Sturm auf das Capitol: Taserte sich ein Mann selbst? (Faktencheck)

Faktencheck zu den Gerüchten um einen Mann, der sich beim Sturm auf das Capitol selbst taserte und starb. Mimikama klärt auf und liefert die Wahrheit

📖Woran erkennt man Fake News zuverlässig? Antworten finden Sie im Leitfaden Fake News erkennen.

In sozialen Medien kursieren mehrere Beiträge mit der Behauptung, beim Sturm auf das Capitol taserte sich ein Mann aus Versehen selbst und starb dadurch an einem Herzinfarkt.
Doch die Behauptung ist anscheinend unwahr.

Bei dem Sturm auf das Capitol am 6. Januar starben mehrere Menschen, wobei über einen der Toten, der namentlich bekannt wurde, nun gelacht wird: Angeblich habe er sich mit einem Taser in seiner Hose aus Versehen selbst mehrfach getasert, bis er an einem Herzinfarkt starb.

Jene Behauptung verbreitete sich auf Twitter, wobei der Nutzer aber selbst sagt, dass er keine Beweise dafür habe:

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Dies soll geschehen sein, als der Mann versuchte, eines der Gemälde im Capitol zu stehlen.

Wer soll der Mann gewesen sein?

Einer der Toten wurde namentlich bekannt: Kevin Greeson aus Athens, Alabama, der tatsächlich während der gewalttätigen Ausschreitungen an einem Herzinfarkt starb, wie berichtet wurde (siehe HIER).

Greeson veröffentlichte auf der Plattform Parler bereits mehrere Fotos und Beiträge, in denen er zur Gewalt aufrief. Eines der Fotos wurde dann ebenfalls auf Twitter verbreitet: Er soll der Mann gewesen sein, der sich selbst taserte und an einem Herzinfarkt starb.

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Eine falsche Trauerbekundung der Familie

Die Behauptung nahm noch mal Fahrt auf, als in sozialen Netzwerken eine angebliche Trauerbekundung der Familie als Sharepic geteilt wurde, die bestätigen soll, dass Greeson sich die Testikel taserte und deshalb an einem Herzinfarkt starb.

Allerdings ist die Trauerbekundung gefälscht!

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Falsche Trauerbekundung
Falsche Trauerbekundung

Die Witwe widerspricht der Behauptung

Sowohl die New York Times (siehe HIER) als auch Snopes (siehe HIER) sprachen mit Kristi Greeson, der Witwe des Verstorbenen.

So nahm Kevin Greeson zwar an den Ausschreitungen teil, gelangte jedoch gar nicht ins Capitol. Er telefonierte mit seiner Frau und erzählte ihr, dass er in einem sicheren Bereich wäre und gerade sehe, wie Absperrungen weggeschoben wurden.

Er hörte einfach auf zu reden, und ich konnte all die Leute hören. Da hatte er den Herzinfarkt“, sagte Greeson am Telefon zu Snopes. „Er war auf der Stelle tot.

Laut seiner Witwe hatte ihr Mann zudem weder eine Waffe noch einen Taser bei sich, nur einen Fahnenmast. Die Behauptung, er habe sich „die Eier getasert“, während er versuchte, ein Gemälde zu stehlen, könnte „nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein“.

Ein Reporter der New York Times konnte die Aussagen der Witwe bestätigen (siehe HIER). Er sah, wie Rettungskräfte zu Greeson eilten und ihn versuchten wiederzubeleben. Laut seiner Witwe hatte Greeson chronisch hohen Blutdruck, sie war darüber besorgt, dass er auch nach Washington fuhr.

Fazit

Die Behauptung, dass Kevin Greeson sich aus Versehen selbst taserte, als er ein Gemälde stehlen wollte, und deshalb an einem Herzinfarkt starb, kann nicht bestätigt werden.

Sowohl seine Frau als auch ein Reporter der New York Times bestätigen, dass er sich nicht im Capitol befand, sondern draußen einen Herzinfarkt erlitt, während er mit seiner Frau telefonierte.

Quellen: New York Times, Snopes, Lead Stories

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