Wo kaufst du ein? Welche Freunde sind in deiner Nähe? Welche Orte hast du besucht? Facebook weiß es! Wie du das verhinderst, steht hier.

Mit der Facebook-App kannst du zu jedem Beitrag angeben, wo du dich befindest. Das kann toll sein, um eben diese Info mitzuteilen. Damit das möglich ist, muss die App auf die Standort-Erfassung deines Handys zugreifen. Wenn du das erlaubst, erfährt Facebook aber noch jede Menge anderer Dinge und kann sie entsprechend nutzen. Zwei Beispiele:

Wo kaufst du ein?

Dass Facebook erkennt, auf welchen Internetseiten du dich rumtreibst und shoppst, dürfte kein Geheimnis mehr sein. Aber die App kann auch feststellen, in welchem Geschäft du „offline“ einkaufen gehst. Firmen, die auf Facebook Anzeigen schalten, können darin den Standort ihres Ladens angeben und anhand der Standorterfassung deines Handys auswerten, wie viele Kunden nach dem Ansehen der Werbung in ihren Laden gekommen sind.

Welcher deiner Freunde ist in der Nähe?

Mit „Freunde in der Nähe“ kann die Facebook-App dir zeigen, welche deiner Freunde nicht weit weg von dir sind. Die Funktion musst du aber erst in den App-Einstellungen aktivieren. Hast du das gemacht, kannst du „Freunde in der Nähe“ auch jederzeit wieder abschalten. Doch Achtung: Hast du einmal die Funktion genutzt, zeichnet Facebook deinen Standort permanent auf, auch wenn die App aus ist, heißt es von Facebook in einer Erklärung des Standort-Verlaufs. Deine Aufenthaltsorte werden zwar nicht mehr an die Freunde geschickt, aber in deinem Aktivitätenprotokoll festgehalten. Und Facebook kann sie auswerten. Eine ähnliche Funktion gibt es neuerdings auch bei Snapchat.

Zugriff auf Standort sperren, Standortverlauf deaktivieren

In den Einstellungen deines Smartphones kannst du der Facebook-App den Zugriff auf den Standort bzw. den Ortungsdienst verbieten (meistens im Menüpunkt „Datenschutz“). Das funktioniert bei iOS, Windows und Android ab Version 6 (Marshmallow). Bei älteren Android-Versionen kannst du zum Schutz leider nur den Standort-Dienst generell deaktivieren. Probleme bekommen dann natürlich auch andere Apps wie Wetter, Navi oder Sicherheits-Apps, die dir die Möglichkeit bieten, dein Smartphone bei Verlust zu orten. Unser Tipp: Verzichte auf die Facebook-App und nutze das Netzwerk über eine Browser-App (m.facebook.com).

Auch Facebook selbst bietet dir die Möglichkeit, die Erkennung von Orten zu sperren. Dazu öffnest du die Einstellungen der App (drei waagerechte Striche oben rechts bei Android, unten rechts bei iOS) und scrollst runter zu den Kontoeinstellungen. Nachdem du die geöffnet hast, tippst du auf Ort (in älteren Versionen heißt es Standort) und deaktivierst den Standortverlauf. Das heißt dann aber nur, dass das Netzwerk nicht permanent deinen Standort erfasst und in dein Aktivitätenprotokoll einträgt. Zu anderen Zwecken erfasst die App deinen Standort weiterhin, z.B. „damit du Orte in der Nähe finden kannst“, heißt es in einer Erklärung. Wenn du dich also richtig schützen willst, ist diese Einstellung relativ sinnlos.

Verwirrung um „Personen, die du vielleicht kennst“

Ein Beitrag des Online-Magazins Fusion im Juni 2016 ließ zunächst die Vermutung aufkommen, dass Facebook die Standorterfassung auch dazu nutze, unter „Personen, die du vielleicht kennst“ neue Freunde vorzuschlagen. Die Autorin des Artikels berichtet von einem Mann, der in einer Selbsthilfegruppe war und am Tag darauf einen anderen Teilnehmer der Gruppe als Freund vorgeschlagen bekam. Normalerweise ist man in solchen Gruppen anonym. Doch weil Facebook von seinen Nutzern ja den Klarnamen verlangt, wäre die Anonymität schlagartig dahin.

Einige Kriterien, nach denen Fremde als neue Freunde vorgeschlagen werden, listet Facebook im Hilfebereich auf: Gemeinsame Freunde, übereinstimmende Ausbildungs- und Berufsinformationen, gemeinsam genutzte Netzwerke, importierte Kontakte und viele andere Faktoren. Der Standort sei aber kein Faktor, erklärt eine Facebook-Sprecherin gegenüber checked4you: „Wir nutzen keine Standortdaten, wie etwa den Ort des Mobiltelefons oder Ortsangaben, welche Nutzer zu ihrem Profil hinzufügen, um ‚Personen, die du vielleicht kennst‘ vorzuschlagen.“

Egal, ob man dieser Aussage nun glaubt oder nicht: Schon die Möglichkeit, den Standort für solche Zwecke zu nutzen, sollte ausreichen, um der App die Standorterfassung zu verbieten.

Artikel © by (hamo), Checked4you.de
Artikel Vorschaubild: Cris Tina / Shutterstock.com

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