47 Organisationen, darunter Terre des Hommes und Germanwatch, legen ihre X-Accounts aus Protest gegen die Verbreitung von Hass und Hetze still. Diese Aktion soll ein Zeichen für demokratische und respektvolle Debattenkultur setzen. Mit der sogenannten „eXit-Woche“ und dem Hashtag #ByeByeElon wollen sie ihre 180.000 Follower über die alarmierenden Zustände auf der Plattform aufklären und ihre Aktivitäten auf dem von Elon Musk umbenannten Twitter einstellen.

Die Protestaktion „ByeByeElon“ im Detail

Die beteiligten Organisationen kommen aus verschiedenen Bereichen: Umwelt, Gesundheit, Landwirtschaft, Menschenrechte und Soziales. Gemeinsam wollen sie eine Woche lang auf das Thema Hatespeech aufmerksam machen, bevor sie ihre Aktivitäten auf X komplett einstellen. Terre des Hommes, Germanwatch, die Kindernothilfe und viele andere haben sich am internationalen Tag für die Bekämpfung von Hetze der Vereinten Nationen zusammengefunden, um auf die alarmierenden Entwicklungen auf der Plattform hinzuweisen.

Warum stilllegen und nicht löschen?

Die Organisationen wollen ihre Konten bewusst nicht löschen, um zu verhindern, dass ihre Profile von anderen gekapert werden. Einige haben ihre X-Accounts bereits in den letzten Monaten stillgelegt oder ihre Aktivität stark reduziert. Eine Rückkehr auf die Plattform ist nur denkbar, wenn die Moderationspraxis und Debattenkultur sich wieder an demokratischen Regeln orientieren.

Musk und die Eskalation der Hetze

Seit der Übernahme von Twitter durch Elon Musk im Oktober 2022 hat sich die Situation auf der Plattform dramatisch verschlechtert. Gewaltvolle, diskriminierende und desinformierende Inhalte haben stark zugenommen. Musk sieht Moderation als Zensur und hat diese drastisch reduziert. Gesperrte extremistische Konten wurden wieder aktiviert, und nun sind Hass, Hetze, Aufrufe zu Gewalt und Desinformation Alltag auf X. Extremismus und Demokratiefeindlichkeit dominieren die Debatten, während der Betreiber die Verrohung der Plattform ignoriert.

Lesen Sie auch >   Warnung: EM-Bälle für 1,99 Euro auf Facebook führen in Abo-Falle

Die Initiative #ByeByeElon verweist auf eine Umfrage von Februar dieses Jahres, in der viele Befragte angaben, Hass im Netz wahrgenommen oder selbst erlebt zu haben. Eine Studie Anfang 2023 zeigte, dass Hasstiraden in Tweets oft realen Übergriffen vorausgehen oder folgen.

Hintergrund: Der internationale Tag für die Bekämpfung von Hetze

Der Aktionstag geht auf einen UN-Aktionsplan zur Bekämpfung von Hetze zurück, der 2019 vorgestellt wurde. UN-Generalsekretär António Guterres betonte kürzlich, dass Hassparolen oft Vorboten von Diskriminierung, Missbrauch, Gewalt und sogar Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind. Diese Muster zeigte sich in der Geschichte immer wieder, sei es im nationalsozialistischen Deutschland, in Ruanda oder in Bosnien.

Häufig gestellte Fragen

Warum protestieren die Organisationen gerade jetzt gegen X?
Die Organisationen haben sich am internationalen Tag für die Bekämpfung von Hetze zusammengetan, um ein starkes Signal gegen die Eskalation von Hass und Gewalt auf der Plattform X zu setzen. Seit der Übernahme durch Elon Musk hat sich die Moderationspraxis dramatisch verschlechtert, was zu einer Zunahme extremistischer Inhalte geführt hat. Dieser Tag bietet die perfekte Gelegenheit, um auf diese alarmierende Entwicklung aufmerksam zu machen und gemeinsam ein Zeichen für eine respektvolle und demokratische Debattenkultur zu setzen.

Was hoffen die Organisationen mit ihrer Aktion zu erreichen?
Die Organisationen wollen ein starkes Signal senden, dass Hass und Hetze auf sozialen Plattformen nicht toleriert werden dürfen. Durch das Stilllegen ihrer Accounts hoffen sie, den Druck auf X zu erhöhen, die Moderationspraxis zu überdenken und wieder an demokratischen Regeln auszurichten. Sie möchten ihre Follower und die breite Öffentlichkeit sensibilisieren und zeigen, dass aktives Handeln gegen die Verbreitung von Hass im Netz notwendig ist.

Lesen Sie auch >   Alice Weidels Äußerungen zur Pendlerpauschale: Veraltete Informationen werden als neu verkauft

Welche konkreten Forderungen stellen die Organisationen an Elon Musk und X?
Die Organisationen fordern eine Rückkehr zu einer strengen Moderationspraxis, die extremistische und hasserfüllte Inhalte konsequent entfernt. Sie verlangen, dass Konten, die aufgrund von Hatespeech und Gewaltaufrufen gesperrt wurden, nicht wieder aktiviert werden. Zudem soll die Plattform transparenter in ihrer Moderationspolitik werden und sich klar zu demokratischen und respektvollen Debattenregeln bekennen.

Wie haben sich die Bedingungen auf X seit der Übernahme durch Elon Musk verändert?
Seit der Übernahme durch Elon Musk hat sich die Plattform X zu einem Hotspot für extremistische, gewaltvolle und desinformierende Inhalte entwickelt. Musk hat Moderation als Zensur abgetan und deutlich zurückgefahren, was zur Wiederaktivierung gesperrter Konten und einer Zunahme hasserfüllter Inhalte geführt hat. Die Debattenkultur ist verroht, und extremistische Ansichten dominieren die Plattform, während demokratische Werte immer weiter in den Hintergrund rücken.

Welche langfristigen Auswirkungen könnte die Aktion der 47 Organisationen haben?
Langfristig könnte die Aktion der 47 Organisationen ein Umdenken bei X und anderen sozialen Plattformen bewirken. Wenn genügend Druck aufgebaut wird, könnten strenge Moderationsrichtlinien und eine respektvolle Debattenkultur wieder eingeführt werden. Die Aktion könnte auch andere Organisationen und Individuen ermutigen, sich gegen Hatespeech und Gewalt im Netz zu positionieren und aktiv zu handeln.

Fazit

Die Aktion der 47 Organisationen gegen die Verbreitung von Hass und Hetze auf X ist ein starkes und notwendiges Zeichen. Sie verdeutlicht die dringende Notwendigkeit, die Moderationspraxis auf sozialen Plattformen zu überdenken und demokratische, respektvolle Debattenkultur zu fördern. Hassparolen sind gefährlich und können reale Gewalt nach sich ziehen. Daher ist es unerlässlich, dass wir alle aktiv gegen Hatespeech vorgehen und uns für eine friedlichere und gerechtere Online-Welt einsetzen.

Lesen Sie auch >   Kein Zusammenhang zwischen Wahlergebnis und Müllcontainerbrand in Bobigny

Dem Bündnis „eXit“ gehören an: ANU Hessen e.V., Ärzte der WeltAWO InternationalB.A.U.M. – Netzwerk für nachhaltiges WirtschaftenBergwaldprojekt e.V.Bioland e.V.Bits & BäumeBundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)Changing Cities e.V.Centre for Planetary Health PolicyDas Hunger Projekt e.V.Demeter e.V.Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG)Deutscher NachhaltigkeitskodexDeutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)Difäm WeltweitDon Bosco Mondo e.V.EIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V.Engineers for FutureEntwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V.EuroNatur StiftungEWS Elektrizitätswerke SchönauFairtrade Deutschland e.V., Farmers for FutureFIAN Deutschland e.V.Gemeinschaftswerk NachhaltigkeitGerman Doctors e.V.Germanwatch e.V.Green Planet EnergyGreifswald Moor CentrumHelp – Hilfe zur SelbsthilfeIJM Deutschland e.V.Kindernothilfe e.V.Klimadelegation e.V.LAG 21 NRWNaturland e.V.naturstromOroVerde – Die TropenwaldstiftungPlant-for-the-Planet FoundationRat für Nachhaltige EntwicklungRENN-NetzwerkRomero Initiative (CIR)terre des hommes Deutschlandurgewald e.V.Weltfriedensdienst e.V.


Passend zum Thema:

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)