Einer unserer Leser hat uns ein aktuelles gefälschtes Inkassoschreiben zugesandt. Anhand diesem möchten wir warnen und zeigen, woran man gefälschte Schreiben erkennen kann.
Angebliches Inkassoverfahren
Ohne einen persönlichen Namen und Anschrift wird der „Nutzer“ aufgefordert, einen angeblich offenen Betrag von 189,58 Euro innerhalb der nächsten 8 Tage zu begleichen. Andernfalls würde der „Vertrag“ gekündigt und „ein Gerichtliches Verfahren eingeleitet.“ (sic!) Der angegebene BIC der Bankverbindung führt zu einer Bank in London. Der Name des Bankkontoinhabers und der Name der Firma sind nicht identisch. Die Firma TONAS ER AG – angeblich aus Berlin – konnte im Internet nicht gefunden werden.
Im Schreiben befinden sich unzählige Rechtschreibfehler und zusätzlich wird auch gar nicht erwähnt, wofür genau diese 189,58 Euro fällig sind. Ob der „Nutzer“ für den Betrag ein neues TV-Gerät gekauft oder seinen Beitrag im Fitness-Center nicht beglichen hat, bleibt vollkommen unklar. Zusätzlich ist es uns nicht einmal möglich, dieses Unternehmen zu kontaktieren, denn Telefonnummer oder E-Mail-Adresse fehlen.

Nutzer:innen, die eine Mahnung der TONAS ER AG oder andere seltsam wirkende Inkassoschreiben erhalten haben, sollten keinesfalls bezahlen! Erkundigen Sie sich vorher, ob die Firmen tatsächlich real sind!
Hat man solch ein Schreiben erhalten, bekommt man Rat beim BDIU Inkassoverband auf der Webseite www.inkasso.de. Der Inkassoverband BDIU hat auf seiner Webseite eine Liste der häufigsten gefälschten Absender gesammelt. Die hier genannte TONAS ER AG jedoch ist noch nicht auf dieser Liste. Das bedeutet: Auch wenn Sie solch ein Schreiben erhalten und diese Firma nicht gelistet sehen, seien sie dennoch wachsam!
Der Inkassoverband BDIU rät hier:
„Wenn Sie einen solchen Brief bekommen haben: Überweisen Sie nichts! Legen Sie auch keinen Widerspruch ein, weder per Brief noch per E-Mail. Rufen Sie nicht die auf den Schreiben angegebene Telefonnummer an. In letzter Zeit mehren sich auch Fälle von Rufnummernmissbrauch. Dabei rufen Betrüger mit einer manipulierten Telefonnummer an. Hinweise dazu nimmt die Bundesnetzagentur an.
Sie haben ein Inkasso-Schreiben erhalten und sind sich unsicher, ob es sich um eine echte Mahnung handelt? Dann nutzen Sie unser Tool „Mahnungen checken“. Anhand weniger Klicks werden hier typische Fragen beantwortet, die Personen beim Erhalt einer Mahnung haben. Ein Betrugsversuch lässt sich so leicht erkennen.“
Woran erkennt man ein echtes Inkassoschreiben?
- Das BDIU schreibt hierzu, dass alle realen Unternehmen eine Registrierung im Rechtsdienstleistungsregister haben müssen. Auch wir haben die TONAS ER AG hier gesucht und nicht gefunden. Dies ist ein erstes Indiz für einen Fake.
- Zusätzlich müssen im Schreiben genaue Angaben zum Gläubiger und der offenen Forderung bekannt gemacht werden. Kann man den eingeforderten Betrag keinem getätigten Kauf oder einem Vertrag zuordnen, so ist Vorsicht angesagt.
- Auf dem Schreiben sind Anrede, Name und Adresse des Abgemahnten vollständig und richtig vermerkt. Zusätzlich ist immer die genaue Adresse des Absenders inkl. Telefonnummer und E-Mail-Adresse angegeben. Ist dies, wie im Schreiben der angeblichen TONAS ER AG nicht der Fall, so holen sie sich Rat z. B. beim BDIU!
- Reale Inkassoschreiben weisen in der Regel keine Rechtschreib- und Grammatikfehler auf.
- Recherchieren Sie die Bankdaten, wohin sie überweisen sollten. Geben Sie den angegebenen BIC-Code in die Google-Suche ein. Schnell erfährt man, um welche Bank es sich handelt. Ist die Bank im Ausland stationiert, ist Vorsicht geboten.
- Der Absender (Firmenname) und der Zahlungsempfänger (Bankkontoinhaber) müssen identisch sein! Ist das nicht der Fall, überweisen Sie auf keinen Fall!
Was tun, wenn Sie ein gefälschtes Inkassoschreiben erhalten haben?
Antworten Sie niemals direkt auf E-Mails mit gefälschten Inhalten! Das BDIU warnt vor Webseiten von angeblichen Inkassounternehmen. Sollten Sie hier aufgefordert werden, Daten in Formularen zur Kontaktaufnahme eingeben zu müssen, so tun sie das NICHT!
Rufen Sie nicht die auf den Schreiben angegebene Telefonnummer an, da in letzter Zeit oft auch Fälle von Rufnummernmissbrauch aufgetaucht sind.
Zusätzlich sollte auch kein Widerspruch eingereicht werden:
„Betrüger nutzen die angegebenen Kontaktmöglichkeiten nicht zuletzt auch, um persönliche Informationen von Verbraucherinnen und Verbrauchern abzugreifen. Diesen Gefallen sollte man ihnen nicht tun. Die einzig richtige Antwort auf ein gefälschtes Mahnschreiben ist eine Anzeige bei der Polizei.“
Quelle: BDIU
Sollten Sie verunsichert sein, wenden Sie sich an den Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) unter der Telefon-Nummer: +49 30 2060736-0 oder mittels deren Kontaktformular auf deren Homepage.
Informationen innerhalb Österreichs sowie eine Übersicht der Mitglieder findet man auf der Webseite des Inkassoverbands.
Autorin: Elke Haberl, Mimikama
Quelle:
BDIU – Betrugsmasche „Fake-Inkasso“, BDIU – Häufigste gefälschte Absender
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