Magdeburg: Die erfundene Geschichte um 3.000 AfD-Briefwahlzettel

Ein angeblicher Fund von 3.000 Briefwahlzetteln mit AfD-Kreuzen in der Elbe sorgt im Netz für Aufregung – doch die Geschichte ist frei erfunden und wurde nun auch richtiggestellt.

Die Behauptung

In Magdeburg seien 3.000 Briefwahlzettel mit AfD-Kreuzen in der Elbe gefunden worden. Ein Sicherheitsdienst aus Dresden habe die Stimmzettel entdeckt und werde sie einem Landratsamt übergeben.

Faktencheck: Falsch

Die Behauptung ist falsch. Weder Polizei noch Wahlbehörden haben Kenntnis von einem solchen Fund. Zudem enthält die Geschichte Widersprüche – beispielsweise existiert in Dresden gar kein Landratsamt. Die Urheberin des Facebook-Posts hat die Meldung inzwischen selbst als Fake zurückgezogen.

Kurze Faktenübersicht:

  • Kein Fund bestätigt: Polizei Magdeburg und Wasserschutzpolizei haben keine Kenntnis von einem solchen Vorfall.

  • Behörden dementieren: Die Landeswahlleitungen in Sachsen-Anhalt und Sachsen erklären, dass es keine Hinweise auf den angeblichen Stimmzettelfund gibt.

  • Widersprüchliche Angaben: Die Behauptung über die Übergabe an ein „Landratsamt in Dresden“ ist unsinnig – in Dresden gibt es kein Landratsamt.

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Angeblicher Wahlbetrug mit AfD-Briefwahlzettel

Die Behauptung wurde zunächst in einer öffentlichen Facebook-Gruppe gepostet. Dort hieß es, ein Dresdner Sicherheitsdienst habe „über 3.000 Briefwahlzettel mit AfD-Kreuzen“ an der Elbe gefunden. Haufenweise Stimmzettel seien bereits im Wasser getrieben. Am nächsten Tag sollten die angeblichen Zettel dem Landratsamt in Dresden übergeben werden.

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook / hier archiviert

Der Beitrag wurde rasch verbreitet – zahlreiche Nutzer kommentierten empört über angeblichen Wahlbetrug. Doch schon kurze Zeit später wurde der Post gelöscht. Die Autorin veröffentlichte eine Korrektur und räumte ein, dass die Geschichte nicht verifiziert sei. Sie bezeichnete den Vorfall schließlich selbst als Fake und bat darum, die Screenshots nicht weiterzuverbreiten.

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook / hier archiviert

Kein Nachweis für den angeblichen Fund

Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gibt es keine Hinweise darauf, dass jemals Stimmzettel an der Elbe gefunden wurden.

  • Polizei Magdeburg: Keine Informationen über einen solchen Fund.
  • Wasserschutzpolizei: Ebenfalls keine Kenntnis über treibende oder entsorgte Wahlzettel.
  • Landeswahlleitung Sachsen-Anhalt: Kein plausibler Hinweis auf einen Wahlbetrug dieser Art.
  • Landeswahlleitung Sachsen: Keine Information über eine Übergabe an ein Landratsamt – ein solches existiert in Dresden ohnehin nicht.

Widersprüche in der Geschichte

Neben der fehlenden Bestätigung durch offizielle Stellen weist die Behauptung inhaltliche Ungereimtheiten auf:

  1. Stimmzettel verraten nicht ihre Herkunft
    Es ist nicht ersichtlich, ob Wahlzettel aus der Briefwahl oder aus einem Wahllokal stammen. Doch in der Falschmeldung wird explizit von „Briefwahlzetteln“ gesprochen.
  2. Kein Landratsamt in Dresden
    Die angeblichen Stimmzettel sollten einem „Landratsamt in Dresden“ übergeben werden. Doch Dresden hat kein Landratsamt – das gibt es nur in Landkreisen, nicht in kreisfreien Städten wie Dresden.
  3. Keine offizielle Meldung
    Weder auf den Webseiten der Stadt Magdeburg noch auf denen von Dresden findet sich ein Hinweis auf den angeblichen Wahlbetrug. Auch in offiziellen Berichten zur Bundestagswahl gibt es keine Hinweise auf einen solchen Vorfall.

Fazit

Die Behauptung, 3.000 AfD-Wahlzettel seien in Magdeburg in der Elbe gefunden worden, ist eine gezielt verbreitete Falschmeldung. Behörden und Polizei wissen nichts von einem solchen Fund. Zudem weist die Geschichte gravierende Widersprüche auf.

Der ursprüngliche Facebook-Post wurde gelöscht, und die Autorin hat inzwischen selbst eingeräumt, dass die Meldung nicht der Wahrheit entspricht.

Quelle: DPA

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