Die Behauptung

Ein Video zeigt, dass beim Großen Zapfenstreich zu Ehren der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel das Lied „L’amour toujours“ gespielt wurde.

Unser Fazit

Diese Behauptung ist falsch. Das Video wurde manipuliert und zeigt nicht die tatsächliche musikalische Begleitung des Großen Zapfenstreichs für Angela Merkel.

Gerüchte/Behauptungen

Es kursiert das Gerücht, dass bei der Verabschiedung von Angela Merkel im Dezember 2021 das Lied „L’amour toujours“ vom Musikkorps der Bundeswehr gespielt wurde. Ein entsprechendes Video, das diese Behauptung stützen soll, kursiert seit kurzem im Internet und sorgt für Verwirrung.

MIMIKAMA
Screenshot des Videos (hier archiviert)

Dies wird von den Verbreitern des Videos als Beweis dafür angeführt, dass Merkel dieses ungewöhnliche Lied für ihre Zeremonie ausgewählt habe.

Bewertung

Die Überprüfung dieser Behauptung ergibt eindeutig, dass es sich bei dem Video um eine Fälschung handelt. Die Bundeswehr hat das Lied „L’amour toujours“ während des Großen Zapfenstreichs für Angela Merkel nicht gespielt. Die angebliche Aufnahme ist manipuliert und enthält eine andere Tonspur, die nachträglich eingefügt wurde.

Die Fakten zu Merkels Zapfenstreich

Am 2. Dezember 2021 wurde Angela Merkel mit einem Großen Zapfenstreich aus dem Amt der Bundeskanzlerin verabschiedet. Für diese Zeremonie hatte sie sich drei bestimmte Musikstücke gewünscht:

  • Du hast den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen
  • Für mich soll’s rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef
  • Großer Gott, wir loben dich„, ein traditioneller Choral

Diese Musikauswahl wurde vom Verteidigungsministerium bestätigt und ist auch in den Aufzeichnungen der Zeremonie, die von ZDF und WELT übertragen wurden, dokumentiert. In beiden Aufnahmen beginnt der Zapfenstreich mit „Du hast den Farbfilm vergessen“.

Das manipulierte Video verwendet den Anfang dieser offiziellen Aufnahme, über die eine andere Tonspur gelegt wurde. Diese neue Tonspur enthält eine Version von „L’amour toujours“, die jedoch nicht von der Bundeswehr gespielt wurde. Dies wird deutlich, wenn man den Takt und die musikalische Begleitung vergleicht, die nicht mit der tatsächlichen militärischen Zeremonie übereinstimmen.

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Weiterführende Informationen

Die Verbreitung gefälschter Videos ist nicht neu, kann aber erhebliche Auswirkungen haben, wenn sie von vielen Menschen für wahr gehalten werden. In diesem Fall handelt es sich um eine scheinbar harmlose Falschinformation, die jedoch zeigt, wie einfach es ist, die öffentliche Wahrnehmung durch digitale Manipulation zu verzerren.

Diese Fälschung wurde zudem nach einem Rassismus-Eklat auf einer Party auf Sylt populär und zeigt, wie aktuelle Ereignisse genutzt werden können, um alten Inhalten eine neue Bedeutung zu geben. Deshalb ist es wichtig, solche Behauptungen immer kritisch zu hinterfragen und die Originalquellen zu prüfen.

Quelle: dpa

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