Kickl, Babler, Nehammer: Gefälschte Polit-Skandale als Köder für Betrugsseiten

Gefälschte Anzeigen missbrauchen Politikerbilder, um Nutzer auf betrügerische Finanzplattformen zu locken.

Die Behauptung

In sozialen Netzwerken kursieren Beiträge, die Skandale rund um österreichische Spitzenpolitiker zeigen, wie etwa Fotos, auf denen sie von der Polizei mit Koffern voller Geld festgehalten werden.

Aufgestellt von: Social Media

Falsch

Die Bilder, Beiträge, Artikel und Aussagen sind vollständig gefälscht. Politiker wie Andreas Babler, Herbert Kickl oder Karl Nehammer werben nicht für „Nalviros“ oder andere dubiose Systeme. Die Seiten imitieren Medien wie OE24, dienen jedoch ausschließlich dazu, Nutzer in Finanzbetrug zu locken.

→Wie entstehen gefälschte Aussagen von Prominenten? Antworten finden Sie im Leitfaden Promi-Fakes.

Analyse – Die Fakten dahinter

Die verbreiteten Sujets folgen einem bekannten Schema:

1. Gefälschte Anzeigen mit skandalträchtigen Bildern

Die gezeigten Fotos wurden manipuliert oder aus völlig anderen Zusammenhängen entwendet und digital verändert. Die Szenen – etwa Politiker, die angeblich Geldkoffer transportieren oder von der Polizei festgehalten werden – haben nie stattgefunden.

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Screenshot einer falschen Nachricht; Kickl, Babler, Nehammer: Gefälschte Polit-Skandale als Köder für Betrugsseiten
Screenshot einer falschen Nachricht von „BergKeramik“

Auch der Absender („BergKeramik“ oder ähnlich unpassende Namen) zeigt: Hier handelt es sich nicht um seriöse Nachrichten, sondern um kompromittierte Werbekonten.

2. Weiterleitung auf Fake-Nachrichtenseiten

Die Links führen nicht zu OE24 oder anderen echten Medien. Stattdessen öffnen sich täuschend echt nachgebaute Webseiten, die vorgeben, OE24 zu sein. Diese Seiten imitieren das Design echter Medien, inklusive Logos, Menüs, Typografie und angeblicher Autorenzeilen.

Screenshot einer imitierten Seite von OE24
Screenshot einer imitierten Seite von OE24

Doch die URLs sprechen allerdings eine andere Sprache: macrocryptodynamics.pics/… oder focus-247metrics.forum/… haben einfach nichts mit oe24.at zu tun. Und die Inhalte sind komplett erfunden.

3. Die gefälschten „Interviews“

Die manipulierten Artikel beschreiben frei erfundene Szenen. In diesem Fall Diskussionen in TV-Sendungen, Streitgespräche zwischen Babler, Kickl oder Nehammer oder angebliche Enthüllungen über eine geheimnisvolle Plattform „Nalviros“.

Screenshot der vermeintlichen "Enthüllungen"
Screenshot der vermeintlichen „Enthüllungen“

Keine dieser Aussagen, Situationen oder Sendungen hat stattgefunden.

4. Der wahre Zweck: Betrug durch vermeintliche Finanzplattformen

In allen gefälschten Artikeln ist der Ablauf derselbe:

  • Nutzerinnen und Nutzer sollen sich auf einer angeblichen Trading-Plattform registrieren
  • Vorgeschlagen werden hohe Gewinne, „KI-basierte Systeme“ und geringe Risiken
  • Erforderlich ist eine „Mindestinvestition“ von etwa 250 Euro
  • Anschließend folgt ein Anruf eines vermeintlichen „Brokers“

Diese Masche ist seit Jahren dokumentiert und wird von Kriminalbehörden als organisierte internationale Finanzkriminalität eingestuft.

Die Gewinne, die die Plattform anzeigt, sind simuliert. Abhebungen sind nicht möglich. Die Gelder verschwinden.

5. Missbrauch mehrerer Opfergruppen

Diese Betrugsform hat nicht nur ein Opfer:

  1. Prominente und Politiker: Ihre Namen und Fotos werden ungefragt missbraucht.
  2. Medien: Ihre Webseiten werden perfekt kopiert, um Glaubwürdigkeit zu erzeugen.
  3. Facebook-Seitenbetreiber: Kompromittierte Accounts verbreiten die Fake-Anzeigen.
  4. Nutzerinnen und Nutzer: Sie verlieren Geld durch nie existierende Gewinne.
  5. Echte Nachrichtenseiten: Ihr Ruf leidet, weil Fälschungen immer realer aussehen.

Wirkung & Mechanismus

Diese Anzeigen greifen tief in emotionale Muster:

Skandale schüren Neugier. Politiker mit Geldkoffern, angebliche Enthüllungen, TV-Dramatik – all das erzeugt den Eindruck, etwas Großes, Verbotenes sei im Gange. Die Betrüger nutzen diesen Reiz gezielt, um Menschen in die nächste Falle zu ziehen: Das Versprechen von leichtem Geld.

Wenn die Welt kompliziert wirkt, klingen einfache Gewinne verlockend. Und genau das macht den Betrug so gefährlich.

Fazit

Die Behauptungen sind falsch. Sie wirken, weil sie mit Sensation, Misstrauen und der Hoffnung auf schnellen Profit spielen.

Faktenbarometer

🟥 Manipulativ

Die Sujets, Artikel und Zitate sind komplett konstruiert. Ziel ist reine Finanzkriminalität: Nutzer sollen auf betrügerische Plattformen gelockt werden, die zu Geldverlust führen.

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