Die Behauptung
Der „Black Friday“ sei entstanden, weil am Tag nach Thanksgiving versklavte Menschen in den USA vergünstigt verkauft worden seien.
Aufgestellt von: Soziale Medien
Falsch
Es existieren keine historischen Dokumente, Hinweise oder Forschungsergebnisse, die einen Zusammenhang zwischen dem Begriff „Black Friday“ und Sklavenhandel belegen.
Analyse – Die Fakten dahinter
Der moderne „Black Friday“ kennzeichnet in den USA seit Jahrzehnten den Beginn des Weihnachtsgeschäfts. Er findet stets am Freitag nach Thanksgiving statt und wurde vom Einzelhandel als Aktionstag ausgebaut.
Die kursierende Behauptung knüpft an den historischen Kontext der Sklaverei an, jedoch ohne Grundlage. In den USA wurde Sklaverei im Dezember 1865 durch den 13. Verfassungszusatz endgültig abgeschafft. Wäre der Begriff „Black Friday“ tatsächlich im Zusammenhang mit rabattiertem Sklavenhandel entstanden, müssten zeitgenössische Quellen dazu existieren. Es gibt jedoch keinerlei Nachweise in Archiven, Zeitungen oder Handelsdokumenten.
Wirtschaftshistorische Untersuchungen, darunter die Arbeiten von Samuel H. Williamson (University of Miami) zur Preisentwicklung von Sklaven seit 1801, zeigen zwar ökonomische Muster dieser Zeit, jedoch keine saisonalen Preisnachlässe nach Thanksgiving.
Die belegbare Sprachgeschichte des Begriffs setzt deutlich später ein:
- 1951 taucht „Black Friday“ in der Zeitschrift „Factory Management and Maintenance“ erstmals im Zusammenhang mit hohen Krankmeldungen nach dem Feiertag auf.
- 1957 wird der Ausdruck erneut als Bezeichnung für schwierige Arbeitstage nach freien Donnerstagen beschrieben.
- Ab 1961 nutzte die Polizei von Philadelphia die Bezeichnung wegen massiver Verkehrsüberlastung am Tag nach Thanksgiving.
Erst danach verbreitete sich der Begriff im Handel und erhielt seine heutige Bedeutung als Rabatt- und Aktionstag. Eine Verbindung zur Sklaverei existiert in keiner dieser Quellen.
Wirkung & Mechanismus
Die Behauptung wirkt, weil sie zwei bekannte Elemente – Sklaverei in den USA und die kommerzielle Wucht des Black Friday – miteinander verknüpft. Der vermeintliche historische Bezug verleiht moralische Schwere und erzeugt Empörung.
In sozialen Netzwerken verstärken einfache, bildhafte Erzählungen oft den Eindruck von „verdeckten Wahrheiten“, auch wenn historische Belege fehlen.
Fazit
Die verfügbare Quellenlage widerspricht der Behauptung eindeutig: Der Begriff „Black Friday“ entstand erst im 20. Jahrhundert und hat keinen Bezug zum Sklavenhandel.
Faktenbarometer
❌ Falsch
Für einen Zusammenhang zwischen „Black Friday“ und Sklaverei existieren keine historischen Belege; die belegte Begriffsgeschichte beginnt erst im 20. Jahrhundert.
Quellen:
Der „Black Friday“ hat nichts mit Sklaverei zu tun | DPA
Schwarzer Freitag | Bundeszentrale für politische Bildung
Lesen Sie auch: Kein Fund in der Ukraine: Die französischen Kronjuwelen bleiben verschwunden
Kostenlos · der tägliche Mimikama-Newsletter
Fakten statt Aufregung. Direkt in dein Postfach.
Die wichtigsten Faktenchecks und Meldungen des Vortags – jeden Morgen kostenlos und unabhängig vom Social-Media-Algorithmus.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
