling the facts.“
Bidens Sprecher wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass der letzte PSA-Test des ehemaligen Präsidenten im Jahr 2014 durchgeführt wurde, als Biden 71 oder 72 Jahre alt war. Seitdem habe es keine weiteren Tests gegeben, was im Einklang mit den Empfehlungen der US Preventive Services Task Force steht.
Medizinische Richtlinien und Screening-Empfehlungen
Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) empfiehlt, Männern über 70 Jahren keine routinemäßigen PSA-Tests anzubieten, da die potenziellen Schäden durch Überdiagnosen und unnötige Behandlungen die Vorteile überwiegen können. Die American Cancer Society rät ebenfalls davon ab, Männer mit einer Lebenserwartung von weniger als zehn Jahren zu testen, da sie wahrscheinlich nicht von einer frühzeitigen Diagnose profitieren würden.
Biden, der zum Zeitpunkt seiner Diagnose 82 Jahre alt war, fiel somit in die Kategorie, für die keine routinemäßigen PSA-Tests empfohlen werden. Seine Diagnose erfolgte nach dem Auftreten von Harnsymptomen, was zu weiteren Untersuchungen und letztlich zur Feststellung des Krebses führte.
Expertenmeinungen zur Krebsentwicklung
Prostatakrebs kann sehr unterschiedlich verlaufen. Einige Formen wachsen langsam und bleiben über Jahre unbemerkt, während andere aggressiver sind. Bidens Krebs wurde mit einem Gleason-Score von 9 bewertet, was auf eine besonders aggressive Form hinweist. Experten betonen, dass selbst aggressive Krebsarten sich innerhalb weniger Jahre entwickeln können und nicht zwangsläufig bereits seit langer Zeit bestehen müssen.
Historische Vergleiche und Transparenzfragen
In der Geschichte der US-Präsidentschaft gab es Fälle, in denen Gesundheitsprobleme von Präsidenten nicht sofort öffentlich gemacht wurden. Beispielsweise wurde Woodrow Wilsons Schlaganfall 1919 zunächst geheim gehalten, und John F. Kennedy verschwieg seine Addison-Krankheit. Allerdings gibt es derzeit keine Beweise dafür, dass Biden seine Diagnose bewusst verheimlichte. Sein Büro hat die Informationen nach der Diagnose öffentlich gemacht, und es gibt keine Hinweise auf eine Vertuschung während seiner Amtszeit.
Chronologischer Ablauf: Bidens Krebsdiagnose und politische Reaktionen
| Datum | Ereignis |
| 2014 | Letzter bekannter PSA-Test bei Joe Biden als Vizepräsident |
| Januar 2025 | Ende der Amtszeit von Präsident Joe Biden |
| Mai 2025 | Offizielle Bekanntgabe von Bidens Prostatakrebs im Stadium 9 |
| 19. Mai 2025 | Donald Trump äußert in einer Pressekonferenz Zweifel an der Transparenz |
| 20. Mai 2025 | Bidens Büro weist Vertuschungsvorwürfe offiziell zurück |
| Mai 2025 | Veröffentlichung des Buches Original Sin über Bidens Gesundheitszustand |
FAQ:
Hat Joe Biden seine Krebsdiagnose während seiner Amtszeit verheimlicht?
Es gibt keine Beweise dafür. Sein letzter PSA-Test war 2014, und die Diagnose erfolgte im Mai 2025 nach dem Auftreten von Symptomen.
Warum wurde Biden nicht regelmäßig auf Prostatakrebs getestet?
Medizinische Leitlinien raten Männern über 70 Jahren von routinemäßigen PSA-Tests ab, da die Risiken die potenziellen Vorteile überwiegen können.
Wie aggressiv ist Bidens Krebs?
Mit einem Gleason-Score von 9 gilt Bidens Krebs als besonders aggressiv. Solche Krebsarten können sich innerhalb weniger Jahre entwickeln.
Gab es während Bidens Präsidentschaft Anzeichen für gesundheitliche Probleme?
Es gab öffentliche Diskussionen über Bidens kognitive Fähigkeiten, aber keine konkreten Beweise für eine Krebsdiagnose während seiner Amtszeit.
Fazit zum Thema
Die Spekulationen über eine mögliche Vertuschung von Joe Bidens Krebsdiagnose entbehren derzeit jeder Grundlage. Die medizinischen Fakten und Empfehlungen unterstützen die Vorgehensweise seines Ärzteteams. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Biden oder sein Umfeld die Diagnose während seiner Amtszeit kannten oder bewusst verheimlichten.
Quelle: Snopes.com
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