Dass Kinderfotos auf Facebook nicht unbedingt sehr weise sind, haben wir ja bereits an anderer Stelle berichtet. Eine fünffache Mutter hat dies getoppt: Sie postete Bilder ihrer Fehlgeburten in ihre Statusmeldungen.

Dailystory, eine Clickbait-Seite wie Heftig.co, veröffentlichte diese Bilder vom November 2014 nun erneut und entfacht damit eine Debatte, wie weit man mit Bildern auf Facebook gehen darf.
Worum geht es?
Mindy Raelynne Danison erlitt kurz hintereinander zwei Fehlgeburten. Obwohl bei beiden Kindern der Tod schon nach einigen Wochen festgestellt wurde, entschloss sie sich, sie nicht abzutreiben, sondern zu warten, bis ihr Körper sie auf natürliche Weise abstößt.
Kurz danach machte sie Fotos der Föten und stellte sie auf Facebook. Sie begründet diesen Schritt damit, um werdenden Müttern, welche an eine Abtreibung denken, zu zeigen, dass ein Fötus in dem Alter kein „Zellklumpen“ ist, sondern bereits sehr menschlich aussieht.
Jubel und Proteste
Viele Mütter und werdende Mütter kommentierten begeistert die Bilder und finden es mutig, dass sie diese Fotos veröffentlicht. Andere wiederrum sehen darin jegliche Ethik verletzt und werfen Mindy „Klickgeilheit“ vor, manche vermuten sogar einen Fake hinter den Bildern. Mindy reagiert darauf, indem sie weitere Bilder postet, die immer wieder von Usern „wegen Nacktheit“ gemeldet werden.
Die Bilder werden viral
Im August 2015 schließlich wird die Seite „Live Action News“ auf die Geschichte der fünffachen Mutter aufmerksam und erzählt ihre Geschichte, inklusive der Bilder der toten Föten. Von dort aus verbreitete sich die Story weltweit, bis sie jetzt schließlich im deutschsprachigen Raum landete. Fast einhellig positive Worte finden alle, der Mut und die Stärke Mindys werden hochgelobt, für viele Frauen sei sie sogar nun ein Vorbild.
Der schale Nachgeschmack
Wir überlassen es euch, darüber zu urteilen, ob Mindy Raelynne Danison damit einen wichtigen und guten Schritt getan hat. Oder ob man sie nun als Vorbild sehen kann. Denn ihre Einstellungen und ihre Reaktionen auf die Fehlgeburten sind zumindest zweifelhaft.
Die Impfung ist schuld!
Mindys Blutgruppe hat den Rhesusfaktor Negativ. Ihr Mann hingegen hat Rhesusfaktor Positiv. Dies kann bei einer Schwangerschaft zu Komplikationen führen, wenn die Ärzte feststellen, dass das ungeborene Kind ebenfalls Rhesusfaktor Positiv ist. In solchen Fällen könnte der Körper das Kind als Fremdkörper ansehen.
Aus diesem Grund gaben die Ärzte Mindy eine RhoGAM-Injektion. Jene funktioniert ähnlich wie eine Impfung: Sie enthält Antikörper zu Rh-Positivem Blut, aber zu wenig, um dem Blutkreislauf des Fötus zu schaden. Der Körper der Mutter entdeckt die Antikörper und „glaubt“ daraufhin, gegen eine mögliche Infektion mit fremden Blut bereits vorgegangen zu sein, somit versucht er auch nicht, den „Fremdkörper“ abzustoßen.
Mindy ist nun der festen Überzeugung, dass jene RhoGAM-Injektion schuld ist an den Fehlgeburten. Die Ärzte sagten ihr zwar, dass es Komplikationen bei den Schwangerschaften geben könnte, da sich in ihrer Gebärmutter ein sogenanntes subchoriales Hämatom gebildet hätte, jedoch lässt sie dies als Argument anscheinend nicht gelten.
Quelle: Facebook, öffentlicher Status
Von zufriedener Mutter zur Impfgegnerin
Mittlerweile ist Mindy wieder schwanger, diesmal mit Zwillingen. Sie geht stark davon aus, dass diese mittlerweile 25 Wochen alten Föten nur noch deshalb leben, weil sie sich nun konsequent gegen die RhoGAM-Injektion stellte und für sie nun sämtliche Impfungen „gegen die Natur Gottes“ sind.
Quelle: Facebook, öffentlicher Status
Hinweis: Quecksilber (englisch: Mercury) wurde vor Jahrzehnten in einer gefälschten Studie dafür verantwortlich gemacht, dass geimpfte Kinder Autismus bekommen würden. Die Menge an Quecksilber in einer Impfung ist allerdings weitaus geringer als in einem einzigen Fischgericht.
Ist es nun wirklich weise, als Mutter von fünf Kindern, mit ungeborenen Zwillingen, auf jegliche Impfung zu verzichten und Verschwörungstheorien über „Big Pharma“, durch die Regierung vergiftete Lebensmittel und Cannabis als Krebs-Heilmittel auf Facebook zu verbreiten? Ein Vorbild sieht anders aus.
Autor: Ralf, mimikama.org
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