Wer die Chat-App Discord nutzt, sollte aktuell noch mehr auf der Hut sein als gewöhnlich. Dies gilt insbesondere für besorgte Eltern, die auf die digitalen Geräte ihrer Kinder Acht geben. Seit Bekanntwerden des Datenlecks in der letzten Woche häufen sich die Berichte über Phishing-E-Mails und Missbrauch der gekaperten Konteninformationen. Wie Sprösslinge den beliebten Online-Dienst sicherer nutzen können, verrät Sicherheitsexpertin Ildikó Bruhns von Saferkidsonline.

Nicht nur Datenschutz ist bei Discord ausbaufähig

Ursprünglich kommt das Tool aus der Gamer-Szene. Die Idee dahinter war, dass Nutzer miteinander spielen und gleichzeitig kommunizieren können. Angesichts seiner verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten wie Musik hören, Bildschirm teilen, sich mit Plattformen wie Twitch, Mixer, Steam oder Spotify zu verbinden und dank einer gefühlt sicheren Privatsphäre ist Discord besonders unter Jugendlichen zum Selbstläufer geworden. Hinzu kommt, dass das Tool als App oder im Browser auf allen digitalen Geräten funktioniert sowie kosten- und werbefrei ist. Dafür „bezahlen“ die Nutzer mit dem Verkauf ihrer Daten an Dritte.

Laut eigenen Angaben zählt das Kommunikationstool mittlerweile mehr als 250 Millionen registrierte Mitglieder. Doch schon seit längerer Zeit gerät es nicht nur in puncto Datenschutz wiederholt in der Kritik. Da Unternehmen wie Server in den USA ansässig sind, werden die Daten der Discord-Nutzer dort verarbeitet und weitergegeben. Die Anforderungen an die in Europa gültige DSGVO werden so in keiner Weise erfüllt.

Hatespeech und Beleidigungen keine Seltenheit

„In dem von Discord veröffentlichten Transparenzbericht von Oktober bis Dezember 2022 zeigte sich, dass unter anderem Hasskommentare und Mobbing keine Einzelfälle sind. Insgesamt wurden mehr als 150.000 Konten innerhalb drei Monaten gesperrt, fast die Hälfte davon explizit wegen solcher Verstöße gegen den Kinderschutz“, erklärt Ildikó Bruhns, Projektleiterin von Saferkidsonline. „Auch unverschlüsselte End-to-End-Nachrichten bilden ein Sicherheitsrisiko. Messages, Bilder, Videos oder andere private Inhalte sind nicht geschützt. Persönliche und vertrauliche Daten sollte der Nachwuchs auf keinen Fall über Discord zu teilen.“

Hinzu kommen Stolperfallen wie unerwünschte Kontaktaufnahmen und nicht-altersgerechte Inhalte, wie sie auch auf anderen Plattformen lauern. Bei Discord ist es allerdings erlaubt, eigens gekennzeichnete pornografische Inhalte mit der Abkürzung NSFW (Not Safe for Work) in Chaträumen zu teilen. Doch Vorsicht, auch wenn das Betreten des Chatrooms an eine Altersabfrage gekoppelt ist, findet keine Überprüfung der Angabe statt.

5 wichtige Tipps für Eltern

  • Richten Sie den Discord-Account gemeinsam mit Ihrem Kind ein und stellen Sie Nutzungsregeln auf, wie sich Ihr Nachwuchs bei Einladungen, Kontaktaufnahmen und Mobbing verhalten soll.
  • Bringen Sie Ihrem Kind bei, dass die Weitergabe von persönlichen Daten ein No-Go ist. In den Privatsphäre-Einstellungen lässt sich die Weitergabe der Daten weiter einschränken.
  • Erstellen Sie gemeinsam ein starkes Passwort und und richten Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung ein. Geben Sie das korrekte Geburtsdatum bei der Registrierung an, um Zugang zu NSFW-Inhalten zu blockieren.
  • Über das Menü Privatsphäre und Sicherheit  lassen sich mit Safe Direct Messaging unangemessene Inhalte aus Direktnachrichten aussieben. Auch Direktnachrichten von anderen Nutzern können Sie in der gleichnamigen Option blockieren.
  • Ebenso lässt sich in den Einstellungen die Weitergabe und Verarbeitung von Nutzerdaten festlegen und wer Freundschaftsanfragen schicken kann.

Weitere Tipps und Informationen finden Eltern unter: https://saferkidsonline.eset.com/de/article/nach-dem-hack-so-nutzt-ihr-discord-sicherer

Quelle:

Eset

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