Ständiges Posten, Interaktionen und Kommunikationen prägen unsere digitale Welt. Viele von uns nutzen Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram, um unsere Erlebnisse und Gedanken zu teilen. Diese Offenheit birgt aber auch Risiken. Persönliche Informationen, die in sozialen Medien preisgegeben werden, können von Kriminellen ausgenutzt werden.

Die Vielfalt der Informationen


Nutzer sozialer Medien teilen eine Vielzahl von Informationen: Fotos vom letzten Urlaub, Erlebnisse vom Arbeitstag, Erinnerungen an Familienfeiern und vieles mehr. Oft sind es alltägliche Dinge, die wir mit Freunden und Bekannten teilen möchten. Doch genau diese Informationen können Kriminellen helfen, sich ein Bild von uns zu machen, unsere Gewohnheiten zu verstehen und gezielte Angriffe zu planen.

Wie Betrüger Informationen nutzen: Identitätsdiebstahl


Identitätsdiebstahl ist ein häufiges Beispiel. Angenommen, ein Nutzer postet ein Foto seines neuen Haustiers und gibt dabei den Namen des Tieres an. Dieser Name könnte die Antwort auf eine Sicherheitsfrage für ein Online-Konto sein. Ein Betrüger könnte sich mit dieser Information Zugang zu diesem Konto verschaffen.

In einem anderen Szenario könnte ein Nutzer Informationen über seinen Beruf und seine Ausbildung weitergeben. Mit diesen Informationen könnte ein Betrüger ein gefälschtes Profil erstellen und versuchen, das Vertrauen von Kollegen, Kunden oder Arbeitgebern zu gewinnen. Dies könnte zu finanziellen Verlusten, Rufschädigung und anderen Problemen führen.

Der Enkeltrick und andere Betrugsmethoden


Ein weiteres Beispiel ist der so genannte Enkeltrick, bei dem sich Betrüger am Telefon als Verwandte oder Freunde ausgeben und vorgeben, in einer Notlage zu sein. Sie bitten das Opfer um Geld und versprechen, es so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Das Teilen von Fotos und Details von Familienfeiern oder Ereignissen kann den Betrügern helfen, ihre Geschichte glaubwürdiger zu machen.

Stellen Sie sich vor, ein Nutzer postet Fotos seiner Großmutter und gibt ihren Namen und Wohnort an. Ein Betrüger könnte diese Informationen nutzen, um die Großmutter anzurufen, sich als ihr Enkel auszugeben und um Geld zu bitten. Er könnte Details aus den Social-Media-Posts verwenden, um seine Geschichte glaubwürdig zu machen.

Die Gefahren von Standortinformationen


Viele Nutzer geben auch Informationen über ihren Aufenthaltsort oder ihre Reisepläne weiter. Diese Informationen können von Kriminellen zur Planung von Einbrüchen genutzt werden. Wenn ein Nutzer beispielsweise Fotos von seinem Urlaub am Strand postet und angibt, dass er für zwei Wochen verreist ist, könnte ein Einbrecher diese Information nutzen, um zu wissen, dass das Haus des Nutzers wahrscheinlich leer ist.

Mögliche Szenarien, wenn sie Folgendes posten:


Statusbeiträge mit Informationen zum Tagesgeschehen

Informationen über Ihre täglichen Aktivitäten können Betrügern helfen, Ihre Routinen und Gewohnheiten zu verstehen. Sie können diese Informationen nutzen, um festzustellen, zu welchen Zeiten Sie wahrscheinlich nicht zu Hause sind oder wann Sie wahrscheinlich online oder abgelenkt sind und daher weniger wahrscheinlich verdächtige Aktivitäten bemerken.

Bilder und Videos vom Familienurlaub

Lesen Sie auch >   Roboter sang nicht bei einem Konzert

Solche Bilder könnten einen Betrüger darauf hinweisen, dass Ihr Haus für eine bestimmte Zeit leer sein könnte. Dies könnte das Risiko von Einbrüchen erhöhen. Außerdem könnten Details über Ihre Kinder, wie ihr Aussehen oder ihre Namen, von Betrügern genutzt werden, um das Vertrauen Ihrer Kinder zu gewinnen und sie möglicherweise zu manipulieren.

Bilder und Video von Weihnachten mit der ganzen Familie

Durch solche Fotos und Videos könnten Betrüger nicht nur Informationen über Ihre Familienmitglieder erhalten, sondern auch über Ihr Zuhause (z. B. Aussehen, Aufbewahrungsort von Wertgegenständen usw.). Diese Informationen könnten zur Planung von Einbrüchen, Identitätsdiebstahl oder Betrug verwendet werden.

Statusbeitrag vom letzten Betriebsfest

Diese Beiträge können Details über Ihren Arbeitsplatz und Ihre Kollegen enthalten. Betrüger könnten diese Informationen nutzen, um sich als Sie oder einen Ihrer Kollegen auszugeben und sich so Zugang zu Unternehmensressourcen zu verschaffen oder finanziellen Betrug zu begehen.

Bild von Flugticket in den Urlaub

Ein solches Bild könnte Informationen wie Ihren vollständigen Namen, Ihre Flugdaten und sogar Ihre Buchungsnummer enthalten. Betrüger könnten diese Informationen verwenden, um Ihre Buchung zu ändern, Sie von Ihrem Flug zu entfernen oder sich sogar als Sie auszugeben und einen falschen Pass oder Ausweis zu erstellen.

Statusbeitrag welche Person man bei den kommenden Wahlen wählen wird

Ein solcher Beitrag kann Informationen über Ihre politischen Ansichten und Überzeugungen preisgeben. Dies mag auf den ersten Blick harmlos erscheinen, doch könnten Betrüger diese Informationen nutzen, um Sie zu manipulieren, indem sie gefälschte Nachrichten oder Propaganda verbreiten, die auf Ihre politischen Ansichten zugeschnitten sind.

Bild von Omas Geburtstag und der Familie, wo man alle Familienmitglieder auf Facebook markiert

Dies könnte Betrügern wertvolle Informationen über Ihre Familie liefern, einschließlich ihrer Namen, ihres Aussehens und ihrer Beziehungen untereinander. Dies könnte genutzt werden, um Vertrauen zu erschleichen, Identitäten zu stehlen oder sogar den „Enkeltrick“ oder ähnliche Betrügereien zu begehen.

Foto des Kindes vor der Schule am ersten Schultag

Ein solches Bild könnte den Namen und den Standort der Schule Ihres Kindes verraten und damit seine Sicherheit gefährden. Es könnte auch von Betrügern benutzt werden, um sich das Vertrauen Ihres Kindes zu erschleichen oder um Sie oder Ihre Familie zu erpressen.

Foto von Garten und Haus bei einem Grillfest mit Nachbarn

Solche Bilder könnten Details über Ihr Zuhause und Ihre Nachbarschaft preisgeben, was das Risiko eines Einbruchs erhöhen könnte. Sie könnten auch Betrüger dazu verleiten, Sie oder Ihre Nachbarn für Betrügereien oder Identitätsdiebstahl ins Visier zu nehmen.

Video über den Kauf und die Fahrt mit dem neuen Auto

Dieses Video könnte Details über Ihr Auto (wie Marke, Modell, Kennzeichen und sogar die Fahrzeugidentifikationsnummer) und Ihre finanzielle Situation enthüllen. Dies könnte von Betrügern für Autodiebstahl, Betrug oder Identitätsdiebstahl genutzt werden.

Video von Kindern für TikTok, in dem sie vor ihrer Schule tanzen

Lesen Sie auch >   Influencer und ihre brandgefährliche Fehlinformation über Sonnencreme

Ein solches Video könnte Informationen über den Aufenthaltsort und die Gewohnheiten Ihrer Kinder preisgeben und somit ihre Sicherheit gefährden. Es könnte auch von Betrügern benutzt werden, um sich das Vertrauen Ihrer Kinder zu erschleichen, sie zu manipulieren oder Sie und Ihre Familie zu erpressen.


„Heute ist ein aufregender Tag! Ich freue mich darauf, meinen 70. Geburtstag in meiner Lieblingsstadt Paris zu feiern. Kann es kaum erwarten, morgen meinen Flug zu nehmen und für die nächsten zwei Wochen diese schöne Stadt zu erkunden. PS: Das ist das erste Mal, dass ich mein süßes Kätzchen Whiskers alleine zu Hause lassen muss. Ich hoffe, sie wird mich nicht zu sehr vermissen.“

Dieser Beitrag gibt verschiedene Informationen preis, die ein Betrüger nutzen könnte:

  1. Der Nutzer wird nicht zu Hause sein, was das Risiko eines Einbruchs erhöht.
  2. Der Nutzer hat ein Haustier, was von Betrügern als Druckmittel genutzt werden könnte, um beispielsweise Geld für angebliche Tierarztrechnungen zu verlangen.
  3. Es könnte auch verwendet werden, um den Nutzer mit gefälschten Notfällen oder Betrugsszenarien unter Druck zu setzen, z.B. durch Vortäuschen, dass das Haustier in der Obhut des Betrügers ist und ein Lösegeld für die Rückgabe verlangt wird.
  4. Der genaue Geburtstag und der Ort könnten dazu dienen, persönliche Informationen für Identitätsdiebstahl oder betrügerische Aktivitäten zu ermitteln.

oder

„Unglaublich stolz auf meinen Sohn Tim, der heute seinen ersten Schultag an der YXZ Grundschule hatte! Er liebt schon jetzt seinen Klassenlehrer, Herrn Schmidt. Und ich bin so dankbar, dass wir nur fünf Minuten entfernt wohnen. Ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie er in den nächsten Jahren wächst und lernt!“

Dieser Beitrag offenbart mehrere persönliche Informationen, die von Betrügern ausgenutzt werden könnten:

  1. Der Name des Kindes und der Name seiner Schule werden preisgegeben. Dies kann Betrüger in die Lage versetzen, gezielte Angriffe oder Betrügereien durchzuführen, indem sie sich als Schullehrer oder Schulverwaltung ausgeben.
  2. Die Information, dass die Schule nur fünf Minuten entfernt ist, könnte dazu führen, dass Betrüger den ungefähren Wohnort identifizieren.
  3. Die Erwähnung eines spezifischen Lehrers könnte Betrügern ermöglichen, sich als dieser Lehrer auszugeben, um das Vertrauen des Nutzers zu gewinnen und möglicherweise sensible Informationen zu erfragen oder zu betrügerischen Handlungen zu verleiten.

Wie man sich schützt

Sich dieser Risiken bewusst zu sein, ist der erste Schritt zum Schutz. Bevor Sie persönliche Informationen weitergeben, sollten Sie sich fragen: Könnten diese Informationen von jemandem mit bösen Absichten gegen mich verwendet werden?

Lesen Sie auch >   Bezeichnungen für spezifische Generationen und demografische Gruppen

Sie sollten keine sensiblen Informationen wie Ihre vollständige Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum oder den Namen von Haustieren weitergeben. Überlegen Sie sich gut, ob Sie Details über Ihren aktuellen Aufenthaltsort, Ihre Reisepläne oder Ihre täglichen Gewohnheiten preisgeben möchten.

Überprüfen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen in sozialen Netzwerken und stellen Sie sicher, dass Sie nur mit vertrauenswürdigen Personen kommunizieren. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Anfragen oder Nachrichten von Personen erhalten, die Sie nicht kennen, insbesondere wenn Sie um persönliche Informationen oder Geld gebeten werden.

Sensibler Umgang mit sozialen Medien: posten, aber überlegt


Soziale Medien sind ein wertvolles Instrument zur Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch. Für viele Menschen ist es unvorstellbar, diese Kanäle gänzlich zu meiden. Es geht vielmehr darum, eine Balance zu finden und darauf zu achten, welche Informationen wir in den digitalen Raum stellen. Seien Sie sich immer darüber im Klaren, dass das, was Sie im Internet veröffentlichen, potenziell für jedermann sichtbar ist.

Stellen Sie sich vor, Sie posten Ihre Informationen auf einer großen Werbetafel an einer viel befahrenen Straße. Würden Sie sich wohl dabei fühlen, wenn Fremde diese Details über Ihr Leben erfahren? Wenn die Antwort nein lautet, sollten Sie es sich noch einmal überlegen, bevor Sie diese Informationen ins Internet stellen.

Wenn Sie z. B. ein Foto von Ihrer letzten Reise posten möchten, können Sie sich dafür entscheiden, den genauen Ort nicht preiszugeben oder das Foto erst zu posten, wenn Sie wieder zu Hause sind. Sie können auch entscheiden, ob Sie den Namen Ihres Kindes oder den genauen Standort der Schule Ihres Kindes veröffentlichen möchten.

Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Datenschutzeinstellungen auf den verschiedenen Plattformen, um sicherzustellen, dass Sie nur die Informationen mit Personen teilen, denen Sie vertrauen. Sie können auch in Erwägung ziehen, bestimmte Informationen wie Ihren Geburtstag oder Ihren vollständigen Namen nicht weiterzugeben, um das Risiko eines Identitätsdiebstahls zu verringern.

Das Wichtigste ist, dass Sie sich Ihres digitalen Fußabdrucks bewusst sind und die Kontrolle darüber behalten, welche Informationen Sie weitergeben und wer Zugang zu diesen Informationen hat. So können Sie die Vorteile der sozialen Medien nutzen, ohne Ihre Sicherheit und Privatsphäre zu gefährden. Seien Sie klug, seien Sie vorsichtig und teilen Sie mit Bedacht.


Lesen Sie auch

Besuchen Sie uns auch auf Facebook, in unserer Gruppe „Mimikama-Faktenchecks“

Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)