Die Behauptung
Donald Trump habe als einziger US-Präsident keine militärischen Konflikte begonnen und die USA nicht in einen neuen Krieg verwickelt.
Aufgestellt von: Unbekannt
Faktencheck: Irreführend
Diese Behauptung ist irreführend. Zwar hat Trump keinen Krieg offiziell begonnen, doch er führte bestehende Konflikte weiter und verschärfte sie. Er ließ tausende Drohnenangriffe durchführen, erhöhte das Militärbudget und befeuerte geopolitische Spannungen, etwa durch die Kündigung des Iran-Atomabkommens.
Kurze Faktenübersicht:
- Keine neuen Invasionen: Unter Trump gab es keinen neu begonnenen Krieg mit US-Beteiligung.
- Intensivierung von Drohnenangriffen: In seiner ersten Amtszeit gab es über 12.000 Drohnenangriffe – ein Rekordwert, siebenmal so viele wie unter Obama.
- Luftschläge und gezielte Tötungen: 2018 ließ Trump Chemiewaffenfabriken in Syrien bombardieren. 2020 ordnete er die Tötung des iranischen Generals Soleimani an.
- Krieg gegen den IS: Er führte den Kampf gegen den Islamischen Staat weiter.
- Iran-Atomabkommen gekündigt: Diese Entscheidung führte zu einer Eskalation der Spannungen mit dem Iran.
- Truppenabzüge mit Folgen: Der Rückzug aus Afghanistan führte zur Machtübernahme der Taliban.
- Gewalt im eigenen Land: Gesellschaftliche Konflikte wurden angeheizt, und er verteidigte Rassisten sowie Kapitolstürmer.
- Vergleich mit anderen Präsidenten: Auch andere Präsidenten wie Carter oder Nixon haben keine neuen Kriege begonnen.
Die Behauptung, Donald Trump habe als einziger US-Präsident keinen Krieg geführt, ist irreführend. Zwar marschierten unter seiner ersten Amtszeit keine neuen US-Truppen in ein fremdes Land ein, doch er führte bestehende Kriege weiter, intensivierte Drohnenangriffe und ließ gezielte Tötungen durchführen. Zudem kündigte er das Atomabkommen mit dem Iran, was die geopolitischen Spannungen massiv verschärfte.
Trumps Kriegsbilanz: Mehr Bomben, mehr Drohnen, mehr Konflikte
US-Militäreinsätze unter Trump
Während seiner Amtszeit von 2017 bis 2021 gab es keine neue offizielle Kriegserklärung, aber zahlreiche militärische Operationen. So ließ Trump 2018 Chemiewaffenfabriken in Syrien bombardieren. Zudem verstärkte er den Drohnenkrieg massiv: Laut dem „Bureau of Investigative Journalism“ gab es unter ihm mehr als 12.000 Drohnenangriffe – siebenmal so viele wie unter Obama. Besonders in Afghanistan, Pakistan Somalia und dem Jemen forderten diese Angriffe viele zivile Opfer. Ein Bericht von Reuters aus dem Jahr 2017 beschreibt, wie zehn Kinder bei einem Luftangriff in Afghanistan ums Leben kamen.
Der Krieg gegen den IS und die Tötung Soleimanis
Trump setzte den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) mit massiven Luftschlägen fort. Ein besonders brisantes Beispiel für seine aggressive Militärstrategie war die gezielte Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani im Januar 2020. Diese Aktion führte zur Verlagerung weiterer US-Truppen in den Nahen Osten – ein deutlicher Widerspruch zur Behauptung, Trump sei ein „Friedenspräsident“.
Iran-Atomabkommen: Eine Entscheidung mit Konsequenzen
2018 kündigte Trump das Atomabkommen mit dem Iran, was dazu führte, dass der Iran sein Atomprogramm wieder hochfuhr. Experten schätzen, dass das Land heute genug Material für Atomwaffen besitzt – eine direkte Folge seiner Politik.
Truppenabzüge mit fatalen Folgen
Trump zog zwar Truppen aus Syrien und Afghanistan ab, doch dies hatte schwerwiegende Konsequenzen:
- Syrien: Der Abzug der US-Truppen 2019 führte zur Destabilisierung der Region und ermöglichte es der Türkei, gegen kurdische Kämpfer vorzugehen.
- Afghanistan: Der US-Präsident ordnete den Abzug der US-Truppen an, sein Nachfolger Biden führte ihn durch. Das Ergebnis war die rasche Rückkehr der Taliban an die Macht.
Waren wirklich alle anderen Präsidenten „Kriegstreiber“?
Ein oft wiederholtes Argument lautet, Trump sei der erste Präsident seit Eisenhower (1953 – 1961), der die USA nicht in einen neuen Krieg verwickelt habe. Doch das stimmt nicht:
- Auch andere Präsidenten führten keine neuen Kriege: Auch Richard Nixon, Gerald Ford, Jimmy Carter und Bill Clinton begannen keine neuen Kriege, wenn man hier dieselben „Voraussetzungen“ für diese Definition annimmt wie bei Trump.
- Die USA haben seit dem Zweiten Weltkrieg keinen Krieg mehr offiziell erklärt. Stattdessen erhielten Präsidenten Autorisierungen für Militäreinsätze – etwa im Vietnamkrieg oder im Irakkrieg.
Fazit: Friedensbilanz ist ein Mythos
Trump mag keine neuen Kriege begonnen haben, aber er eskalierte bestehende Konflikte. Seine aggressive Drohnenkrieg-Politik, die Tötung hochrangiger Feinde und seine Entscheidungen im Nahen Osten trugen zur Destabilisierung der Welt bei. Die Behauptung, er sei der erste US-Präsident seit Jahrzehnten, der keinen Krieg führte, ist falsch und irreführend.
Quellen: The Bureau of Investigative Journalism, Slate, SWR, DPA, Correctiv
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