Apps zu testen und dafür bis zu 1000 Euro im Monat zu verdienen – das klingt für viele Jobsuchende sehr interessant. Doch die Sicherheitsbehörden warnen: Diese Angebote sind häufig kriminell. Sie dienen dazu, persönliche Daten zu stehlen und sie für kriminelle Zwecke einzusetzen. Das Bundeskriminalamt (BKA), das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) und das Zollkriminalamt (ZKA) haben dies bei ihrer gemeinsamen Bekämpfung des Online-Drogenhandels einmal mehr festgestellt und heute einen gemeinsamen Warnhinweis veröffentlicht.
Die „Testkonten“ sind echte Konten!
Jobsuchende, die auf solche Stellenanzeigen reagieren, werden von Kriminellen als vermeintliche Testpersonen angeworben. Den Opfern wird suggeriert, sie würden Apps verschiedener Online-Banken testen.
Im Zuge dessen werden sie dazu verleitet, bei verschiedenen Banken Online-Girokonten zu eröffnen. Die Konten sind jedoch – anders als es die Täter die Opfer glauben machen – keine Testkonten, sondern echte Bankverbindungen.
Konten werden zu illegalen Zwecken genutzt!
Die Opfer erhalten entweder von den Tätern E-Mail-Adressen und Passwörter zum Eröffnen der Konten oder werden aufgefordert, die Zugangsdaten nach der Eröffnung der Konten zu „Analysezwecken“ zu übermitteln. Im nächsten Schritt ändern die Täter die Passwörter, sodass sie selbst den vollen Zugang zu den Konten erhalten.
Die Täter nutzen diese zum Beispiel als Einzahlungskonten für Bestellungen im Online-Drogenhandel. So können sie die Herkunft von illegal erlangten Geldern verschleiern und sind für die Polizei nicht zu ermitteln. Denn deren Spur führt nur zu den regulären Kontoinhaberinnen und -inhabern – und damit zu denjenigen, die sich als vermeintliche App-Tester zur Verfügung gestellt haben.
Die Sicherheitsbehörden warnen:
Personen, die solche Angebote, beispielsweise zu finden als Zeitungsannoncen, aber auch online, für eine Tätigkeit als App-Tester oder App-Testerin annehmen, riskieren, dass ihre persönlichen Daten im Internet veröffentlicht und für zum Teil erhebliche Straftaten im In- und Ausland missbraucht werden! Zudem können sie selbst als Kontoinhaberinnen und -inhaber in den Fokus von polizeilichen Ermittlungen geraten, etwa wegen des Vorwurfs von Geldwäsche.
Die Polizei rät:
- Achten Sie auf die Seriosität der Firma, die Nebentätigkeiten anbietet, damit Sie nicht Gefahr laufen, sich bei illegalen Tätigkeiten strafbar zu machen. Unseriöse Angebote erkennen Sie daran, dass die Kontaktaufnahme über Messenger-Dienste erfolgt oder auffällige Rechtschreib- und Grammatikfehler in der Anzeige enthalten sind. Auch überdurchschnittlich hohe Verdienste für einfache Tätigkeiten sollten ein Warnzeichen sein.
- Geben Sie grundsätzlich nie sensible Daten wie Ausweispapiere, Kontodaten oder andere persönliche Daten im Internet preis, wenn die seriöse Nutzung dieser Daten nicht verifiziert werden kann.
- Wenn Sie Opfer einer solchen betrügerischen Masche geworden sind, wenden Sie sich bitte direkt an Ihre örtliche Polizeidienststelle.
Artikelbild: Pexels
Quelle: Bundeskriminalamt
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