„Gewerbe Informationsverzeichnis“: Vorsicht vor dubiosen Mails!

Hinter harmlos wirkenden Aufforderungen zur Datenkorrektur steckt ein Trick, um Unternehmen in einen teuren Vertrag zu locken.

Die Behauptung

Unternehmen in Österreich werden per E-Mail aufgefordert, ihre Firmendaten zur Aktualisierung an eine Firma zu schicken, die diese angeblich in ein Verzeichnis für Empfehlungen aufnimmt.

Aufgestellt von: Unbekannt

Falsch

Die Schreiben der NovoAd Marketing SL sind irreführend und verstoßen gegen das österreichische Wettbewerbsrecht. Unternehmen sollten diese Formulare keinesfalls ausfüllen oder zurücksenden, denn dadurch werden sie in einen kostenpflichtigen Vertrag überführt, ohne dass dies klar ersichtlich ist. Ignorieren Sie Zahlungsaufforderungen und fordern Sie überwiesene Beträge zurück.

Kurze Faktenübersicht:

  1. Herkunft der Mails: Die Mails stammen von der NovoAd Marketing SL, einer angeblich in Spanien ansässigen Firma.
  2. Ziel der Schreiben: Durch Rücksendung eines Formulars wird ein teurer Vertrag für einen wertlosen Eintrag abgeschlossen.
  3. Kosten: Die versteckten Vertragsbedingungen beinhalten eine jährliche Zahlung von über 1.000 Euro.
→Woran erkennt man einen Fake-Shop beim Online-Einkauf? Antworten finden Sie im Leitfaden Fake-Shops erkennen.

Gewerbe Informationsverzeichnis: Dubiose Mails im Detail

Die Absender dieser Mails geben vor, die Aktualisierung von Firmendaten im sogenannten „Gewerbe Informationsverzeichnis“ sicherstellen zu wollen. Die Webseiten gewerbeinformationsverzeichnis.at / gewerbe-informationsverzeichnis.at werden als Referenz angegeben.

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Screenshot des Formulars in der E-Mail
Screenshot des Formulars in der E-Mail

Doch ein Blick auf diese Seiten zeigt: Unter der einen URL findet man keinerlei Angaben, die dem zugesendeten „Angebot“ entsprechen, die zweite Seite ist komplett leer und „befindet sich im Aufbau“.

Ein genaues Hinsehen enthüllt den wahren Zweck: Durch das Unterschreiben und Zurücksenden der Formulare schließen Unternehmen einen kostenpflichtigen Vertrag über zwei Jahre ab. Im Kleingedruckten sind jährliche Kosten von über 1.000 Euro für einen angeblichen Eintrag in das praktisch wertlose Verzeichnis versteckt.

Screenshot der Bedingungen
Screenshot der Bedingungen

Die Hintermänner: Undurchsichtige Strukturen

Eine Überprüfung der Webseite zeigt, dass die Domain auf die NovoAd Marketing SL in Spanien registriert ist.

Registrierungsdaten der URL / Screenshot nic.at
Registrierungsdaten der URL / Screenshot nic.at

Doch diese Firma scheint nicht real zu existieren. Die angegebene Adresse führt lediglich zu einem Co-Working-Space in Alicante. Spanische Unternehmensregister enthalten keinerlei Informationen über NovoAd Marketing SL.

Laut dem Schutzverband gegen unlauteren Wettbewerb handelt es sich offenbar um eine „fiktive“ Firma, deren tatsächliche Verantwortliche bisher nicht identifiziert werden konnten. Auch die Wirtschaftskammer (WKO) Burgenland warnt vor diesen irreführenden E-Mails.

Rechtslage: Warum diese Mails rechtswidrig sind

Laut dem österreichischen Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) (§ 28a) ist es untersagt, auf diese Weise für Einträge in Verzeichnisse zu werben. Unternehmen sind verpflichtet, eindeutig und unmissverständlich auf die Kostenpflicht solcher Angebote hinzuweisen. Dies geschieht in den vorliegenden Fällen jedoch nicht.

Über einen ähnlichen Fall haben wir bereits berichtet. – HIER.

Was tun, wenn Sie unterschrieben haben?

  1. Keine Zahlungen leisten: Zahlungsaufforderungen ignorieren, da diese rechtlich nicht haltbar sind.
  2. Rückforderung: Falls Sie bereits überwiesen haben, fordern Sie das Geld zurück.
  3. Rechtliche Schritte: Konsultieren Sie bei weiteren Problemen rechtliche Hilfe.

Fazit zum Thema „Gewerbe Informationsverzeichnis“

Die Angebote der NovoAd Marketing SL sind nichts anderes als eine dreiste Abzocke. Unternehmen sollten jegliche Kommunikation ignorieren und Mitarbeiter entsprechend schulen, um ähnliche Betrugsversuche zu erkennen. Die rechtliche Lage ist klar: Solche Schreiben sind rechtswidrig und haben keinerlei Durchsetzungskraft.

Update 15.10.2025: Wie uns Nutzer aus der Schweiz mitteilen, ist diese Masche auch dort im Umlauf.

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