„Bitte stimme für Emma ab“: Achtung vor dieser WhatsApp-Falle

Ein angeblicher Tanzwettbewerb mit Stipendium, aber in Wahrheit ein Modell zum Abgreifen von Daten.

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Emotionale Masche mit bekannten Mustern

Wieder kursiert auf WhatsApp eine Nachricht, die auf den ersten Blick harmlos und hilfsbereit erscheint: „Hallo, bitte stimme für Emma in dieser Umfrage. Das ist die Tochter meiner Freundin. Der Hauptpreis ist ein kostenloses Stipendium für das nächste Jahr. Das ist sehr wichtig für sie. Dankeschön!“ Dazu ein Link, der auf eine angebliche Abstimmungsseite führt. 

Wer klickt, landet auf einer Seite mit zwei „Teilnehmerinnen“, darunter „Emma“. Alles wirkt simpel, emotional und persönlich. Doch genau hier liegt das Problem. Hinter dieser Nachricht steckt keine echte Abstimmung, sondern eine manipulative Masche. 

Bereits vor Monaten tauchte ein nahezu identischer Text mit dem Namen „Marielis“ auf. Wir berichteten HIER.

Screenshots der WhatsApp-Nachrichten "Abstimmung für Emma (September 2025) und Abstimmung für Marilies (Juni 2025)
Screenshots der WhatsApp-Nachrichten „Abstimmung für Emma (September 2025) und Abstimmung für Marilies (Juni 2025)
Update 07.11.2025: Diesmal heißt das Mädchen "Elena".
Update 07.11.2025: Diesmal heißt das Mädchen „Elena“.

Auch damals nutzte die Seite ein Ballettfoto, das aus einer frei zugänglichen Bilddatenbank stammt: Freepik, Girl gym ballet lesson (archiviert). Die Namen wechseln, die Domain ändert sich, aber die Struktur bleibt gleich. Ziel ist es, Vertrauen zu wecken. Und das funktioniert, weil solche Nachrichten scheinbar von Freunden oder Bekannten weitergeleitet werden. Genau das macht sie so gefährlich.

Was wirklich hinter der Seite steckt

Die Domains, über die solche angeblichen Wettbewerbe laufen, wechseln regelmäßig. Aktuell ist es „thebestbance.top“, davor war es „stardancesk.live“, inzwischen auch „thebestdance.world“. Allen gemeinsam ist: Es gibt kein Impressum, keine erkennbare Organisation, keine offiziellen Informationen.

Die Webseiten erklären vage, dass sie durch Werbung finanziert werden und Preise vergeben würden. Wer sich für die Abstimmung anmelden will, muss seine Handynummer eingeben. Hier wird es besonders kritisch. Zwar konnte der Codeversand nicht vollständig getestet werden, doch schon der Versuch führt häufig zu Fehlermeldungen. Möglich ist, dass durch die Eingabe der Nummer Kostenfallen oder Abo-Dienste aktiviert werden sollen.

Hier fehlt jede Form der Transparenz. Das Ziel ist nicht die Unterstützung eines Kindes, sondern das Sammeln von Klicks, persönlichen Daten oder Geld.

Die Psychologie hinter dem Kettenbrief

Solche Nachrichten funktionieren, weil sie gezielt auf Emotionen und sozialen Druck setzen. Niemand möchte unhöflich wirken oder als hartherzig gelten. Besonders nicht, wenn es angeblich um die Zukunft eines Kindes geht. Die Nachricht spricht ein soziales Gewissen an, sie wirkt persönlich, wichtig und dringlich. Diese Kombination macht sie so wirkungsvoll.

Zudem suggeriert der Text eine einfache Lösung. Ein Klick, eine Stimme, eine Hilfeleistung. Genau das nutzen die Absender gezielt aus. Die Masche nutzt ein bekanntes Prinzip. Wer eine kleine Bitte bekommt, fühlt sich schnell verpflichtet zu helfen. Doch wer das tut, riskiert im schlimmsten Fall, in eine Falle zu tappen.

Gearbeitet wird mit dem Bild eines Kindes, das nachweislich aus einer öffentlichen Bilddatenbank stammt. Ein Mädchen beim Ballett, das Mitgefühl weckt, aber in keinem Zusammenhang mit dem angeblichen Wettbewerb steht. Denn diesen Wettbewerb gibt es gar nicht.

So erkennen wir die Täuschung

Die Hinweise auf einen Betrug sind deutlich, wenn man genau hinsieht. Eine unbekannte Domain mit auffälliger Endung wie „.top“ oder „.live“. Kein Impressum. Keine offiziellen Informationen. Immer gleiche Inhalte, mit wechselnden Namen und Bildern. Auffällig allgemein gehaltene Texte. Bilder, die aus Stock-Datenbanken stammen.

Bereits im Juni war dieselbe Masche mit dem Namen „Marielis“ im Umlauf. Jetzt heißt das angebliche Kind „Emma“. Ein Leserhinweis hat zudem gezeigt, dass die Domains regelmäßig angepasst werden. Auch „thebestdance.world“ wurde bereits gesichtet. Allen Varianten fehlt jede Verbindung zu echten Organisationen.

Es gibt keinen echten Wettbewerb, keine Institution, keinen Nachweis. Wer abstimmt, hilft niemandem. Wer seine Handynummer eingibt, setzt sich einem Risiko aus. Und wer solche Nachrichten weiterleitet, wird ungewollt Teil des Problems.

Unser Appell: Nicht klicken, nicht glauben, nicht weiterschicken

Diese Art von Kettenbrief ist kein harmloser Scherz. Sie ist Teil eines Systems, das auf Vertrauen und Unwissenheit setzt. Wer solche Nachrichten erhält, sollte nicht weiterleiten, sondern innehalten und prüfen. Fragen Sie die Person, die Ihnen die Nachricht geschickt hat: „Bist du sicher, dass das echt ist?“

Oft genügt ein kurzer Faktencheck oder ein Blick auf die Webseite, um den Schwindel zu erkennen. Es gibt keinen echten Wettbewerb. Kein Kind bekommt durch Ihre Stimme ein Stipendium. Aber Ihre Daten könnten in falsche Hände geraten. Ihre Klicks könnten eine dubiose Seite mit Werbeeinnahmen versorgen. Lassen Sie sich nicht täuschen.

Helfen Sie, indem Sie nicht mitspielen. Je weniger solche Nachrichten verbreitet werden, desto schwerer wird es für die Täter, ihre Methode weiterzuführen. Teilen Sie diese Warnung. Klären Sie andere auf. Bleiben Sie kritisch.

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