Ein Kurswechsel bei Mimikama

Warum Orientierung wichtiger ist als Reichweite, Tempo und Empörung

💬Woran erkennt man Fake News zuverlässig? Antworten finden Sie im Leitfaden Fake News erkennen.

Ein persönliches Wort

2025 war eines der lautesten Jahre im Netz, und zwar, weil alles gleichzeitig um Aufmerksamkeit gekämpft hat.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Mehr Nachrichten.
Mehr Bilder.
Mehr Videos.
Mehr Meinungen.
Mehr Empörung.

Dazwischen wurde es immer schwerer zu unterscheiden,
was wirklich wichtig ist –
und was nur laut.

Vieles davon war zugespitzt.
Vieles reißerisch.
Vieles schlicht falsch.

Und fast alles wollte eines:
einen Platz in deinem Newsfeed –
sei es auf Facebook, Instagram, TikTok oder anderswo.

Mimikama wird ab 2026 anders arbeiten.
Leiser. Langsamer. Weniger reaktiv.

Nicht, weil uns Themen und Menschen egal sind.
Sondern weil wir jeden Tag sehen,
was dieser Dauerlärm mit Menschen macht.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl:

Du scrollst durch deinen Newsstream
und hast das Gefühl, alles ist gleichzeitig wichtig.
Du liest einen Beitrag
und bist danach nicht schlauer, sondern angespannter.
Du willst verstehen,
aber es wird dir einfach zu viel.

Fühlst du dich manchmal überfordert?
Oder einfach nur müde vom ständigen Online-Lärm?

Wenn ja, bist du damit nicht allein.

Ein Kurswechsel bei Mimikama
Dieser Artikel ist eine persönliche Erklärung, keine Inszenierung.
Tom Wannenmacher
Gründer von Mimikama

Warum Dauerlärm ein echtes Problem ist

Viele Menschen sind heute nicht falsch informiert, weil sie dumm oder leichtgläubig wären.
Sie sind falsch informiert, weil sie müde sind.

Desinformation wirkt nicht deshalb so stark, weil sie bessere Argumente hätte.
Sie wirkt, weil sie Aufmerksamkeit verbraucht.

Sie bringt Menschen in einen Zustand,
in dem sie aufhören, genau hinzuschauen und einzuordnen.
Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Überforderung.

Das sehen wir jeden Tag.
In Kommentaren. In Nachrichten. In Gesprächen.

Wir wissen, wie soziale Medien funktionieren – und genau deshalb machen wir es anders

Wer in sozialen Medien gesehen werden will, muss laut sein.
Zuspitzen. Emotionen erzeugen. Schnell reagieren.

So entsteht Reichweite.
So funktionieren Algorithmen.

Das Problem ist nicht, dass es zu wenige Informationen gibt.
Das Problem ist, dass alles um Aufmerksamkeit kämpft.

Wenn alles wichtig wirkt,
wird am Ende nichts mehr einordenbar.
Und Menschen werden dabei nicht informierter,
sondern erschöpfter.

Auch Aufklärung kann Teil dieses Problems werden

Irgendwann musste ich mir selbst eine unbequeme Frage stellen:
Was passiert, wenn auch gut gemeinte Aufklärung nach denselben Regeln spielt?

Wenn alles zugespitzt wird.
Wenn Geschwindigkeit wichtiger wird als Verständnis.
Wenn Lautstärke mit Wirkung verwechselt wird.

Dann hilft Aufklärung nicht mehr.
Dann trägt sie zur Überforderung bei.

Diesen Weg will ich nicht mehr gehen.

Mimikama war nie ein lautes Projekt

Auch wenn man uns davon abgeraten hat

Mimikama hat Faktenchecks gemacht,
lange bevor es dafür ein gängiges Format gab.
2010, 2011, als viele gesagt haben:
Das braucht niemand.
Das funktioniert nicht.
Das klickt nicht.

Und trotzdem war es richtig.

Heute gehen wir wieder einen Schritt,
von dem manche sagen werden:
Das kannst du so nicht machen.

Vielleicht stimmt das,
wenn man nur auf Reichweite schaut.
Aber nicht, wenn man Verantwortung ernst nimmt.

Was sich ab 2026 konkret ändern wird

Wir werden mit Mimikama bewusst Dinge tun,
die gegen die Logik sozialer Medien sprechen.

Wir werden nicht lauter, nur um gesehen zu werden.
Wir werden nicht schneller, nur um mitzuhalten.
Und wir werden nicht empörter, nur um zu funktionieren.

Nicht alles, was laut ist, ist wichtig.
Und nicht alles, was wichtig ist, muss laut sein.

Unser Ziel ist nicht mehr,
möglichst viele Menschen zu erreichen.
Unser Ziel ist,
dass Menschen nach dem Lesen besser verstehen,
was sie gesehen haben
und sich weniger hilflos fühlen als davor.

Das heißt ganz konkret:
weniger Dauerdringlichkeit,
weniger Push,
weniger „jetzt sofort“.

Dafür mehr Erklärung.
Mehr Zusammenhang.
Mehr Ruhe.

Der „Ort der Ruhe“

Ein bewusster Gegenraum

Ein Teil dieses Weges ist der „Ort der Ruhe“.

Das ist kein soziales Netzwerk.
Keine Alternative zu Facebook.
Kein Ort für Likes oder Selbstdarstellung.

Es ist ein kleiner, geschützter Raum für Menschen,
die Dinge einordnen wollen,
ohne sofort reagieren zu müssen.
Ohne algorithmischen Druck.
Ohne ständigen Vergleich.

Nicht für alle.
Aber für jene,
die vom digitalen Lärm genug haben.

Warum wir dafür Unterstützung brauchen

Dieser Weg ist langsamer.
Und er ist unbequemer.
Auch finanziell.

Leise Aufklärung bringt keine schnellen Klicks.
Keine Panik-Titel.
Keine Reichweiten-Tricks.

Algorithmen belohnen Tempo, Zuspitzung und Dauerempörung.
Genau darauf verzichten wir bewusst.

Das heißt auch:
weniger Sichtbarkeit,
weniger Werbeerlöse,
weniger automatische Reichweite.

Wenn wir diesen Weg trotzdem gehen,
brauchen wir Menschen, die sagen:
Das ist mir Orientierung wichtiger als Lautstärke.

Der Mimikama Club ist deshalb kein Bonusprogramm
und kein Dankeschön für Klicks.
Er ist die Grundlage dafür,
unabhängig arbeiten zu können –
ohne uns wieder jener Logik zu unterwerfen,
die wir eigentlich kritisieren.

Wer diesen Weg mittragen möchte,
findet alle Informationen im Mimikama Club!

Zum Schluss

Ich weiß, dass dieser Kurswechsel
nicht allen gefallen wird.
Das muss er auch nicht.

Aber ich glaube,
dass wir in einer Zeit,
in der alles um Aufmerksamkeit kämpft,
Orte brauchen,
die erklären statt antreiben.

Und Menschen,
die den Mut haben, langsamer zu arbeiten.

Dafür stehe ich mit meinem Namen.

Lesen Sie bitte auch:
Mimikama 2025 – Orientierung im digitalen Lärm. Arbeitsbericht zur Bekämpfung von Desinformation


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