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Faktencheck: Was ist CBD?

Die Abkürzung CBD steht für Cannabidiol. Hierbei handelt es sich um einen Wirkstoff aus der Hanfpflanze. Er zählt zu den pflanzlichen Cannabinoiden, den sogenannten Phytocannabinoiden.

Tom Wannenmacher, 10. Oktober 2022
Faktencheck: Was ist CBD? (Bild: Pixabay)
Faktencheck: Was ist CBD? (Bild: Pixabay)

Cannabis ist eine Pflanze, die seit Jahrtausenden bekannt ist und für verschiedene Zwecke genutzt wird. Die meisten Menschen werden sie wohl in erster Linie als Droge unter den Namen Marihuana, Haschisch oder Gras kennen. Doch Cannabis wird auch als Heilpflanze genutzt. Sie beinhaltet verschiedene Cannabinoide, die unterschiedliche Wirkungen haben. Zu den bekanntesten Cannabinoiden gehören Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). THC wirkt berauschend und kann süchtig machen. CBD soll hingegen verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen haben. Der Wirkstoff wird in Form von Ölen, Kapseln und anderen Produkten verkauft.

Was ist CBD?

Die Abkürzung CBD steht für Cannabidiol. Hierbei handelt es sich um einen Wirkstoff aus der Hanfpflanze. Er zählt zu den pflanzlichen Cannabinoiden, den sogenannten Phytocannabinoiden. CBD gilt als allgemein gut verträglich und wirkt – im Gegensatz zu THC – weder berauschend noch psychoaktiv. Die Substanz macht nicht süchtig und beeinträchtigt nicht die Wahrnehmung oder das Fahrvermögen.

Welche positiven Wirkungen wird CBD nachgesagt?

Cannabidiol wird verschiedenen gesundheitsfördernden Wirkungen nachgesagt. Aufgrund dessen nutzen viele Menschen CBD-Produkte – häufig, ohne dass eine ärztliche Empfehlung vorliegt. Sie erhoffen sich durch die Einnahme von CBD einen positiven Effekt auf die eigene Gesundheit oder versprechen sich eine Linderung von bestimmten Beschwerden. Manchmal ist sogar von einem Wundermittel die Rede.

CBD soll bei diversen Beschwerden helfen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Stress
  • Migräne
  • Übelkeit
  • Schlafstörungen
  • Entzündungen
  • Menstruationsbeschwerden

Der Wirkstoff aus der Cannabispflanze soll entkrampfend, entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Ihm wird eine angstlösende und beruhigende Wirkung nachgesagt. Gleichzeitig soll CBD die Nervosität lösen, bei Schlafproblemen helfen und die Stimmung aufhellen. Manche Menschen nutzen es auch bei Depressionen. Zudem soll es bei bestimmten Hautproblemen, wie Akne, helfen.

Was sagt die Wissenschaft zu Cannabidiol?

Im Internet gibt es diverse Erfahrungsberichte zu Cannabidiol. Laut diesen haben viele Menschen positive Erfahrungen mit CBD-Produkten gemacht und konnten durch die Anwendung dieser ihre Beschwerden lindern. Doch es gibt auch Menschen, die keinerlei Wirkung verspürten.

Neben den vielen Erfahrungsberichten existieren nur wenige Studien über die Wirkungen von CBD. Hinweise deuten darauf hin, dass die Substanz Schmerzen lindern und Entzündungen hemmen kann. Doch dies ist bisher nicht ausreichend durch klinische Studien bewiesen. Ebenso gibt es noch offene Fragen zur Sicherheit von CBD sowie zu den Nebenwirkungen und den Wechselwirkungen. Auch Studien zur richtigen Dosierung von Cannabidiol gibt es bislang kaum.

Welche CBD-Produkte gibt es?

Es existieren diverse, unterschiedliche CBD-Produkte. Äußerst bekannt ist vor allem das CBD-Öl. Zur Herstellung des Öls kommt neben dem Wirkstoff Cannabidiol ein Pflanzenöl, wie Hanföl oder Olivenöl, zum Einsatz. In den meisten Fällen erfolgt die Einnahme des Öls auf oralem Wege. Man kann das Öl unter die Zunge tropfen oder in Getränke bzw. Speisen integrieren. CBD-Öle sind in unterschiedlichen Konzentrationen und von verschiedenen Herstellern – beispielsweise von der Marke Gesundheitszentrale – erhältlich.

Neben den beliebten CBD-Ölen gibt es viele weitere Produkte mit Cannabidiol. Dazu gehören unter anderem:

  • CBD-Kapseln: Der Geschmack von CBD wird oft als unangenehm empfunden. Daher können CBD-Kapseln eine gute Alternative zum CBD-Öl sein. Sie sind geruchlos sowie geschmacklos und gelten als magenfreundlich. Meist haben die Kapseln eine pflanzliche Hülle und sind daher vegan.
  • CBD-Kristalle: CBD-Kristalle weisen nicht den klassischen CBD-Geruch oder CBD-Geschmack auf. Sie stellen eine reine Form von CBD dar und enthalten bis zu 98 Prozent des Wirkstoffs. Die Anwendung erfolgt häufig oral. Es ist beispielsweise möglich, die Kristalle unter die Zunge zu legen, in ein Getränk zu integrieren oder bei der Zubereitung von Speisen zu verwenden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Kristalle mit einer Creme äußerlich anzuwenden.
  • CBD-Blüten: CBD-Blüten werden meist verdampft oder geraucht. Das Verdampfen der Blüten gilt als schonender für die Lunge. Außerdem entstehen hierbei weniger Schadstoffe als beim Rauchen. Alternativ kann man CBD-Blüten zur Zubereitung eines Tees oder zum Backen von Kuchen und Keksen verwenden. Auch zum Braten und Kochen lassen sie sich einsetzen. Hierzu ist es notwendig, sie mit Speiseöl zu vermischen. Zudem eignen sich die Blüten dazu, Cremes und andere Kosmetikprodukte herzustellen.

Für die äußerliche Anwendung von CBD gibt es außerdem Badesalze und Badekugeln, die man in die Badewanne gibt. Wer für Entspannung sorgen möchte, kann auch zu einem CBD-Massageöl greifen. Es kann zum Lösen von Verspannungen eingesetzt werden. Die Anwendung erfolgt wie bei einem herkömmlichen Massageöl. Darüber hinaus gibt es CBD-Cremes und ähnliche Produkte. Sie haben allerdings oft nur einen niedrigen CBD-Gehalt und beinhalten verschiedene Zusatzstoffe. Für den Sex können zudem spezielle CBD-Gleitgele zum Einsatz kommen. Sie sollen einen besseren Sex ermöglichen.

Kann CBD gegen Stress helfen?

Viele Menschen sind im Alltag gestresst – beispielsweise durch Beziehungsprobleme, Finanzsorgen oder die Arbeit. Allerdings kann Dauerstress sehr belastend sein. Langfristig kann Stress auch zu Krankheiten führen. Mögliche Symptome durch zu viel Stress sind zum Beispiel:

  • Schlafstörungen
  • Nervosität oder Angst
  • Magenschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Verspannungen
  • Herzprobleme
  • Gereiztheit

Wer unter Dauerstress leidet, sollte Wege finden, seinen Stresspegel zu senken, und präventiv gegen den ständigen Alltagsstress vorgehen. Auch CBD kann bei Stress helfen. Es soll eine entspannende Wirkung haben, Ängste lösen und die Schlafqualität verbessern. Zugleich soll Cannabidiol für eine verbesserte Stimmung sorgen und die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin erhöhen.

Ob CBD tatsächlich gegen Stress hilft, ist jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Hier fehlen entsprechende Studien. Es berichten allerdings viele Menschen von den positiven Auswirkungen, die sie durch die Einnahme von CBD bei Stress erzielt haben.

Kann CBD Schmerzen lindern?

Die meisten Menschen leiden im Laufe ihres Lebens hin und wieder unter Schmerzen, einige haben sogar chronische Schmerzen. Dabei können Schmerzen in verschiedenen Körperbereichen auftreten und den Alltag erschweren. Als Alternative zu konventionellen Medikamenten nutzen immer mehr Menschen CBD-Produkte, um ihre Schmerzen zu lindern.

Wie bereits erwähnt, wird dem Cannabidiol eine schmerzlindernde Wirkung nachgesagt. Es soll Krämpfe lösen, Entzündungen hemmen und antioxidativ wirken. Demnach kann es bei verschiedenen Schmerzformen zum Einsatz kommen. Es soll zum Beispiel bei Kopfschmerzen oder Migräne, Rückenschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Gelenkschmerzen und Nervenschmerzen helfen. Einige Menschen nutzen es auch gegen chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder andere chronische Schmerzen.

Wer unter starken Schmerzen leidet und sich schon in einer Schmerztherapie befindet, kann seine konventionellen Medikamente durch CBD ergänzen. Auf diese Weise besteht oft die Möglichkeit, die Dosierung der Schmerzmittel herabzusetzen. Weiterhin wird dem Wirkstoff der Hanfpflanze eine entspannende und schlaffördernde Wirkung nachgesagt. Daher soll er auch helfen, wenn Schlafstörungen durch die Schmerzen auftreten.

Es existieren viele Erfahrungsberichte von Menschen, die ihre Schmerzen mithilfe von CBD lindern konnten. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es allerdings noch nicht ausreichend Belege, ob CBD-Produkte tatsächlich bei Schmerzen helfen können.

Kann CBD den Sex verbessern?

Die meisten Menschen wünschen sich ein erfülltes Sexleben. Doch nicht immer ist es so leicht, dies zu erreichen. Es gibt verschiedene Gründe, die zu einem Verlust der Libido oder zu Schmerzen beim Sex führen können. Beispielsweise können Ängste oder zu viel Stress dazu führen, dass die Libido sinkt. Mithilfe von CBD soll es jedoch möglich sein, die Libido zu erhöhen und das Sexleben zu verbessern.

CBD gegen zu viel Stress und Schmerzen beim Sex

Studien zeigten, dass das Stresshormon Cortisol bei Frauen zu einer geringen Libido führt. Viele Frauen werden es sicherlich selbst kennen: Bei zu viel Alltagsstress ist an Sex kaum zu denken. Und genau hier soll CBD helfen. Durch die Einnahme dieser Substanz soll es möglich sein, den Kopf von den Alltagssorgen zu befreien und den Stress zu reduzieren. Auch gegen eine Angst oder Nervosität vor dem Sex soll der Wirkstoff helfen und so für eine höhere Libido sorgen.

Viele Frauen und einige Männer leiden zudem unter Schmerzen beim Sex. Diese können unterschiedliche Ursachen haben. Wenn dann auch noch die Angst vor den Schmerzen hinzukommt, geraten viele Frauen in eine Art Teufelskreis. Mithilfe von CBD-Produkten soll es jedoch möglich sein, die Schmerzen zu lindern. Cannabidiol soll zum Beispiel bei Endometriose oder Scheidentrockenheit helfen. Außerdem soll es für die Entkrampfung der Muskeln und einen besseren Blutfluss sorgen. Das kann zu einer höheren Libido und somit auch zu weniger Schmerzen beim Sex führen.

Darüber hinaus kann das Einmassieren von CBD zu einem höheren Empfindungsvermögen im Intimbereich führen. Dadurch kann der Sex erheblich aufregender werden. Einige Erfahrungsberichte geben auch Hinweise darauf, dass CBD zu intensiveren Orgasmen beitragen kann. Aus wissenschaftlicher Sicht existieren allerdings keine ausreichenden Belege zu den Wirkungen von CBD auf das Sexleben. Es gibt zahlreiche Erfahrungsberichte, jedoch fehlen klinische Studien.

Mögliche Nebenwirkungen von CBD

Die Anwendung von CBD kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören zum Beispiel:

  • Appetitlosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Innere Unruhe
  • Benommenheit
  • Hautausschläge
  • Mundtrockenheit

Vor der Einnahme bzw. der äußerlichen Anwendung sollte man bedenken, dass auch die Nebenwirkungen von Cannabidiol noch nicht ausreichend erforscht sind. Insbesondere, wer CBD längerfristig nutzen möchte, sollte zuvor mit seinem Arzt sprechen.

Zusätzlich ist eine Rücksprache mit einem Arzt für alle wichtig, die regelmäßig Medikamente einnehmen. Denn es kann zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten kommen.

Einige Menschen sollten zudem generell auf die Verwendung von CBD-Produkten verzichten. Beispielsweise sollte man CBD weder während der Schwangerschaft noch während der Stillzeit anwenden.


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