Die Behauptung
Elon Musk hat nach öffentlichem Streit mit Donald Trump und lautstarker Kritik an Trumps „Big Beautiful Bill“ seine Follower auf X befragt, ob er die neue „America Party“ gründen soll, woraufhin er einen Tag danach verkündete, dass dies mit dem Faktor 2:1 abgestimmt wurde.
Aufgestellt von: Elon Musk
Irreführend
Elon Musk hat öffentlich die Gründung der „America Party“ angekündigt und dies mit einer Online-Umfrage untermauert. Die formale Registrierung bei der Bundeswahlkommission ist jedoch bislang nicht erfolgt. Auch ist unklar, wer als Präsidentschaftskandidat auftreten soll. Musk selbst darf aufgrund seiner südafrikanischen Herkunft nicht kandidieren.
Kurze Faktenübersicht:
- Elon Musk hat auf X die Gründung der „America Party“ verkündet
- Er reagierte damit auf Trumps neues Steuergesetz „Big Beautiful Bill“
- Die Partei ist bislang nicht offiziell registriert
- Musk kann selbst nicht als Präsident kandidieren
Die Ansage: „Heute wird die Amerika-Partei gebildet“
Elon Musk hat gesprochen, und die Nachricht schlägt ein. Am 5. Juli, einen Tag nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, verkündet der Tesla-Chef auf X: „Heute wird die Amerika-Partei gebildet, um euch eure Freiheit zurückzugeben.“ Eine politische Kampfansage an das gesamte Establishment. Und ein offener Affront gegen Ex-Vertrauten Donald Trump.
Noch vor wenigen Monaten hatte Musk Trump öffentlich unterstützt. Millionen flossen in dessen Wahlkampf. Nach dessen Amtsantritt bekam Musk sogar eine Beraterrolle, offiziell leitete er die Abteilung für staatliche Effizienz, intern DOGE genannt. Eine ungewöhnliche Nähe zwischen Tech-Milliardär und Präsident.
Doch dann kam der Bruch. Und zwar heftig. Streitpunkt war Trumps neues Steuergesetz „Big Beautiful Bill“. Musk nannte es eine Katastrophe für das Land. Trump reagierte mit persönlichen Angriffen. Der Ton wurde giftig.
Ein Steuergesetz mit Sprengkraft
Was hat es mit dem Gesetz auf sich, das diesen Streit ausgelöst hat? Der von Trump durchgesetzte Gesetzentwurf ist ein massives Paket. Es beinhaltet weitreichende Steuersenkungen für die oberen Einkommensschichten. Gleichzeitig werden Sozialleistungen wie Medicaid und Lebensmittelhilfe massiv eingeschränkt. Millionen Amerikaner sind direkt betroffen.
Doch es geht um mehr als Umverteilung. Das Gesetz verschlingt gewaltige Summen. Laut Berechnungen könnte es das US-Defizit in den kommenden zehn Jahren um über drei Billionen Dollar erhöhen. Für Elon Musk ist das ein Unding. Er spricht von „Verschwendung und Korruption“.
Was ihm besonders bitter aufstößt: Der grüne Wandel, auf den seine Unternehmen setzen, bleibt im Gesetz außen vor. Keine zusätzlichen Subventionen für E-Mobilität. Keine Anreize für nachhaltige Energien. Kein Platz für Tesla. Musk sieht darin eine gezielte Benachteiligung – und eine politische Absage an seine Vision für die Zukunft.
Musk feuert zurück: Umfrage, Gründung, Kampfansage
Wenige Stunden nach der Unterzeichnung des Gesetzes dreht Musk den Spieß um. Er startet eine Umfrage auf X. Die Frage: Soll ich eine neue Partei gründen? 65 Prozent stimmen mit Ja. Kurz darauf erklärt Musk: „Mit dem Faktor 2 zu 1 wollen Sie eine neue politische Partei – und Sie werden sie haben.“
Die „America Party“ ist geboren. Und ihre Botschaft ist eindeutig. Musk nennt das derzeitige politische System ein „Einparteiensystem“ voller „Bestechung und Verschwendung“. Es sei keine Demokratie mehr, sondern ein Selbstbedienungsladen für Eliten.
Seine Botschaft verbreitet er direkt, ohne Umwege über Medien oder Parteien. Über X erreicht er mehr als 220 Millionen Menschen. Musk nutzt diese Plattform wie eine politische Waffe. Jeder Tweet ein Schlag gegen das Establishment.
Trumps Retourkutsche: Drohungen und Spott
Trump reagiert gewohnt aggressiv. Auf Truth Social bezeichnet er Musk als Undankbaren. Wörtlich schreibt er: „Es macht mich traurig zu sehen, wie Elon Musk in den letzten fünf Wochen völlig „entgleist“ und im Grunde zu einem TRAIN WRECK (wortwörtlich Zugunglück, heißt so viel wie völliges Fiasko, komplett neben der Spur) geworden ist.“ Damit unterstellt er Musk, nur durch staatliche Hilfe überlebt zu haben.
Der Ton zwischen den beiden ist endgültig gekippt. Was einst als Männerfreundschaft galt, ist zur offenen politischen Feindschaft geworden. Zwei Alpha-Männer im Krieg um die Kontrolle über Amerikas Zukunft.
Viele Fragen offen, aber eine Wirkung ist schon da
Noch ist nicht klar, ob die „America Party“ formell registriert wurde. Die Bundeswahlkommission hatte bis Samstag keine Unterlagen veröffentlicht. Auch wer als Präsidentschaftskandidat antritt, ist unklar. Musk selbst kann nicht kandidieren, da er nicht in den USA geboren wurde.
Trotzdem hat die Gründung bereits Wirkung entfaltet. In Medien, Talkshows und Kommentarspalten wird heiß diskutiert. Hat Musk das Zeug zum politischen Revolutionär? Oder ist es nur ein Ego-Projekt eines enttäuschten Milliardärs?
Auch ökonomisch zeigt sich die Unsicherheit. Teslas Aktien reagieren empfindlich. Investoren fragen sich, ob Musk den Fokus verliert. Statt Marsmissionen jetzt Parteigründung?
FAQ
Hat Elon Musk wirklich eine Partei gegründet?
Ja, Musk hat die Gründung der „America Party“ auf seiner Plattform X angekündigt. Es handelt sich um eine politische Reaktion auf Trumps neues Steuergesetz. Allerdings ist die Partei bisher nicht offiziell bei der Bundeswahlkommission registriert.
Darf Musk selbst für das Präsidentenamt kandidieren?
Nein. Elon Musk wurde in Südafrika geboren und ist damit verfassungsrechtlich ausgeschlossen von der Kandidatur für das US-Präsidentenamt. Er kann jedoch andere Kandidaten unterstützen und eine parteipolitische Bewegung anführen.
Was steckt hinter dem Gesetz „Big Beautiful Bill“?
Das Gesetz sieht massive Steuersenkungen für Reiche und Unternehmen vor, während es gleichzeitig Sozialleistungen kürzt. Es erhöht das US-Defizit laut Berechnungen um über 3 Billionen US-Dollar in zehn Jahren. Musk kritisiert es als verantwortungslos und korrupt.
Warum ist der Bruch zwischen Musk und Trump so drastisch?
Die beiden galten lange als Verbündete. Doch das neue Gesetz traf nicht nur Musks politische Überzeugungen, sondern auch sein Geschäftsmodell. Subventionen für grüne Technologie wurden gestrichen, was Musk und seine Unternehmen trifft.
Wie wahrscheinlich ist der Erfolg einer neuen Partei in den USA?
Neue Parteien haben es extrem schwer im US-Zweiparteiensystem. Trotz Musks Einfluss und Ressourcen fehlen bisher klare Strukturen, Führungspersonen und ein offizieller Status. Derzeit wirkt die „America Party“ mehr wie ein politischer Protest als eine echte Alternative.
Eine neue Machtfrage in den USA
Eines ist klar: Mit der „America Party“ greift Musk direkt ins Herz des amerikanischen Parteiensystems. Er attackiert nicht nur Trump, sondern das gesamte Fundament des politischen Status quo. Das macht ihn gefährlich oder zum Hoffnungsträger, je nach Blickwinkel.
Ob er damit Erfolg hat, ist offen. Andere Parteien wie die Libertären oder die Grünen sind regelmäßig gescheitert. Doch Musk hat etwas, das sie nie hatten: Reichweite, Kapital, Einfluss und den Willen zur Konfrontation. Er hat das Spiel verändert. Und das politische Establishment weiß das.
Quellen: Tagesschau, BBC, The Independent
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