Bill Gates: „Wir spritzen genmanipulierte Organismen in die Venen kleiner Kinder“

Ein kurzer Videoausschnitt von Bill Gates sorgt in sozialen Medien für Aufregung. Darin wird behauptet, er befürworte die Injektion von „hochtoxischen Substanzen“ in Kinder.

Die Behauptung

Bill Gates soll gesagt haben, dass gentechnisch veränderte Organismen in die Venen von Kindern injiziert werden, was als Befürwortung interpretiert und durch einen Videoausschnitt belegt wird.

Irreführend

Irreführend. Diese Darstellung ist völlig aus dem Kontext gerissen. Gates sprach in Wahrheit über GVO (gentechnisch veränderten Organismen) in der Landwirtschaft und verglich deren Tests mit der Medikamentensicherheit, um Bedenken zu entkräften – nicht über Impfstoffe für Kinder.

  • Missverständnis des Zitats: Gates diskutierte nicht über Impfstoffe für Kinder, sondern über GVO in Lebensmitteln und Saatgut.
  • Manipulative Social-Media-Inhalte: Durch gezielte Verkürzung des Videos wird fälschlicherweise suggeriert, Gates unterstütze gefährliche Impfpraktiken.
  • Tatsächlicher Kontext: Gates sprach über die Notwendigkeit von Sicherheitstests bei neuen Technologien, sowohl bei GVO als auch bei Medikamenten.

Bewertung: Die Behauptungen sind irreführend. Durch das Herausreißen eines Satzes und das Ignorieren des gesamten Inhalts wird Bill Gates einmal mehr mit gefährlichen Impfpraktiken in Verbindung gebracht.

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Video geht viral und wird völlig falsch interpretiert

Das Video zeigt Bill Gates in einem vermeintlich kompromittierenden Moment. „Wir injizieren gentechnisch veränderte Organismen in kleine Kinder – wir injizieren sie direkt in ihre Venen“, wird er zitiert. Begleitet wird das Video von Kommentaren, die die Dringlichkeit unterstreichen, Gates‘ vermeintlich perfides Spiel mit der Gesundheit von Kindern zu stoppen.

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Screenshot Instagram
Screenshot Instagram (hier archiviert)

„Is there something to worry about with medicines that is might some of them have side effects do we need safety testing? I mean and we’re taking things that are – you know – genetically modified organisms and we’re injecting them in little kids arms. We just shoot them right into the vein.“

„Muss man sich bei Medikamenten Sorgen machen, dass einige von ihnen Nebenwirkungen haben könnten, brauchen wir Sicherheitstests? Ich meine, wir nehmen Dinge, die – Sie wissen schon – gentechnisch veränderte Organismen sind, und wir injizieren sie kleinen Kindern in den Arm. Wir spritzen sie einfach in die Vene.“

Ausschnitt im Klartext / übersetzt mit DeepL

Was Gates wirklich sagte: GVOs und landwirtschaftliche Herausforderungen

Diese dramatische Interpretation beruht auf einer bewussten Verzerrung. Tatsächlich stammt die Aussage aus einem Vortrag, den Gates 2015 in Brüssel gehalten hat. Thema waren die Vorteile von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in der Landwirtschaft, insbesondere in Afrika. Hier erklärte Gates, dass sowohl natürliches als auch gentechnisch verändertes Saatgut notwendig sei, um die Produktivität zu steigern und Ernährungsprobleme zu lösen.

Seine Aussage über Medikamente und Kinder war nur ein Vergleich, um die Notwendigkeit von Sicherheits- und Testmechanismen für GVOs zu unterstreichen. Wie Medikamente sollten auch GVO vor ihrer Zulassung strengen Tests unterzogen werden. Von toxischen Impfstoffen oder gefährlichen Praktiken an Kindern war in seinem Vortrag keine Rede.

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Quelle: YouTube/Euractiv (hier archiviert)

Es reicht, nur ein wenig vor und nach dem derzeit kursierenden Videoschnippel hineinzuhören, um den Kontext zu verstehen:

„Die stärkste Analogie ist die zu Medikamenten, und wissen Sie… Muss man sich bei Medikamenten Sorgen machen, dass einige von ihnen Nebenwirkungen haben könnten, brauchen wir Sicherheitstests? Ich meine, wir nehmen Dinge, die – Sie wissen schon – gentechnisch veränderte Organismen sind, und wir injizieren sie kleinen Kindern in den Arm. Wir spritzen sie einfach in die Vene. Also ja, ich denke, wir sollten vielleicht ein Sicherheitssystem haben, in dem wir Versuche durchführen und Dinge testen.“

Gefährliche Verzerrung der Realität

Warum wird ein solcher Vergleich zum Aufreger? Die Antwort liegt in der gezielten Manipulation durch Impfgegner und Verschwörungstheoretiker. Indem sie Gates‘ Aussagen aus dem Zusammenhang reißen und allein auf den Vergleich mit Medikamenten fokussieren, entsteht der Eindruck, er befürworte gefährliche Praktiken in der Medizin.

Dieser gezielte Missbrauch von Zitaten ist nicht neu. Bill Gates ist seit Jahren eine zentrale Figur in den Narrativen von Impfkritikern, die ihn fälschlicherweise mit gefährlichen Impfprogrammen in Verbindung bringen wollen. Durch das selektive Herausschneiden und Verbreiten solcher Clips verstärken sie ihre impffeindliche Agenda.

Ironie: Gates plädiert für mehr Sicherheit

Die Ironie des viralen Videos liegt darin, dass Gates genau das Gegenteil von dem gesagt hat, was ihm unterstellt wird. Er sprach sich ausdrücklich für mehr Sicherheitsvorkehrungen und Tests aus. Er betonte, wie wichtig es sei, diese Technologien verantwortungsvoll zu testen, bevor sie zum Einsatz kommen, um mögliche Risiken zu minimieren.

Fazit: Vorsicht bei manipulativen Videos

Es ist offensichtlich, dass dieser Videoausschnitt aus dem Kontext gerissen wurde, um Angst und Misstrauen zu säen. Statt sich auf den wahren Inhalt zu konzentrieren, nutzen Verschwörungstheoretiker die Macht der sozialen Medien, um eine verfälschte Botschaft zu verbreiten. Wer die vollständige Rede kennt, weiß, dass Gates Kindern keine giftigen Substanzen injizieren will, sondern sich für mehr Tests und Sicherheit bei neuen Technologien einsetzt.

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