Doppelgänger-Operation aufgeflogen – US-Justizministerium legt russische Desinformationskampagne offen

Das US-Justizministerium hat 32 Internetdomains beschlagnahmt, die Teil einer umfassenden russischen Desinformationskampagne waren. Diese Operation, bekannt unter dem Namen „Doppelgänger“, zielte darauf ab, die Präsidentschaftswahl 2024 in den USA sowie die internationale Unterstützung für die Ukraine zu manipulieren.

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Russische Unternehmen, die unter der Kontrolle von Wladimir Putins Präsidialverwaltung agierten, nutzten Social-Media-Influencer, bezahlte Anzeigen und KI-generierte Inhalte, um russische Propaganda zu verbreiten. Das Ziel war eindeutig: Russland wollte die öffentliche Unterstützung für die Ukraine schwächen und gleichzeitig pro-russische Positionen weltweit stärken. Die daraus erwachsene sog. Doppelgänger-Kampagne ist jedoch mittlerweile viel größer geworden!

Manipulation durch täuschend echte Medienseiten

Kern dieser Operation war die Nutzung von „cybersquatted“ Domains, also Webseiten, die bekannte Nachrichtenseiten imitieren. Ein Beispiel ist die Registrierung von „washingtonpost.pm“, die der bekannten Nachrichtenseite Washingtonpost.com täuschend ähnlich sah. Durch diese gefälschten Domains gelang es den Tätern, Desinformationen als glaubwürdige Nachrichten darzustellen. Social-Media-Profile, die vorgaben, amerikanische Bürger zu sein, und vermeintliche Nachrichten teilten, lenkten ahnungslose Nutzer auf diese Webseiten. Neben den USA waren auch andere Länder, darunter Deutschland, Mexiko und Israel, Ziel dieser Propagandakampagne.

Die FBI-Ermittlungen ergaben, dass diese Operation nicht nur die US-Wähler ansprach, sondern auch die internationalen Beziehungen unterminieren sollte. Russland versuchte gezielt, das Vertrauen in die USA zu erschüttern und eigene propagandistische Inhalte zu verbreiten. FBI-Direktor Christopher Wray unterstrich, dass diese Operation eine ernste Bedrohung für die US-Demokratie darstellt: „Durch die Beschlagnahmung dieser Webseiten senden wir eine klare Botschaft, dass wir solche Versuche, unsere Wahlen zu beeinflussen, nicht tolerieren.“

Frühe Aufdeckung durch Mimikama ähnlicher Kampagnen

Bereits 2022 deckte Mimikama bereits die Doppelgänger-Kampagne auf. In Zusammenarbeit mit ZDFheute und T-Online beschrieb Mimikama die massive Desinformationsstrategie. „Eine so große Desinformationskampagne wie die aktuelle pro-russische habe ich noch nie gesehen“, erklärte Andre Wolf von Mimikama damals gegenüber ZDFheute. In dieser Kampagne wurden pro-russische Propaganda-Inhalte über täuschend echte Medienseiten verbreitet, die behaupteten, die Sanktionen gegen Russland würden Deutschland in eine Krise stürzen. Mit Drohungen wie Massenarmut, Hungersnöten und einem wirtschaftlichen Zusammenbruch wurde gezielt Angst in der Bevölkerung geschürt.

Mimikama entlarvte seinerzeit diese Seiten als akribisch nachgemachte Fälschungen. Die gefälschten Nachrichtenseiten waren optisch kaum von den echten zu unterscheiden. Besonders problematisch sei die Masse an Desinformationen gewesen, die über diese Seiten verbreitet wurden. Doppelgänger als ganze Kampagne bedeutet, dass man es hier nicht mit ein paar Artikeln zu tun hat, sondern mit einer stetig wachsenden Flut an Falschmeldungen. Das Team von Mimikama machte bereits früh auf die Gefahr aufmerksam, dass diese Kampagne Menschen beeinflusst, die eigentlich nicht anfällig für extreme politische Meinungen sind. Dadurch erhöht sich das Manipulationspotenzial deutlich, da diese Fälschungen das Vertrauen in etablierte Medien untergraben.

Solche Desinformationskampagnen können langfristig das Vertrauen in die Medienlandschaft zerstören. Wenn Menschen merken, dass sie durch vermeintliche Nachrichten hinters Licht geführt wurden, könnte dies dazu führen, dass sie pauschal allen Medien misstrauen – und nicht nur den Fälschern.

Maßnahmen der US-Behörden gegen Doppelgänger

Als Reaktion auf die Enthüllungen beschlagnahmte die US-Regierung 32 Domains und verhängte Sanktionen gegen zehn Individuen sowie zwei Organisationen, die hinter der „Doppelgänger“-Kampagne stehen. Justizminister Merrick B. Garland machte deutlich, dass das Justizministerium mit aller Härte gegen ausländische Einflussnahmen vorgeht: „Unser Ziel ist es, jede Art von Manipulation unserer demokratischen Prozesse zu unterbinden.“

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Diese Kampagne der Doppelgänger zeigt auch in ihrer aktuellen Form, wie präzise und professionell Desinformationsstrategien mittlerweile sind. Moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz, Social-Media-Influencer und gefälschte Domains werden gezielt eingesetzt, um öffentliche Meinungen zu beeinflussen und Wahlen zu manipulieren. Das Justizministerium kündigte an, weiterhin entschlossen gegen solche Operationen vorzugehen, um die Integrität der Wahlen zu schützen.

  1. Überprüfe die Quelle:
    • Schaue genau hin, von welcher Webseite oder welchem Social-Media-Account eine Nachricht stammt. Achte darauf, ob die URL der Webseite korrekt ist (z.B. statt „welt.de“ steht da „welt.ltd“).
  2. Verwende zuverlässige Nachrichtenquellen:
    • Informiere dich bei etablierten und bekannten Nachrichtenportalen. Diese haben strenge Richtlinien zur Überprüfung ihrer Informationen.
  3. Achte auf ungewöhnliche Aktivitäten:
    • Sei vorsichtig bei Beiträgen, die sehr häufig geteilt werden, aber wenig Kommentare oder Likes haben. Das könnte ein Hinweis auf automatisierte Bots sein.
  4. Prüfe die Inhalte:
    • Sei skeptisch bei extremen oder emotionalen Inhalten. Überprüfe die Fakten mit Hilfe von Faktencheck-Webseiten wie Mimikama oder Correctiv.
  5. Melde verdächtige Inhalte:
    • Melde gefälschte Profile und Desinformation an die Plattformen (z.B. Facebook, X). Diese haben spezielle Meldefunktionen, um solche Inhalte zu überprüfen und zu entfernen.
  6. Vermeide das Teilen unbestätigter Informationen:
    • Teile Nachrichten nur dann, wenn du sicher bist, dass sie aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammen und die Informationen korrekt sind. Das hilft, die Verbreitung von Falschinformationen zu reduzieren.
  7. Informiere dich über Desinformation:
    • Mache dich mit den gängigen Methoden der Desinformation vertraut. Es gibt viele Ressourcen und Organisationen, wie Mimikama, die darüber aufklären, wie Desinformation funktioniert und wie man sie erkennt.
  8. Nutze Browser-Erweiterungen:
    • Es gibt Browser-Erweiterungen, die dabei helfen können, gefälschte Nachrichten zu erkennen. Diese Tools markieren potenziell unsichere oder manipulierte Webseiten.
  9. Achte auf die Kommentare:
    • Lies die Kommentare unter einem Beitrag. Oftmals weisen andere Nutzer bereits auf Falschinformationen hin oder stellen kritische Fragen, die helfen können, die Echtheit der Informationen zu überprüfen.
  10. Schärfe dein Bewusstsein für Medienkompetenz:
    • Lerne und vermittle Medienkompetenz, um besser zu verstehen, wie Medieninhalte produziert und verbreitet werden. Das stärkt deine Fähigkeit, zwischen echten und gefälschten Nachrichten zu unterscheiden.

Siehe hierzu auch:
Die perfide pro-russische Desinformationskampagne

Titelbild/Symbolbild: RyanMcGuire/Pixabay


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