Oversight Board verlangt Entfernung eines Deepfakes über schottische Politikerin

Ein mutmaßlich KI-erstelltes Video, das einer schottischen Politikerin falsche, hetzerische Aussagen zu Geflüchteten zuschreibt, muss laut Oversight Board von Facebook entfernt werden.

KURZMELDUNG · GROSSBRITANNIEN

Das Oversight Board hob Metas frühere Entscheidung auf und forderte die Löschung eines KI‑manipulierten Videos, das einer schottischen Kommunalpolitikerin falsche Aussagen zuschreibt. Meta hatte das Video zuerst ohne Kennzeichnung online gelassen und Meldungen nicht priorisiert.

Was passiert ist: Auf Facebook erschien im November 2025 ein mutmaßlich mit KI (künstliche Intelligenz) erzeugtes Video, das eine schottische Labour‑Kommunalpolitikerin angeblich mit der Aussage zeigt, Geflüchtete seien selbst dann willkommen, wenn sie Frauen vergewaltigten. Die Politikerin hat diese Worte nicht gesagt. Zwei Personen, darunter die Betroffene, meldeten das Video, doch Metas Systeme priorisierten weder die Meldungen noch die anschließenden Einsprüche für eine menschliche Prüfung.

Die Entscheidung des Oversight Board: Das Gremium hob Metas Entscheidung auf und verlangte die Entfernung des Beitrags. Nach Auffassung der Mehrheit verstößt das Video gegen Metas Regeln zu Hassrede, weil es Geflüchteten als Gruppe schwere Kriminalität und sexuelles Fehlverhalten zuschreibt. Die Mehrheit hielt eine Entfernung allein wegen Falschinformation nicht für zwingend, forderte aber mindestens eine gut sichtbare „High Risk AI“-Kennzeichnung und weitere Maßnahmen.

Neu sind sechs Empfehlungen: Der Schwellenwert für Hochrisiko‑Kennzeichnungen soll gesenkt werden, vorgeschaltete Warnbildschirme sollen die Verbreitung bremsen, entsprechend gekennzeichnete Inhalte sollen demonetarisiert oder aus Empfehlungen entfernt werden und Wiederholungstäter sollen härter sanktioniert werden. Ob und wann Meta diese Vorschläge umsetzt, ist offen.

Reichweite und Bedeutung: Das Album mit dem Video verzeichnete laut Oversight Board mehr als 5.000 Aufrufe, über 50 Kommentare, mehr als 20 Reaktionen und über zehn Teilungen. Der Fall zeigt eine Lücke bei der Moderation lokaler Politiker:innen, die oft weniger Ressourcen haben, sich gegen gefälschte Inhalte zu wehren.

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