Die magische Zahl 270: Was bei der US-Wahl wirklich zählt

So wählen die USA ihren Präsidenten – und warum „Volkswille“ hier Nebensache ist

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Die Bedeutung der „magischen Zahl“ 270!

Alle vier Jahre schaut die Welt gebannt auf die USA und das Spektakel der Präsidentschaftswahlen. Aber wie genau läuft das da eigentlich? Anders als in den meisten Ländern geht es bei der Wahl des US-Präsidenten nämlich nicht um eine schlichte Mehrheit der Stimmen. Nein, der eigentliche Boss im Ring ist das sogenannte Wahlkollegium. Also, was steckt dahinter – und was bedeutet diese „magische Zahl“ von 270?


In fast allen US-Bundesstaaten gilt das Prinzip „der Gewinner bekommt alles“: Wer die meisten Stimmen im Staat erhält, gewinnt sämtliche Wahlleute dieses Bundesstaates. Daher zählt letztlich nicht die Mehrheit der Stimmen der Bevölkerung („popular vote“), sondern die Mehrheit der 538 Wahlleute („electoral vote“) im Wahlkollegium. Ein Kandidat muss dafür mindestens 270 Wahlleute-Stimmen erreichen, um Präsident zu werden und ins Weiße Haus einzuziehen.


1. Das Wahlkollegium – Die USA lieben es indirekt

Ja, richtig gehört: Die Amerikaner wählen ihren Präsidenten nicht direkt. Der „popular vote“, also die Mehrheit der Stimmen, ist am Ende herzlich egal. Stattdessen entscheiden am Wahltag die Wähler über die Zusammensetzung des sogenannten Wahlkollegiums (Electoral College). Jedes Bundesland (Bundesstaat) stellt dabei eine bestimmte Anzahl an Wahlleuten – die genaue Anzahl richtet sich nach der Einwohnerzahl. Für kleine Staaten wie Delaware gibt es nur drei Wahlleute, während bevölkerungsreiche Staaten wie Kalifornien mit 55 Wahlleuten aufwarten.

2. Das „Winner takes it all“-Prinzip – Fair? Na ja.

Ein fast schon absurd anmutendes Detail: In fast allen Staaten gilt das Prinzip „the winner takes it all“. Das bedeutet, der Kandidat oder die Kandidatin, die die meisten Stimmen in einem Bundesstaat gewinnt, bekommt ALLE Wahlleute dieses Bundesstaates. Also stellt euch vor, ein Kandidat gewinnt in einem Staat mit 51 Prozent – er kassiert trotzdem 100 Prozent der Wahlleute. Völlig egal, dass 49 Prozent im selben Staat jemand anderes wollten. Klingt fair? Nicht wirklich, aber genau so läuft es in den meisten Bundesstaaten der USA. Das Ergebnis? Kandidaten konzentrieren sich nur auf „Schlüsselstaaten“, sogenannte Swing States, weil nur die wirklich entscheidend sind.

3. Die magische Zahl: 270

Jetzt kommen wir zu dieser magischen Zahl: 270. Von den insgesamt 538 Wahlleuten im Electoral College braucht ein Kandidat nämlich mindestens 270, um Präsident zu werden. Und das ist nicht etwa die Hälfte der Stimmen des amerikanischen Volks. Es ist nur die Hälfte der Wahlleute, die ja indirekt und oft durch das Winner-takes-it-all-Prinzip bestimmt wurden. Und wie sieht das in der Praxis aus? Genau: Theoretisch kann ein Kandidat das Rennen machen, ohne die Mehrheit der Stimmen des Volks hinter sich zu haben. Genau das passierte 2016: Trump verlor die Mehrheit der Stimmen, gewann aber durch das Electoral College.

4. Warum das Electoral College bleibt, obwohl es unfair wirkt

Warum also bleibt dieses System, obwohl es offensichtlich oft nicht das Ergebnis bringt, das die meisten Bürger tatsächlich wollen? Der Grund liegt tief in der Geschichte der USA. Das Electoral College war ursprünglich ein Kompromiss, um sowohl die Interessen der kleinen als auch der großen Staaten zu schützen. Eine Reform ist politisch schwierig, denn dafür bräuchte es eine Verfassungsänderung. Und die ist, wenig überraschend, in den tief gespaltenen USA quasi utopisch.

Fazit: Demokratie sieht anders aus

Am Ende wird der US-Präsident also nicht wirklich vom Volk gewählt. Das Electoral College – ein kompliziertes, historisch bedingtes und oft widersprüchliches System – entscheidet. Die „magische Zahl“ 270 ist alles, was zählt, egal, wie viele Amerikaner tatsächlich für jemanden gestimmt haben. Ironisch? Ja. Demokratiefördernd? Wohl eher nicht.

Lesen Sie auch:

Quellen:

National Archives: https://www.archives.gov/electoral-college
USA.gov: https://www.usa.gov/election#item-214382
Pew Research Center: https://www.pewresearch.org

Mit Grüßen aus der Mimikama-Musikredaktion!1!!

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