Wenn du diesen Text liest, weil du ihn zuvor auf Facebook angezeigt bekommen hast, muss ich dir sagen, dass du wahrscheinlich schon alt bist!
Naja, nicht alt im Sinne von „morgen geht es ins Seniorenstift„, sondern alt im Sinne von „die 4 dürftest du schon vorne haben oder bereits wiederholt vorne gehabt haben“. Woran ich das erahne? Ganz einfach: du bist auf Facebook!
Das ist jetzt keine neue Erkenntnis, sondern eine Aussage, die sich aus den Beobachtungen der letzten Jahre erkennen lässt. Wir, die sich auf 80er und 90er Parties in den Vor-Coronazeiten auf Schützenfesten und in Discos pudelwohl gefühlt haben, wir sind die Generation Facebook.
Wir sind nicht auf TikTok. Nein, wir verstehen auch nicht Snapchat. Instagram mögen wir zwar, aber machen dort nicht so viel. Aber Facebook, das gute alte Facebook. Da finden wir die Klassenkameraden (von ganz weit früher) und die Leute aus dem Lauftreff vom Mittwochabend.
Diese Erkenntnis wird mir jedes Jahr nach dem Erscheinen des Jugend-Internet-Monitors von Saferinternet bestätigt. Kurz zur Erklärung: Es handelt sich dabei um eine Auswertung der Social Media Portale, welche bei Jugendlichen hoch im Kurs stehen.
Die Daten, die dazu erhoben wurden, stammen von 400 Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahre. Diese wurden vom des Instituts für Jugendkulturforschung im November & Dezember 2020 zu ihrer Nutzung von Social Media befragt.
Wo sind die jungen Menschen?
Und da wird es deutlich. Die jährlich stattfindende Auswertung zeigte bisher, dass im Jahr 2016 noch 55 % aller Jugendlichen Instagram genutzt haben, im Jahr 2021 sind es dann bereits 84 %. Sicher, die führenden YouTube und WhatsApp werden aktuell von über 90 % der jungen Menschen genutzt, jedoch stagniert diese Zahl. TikTok, um es anzumerken, ist der zweite Gewinner. Bei TikTok handelt es sich um eine Social Media Plattform, auf der Menschen vorzugsweise Playback Lieder singen, sich selbst dabei filmen und am Ende mit Effekten die Videos aufhübschen können.
Facebook hingegen ist seit Jahren gerade mal bei einem Drittel aller Jugendlichen von Interesse, die Meisten nutzen die Plattform eher passiv. Twitter hingegen ist so gut wie gar kein Thema unter Jugendlichen.
Also wenn du diesen Text liest, weil du ihn auf Facebook gesehen hast, dürftest du bereits alt sein.
Alter Mann, ist das jetzt schlimm?
Diese Frage lasse ich mir (in genau diesem Tonfall) natürlich stellen. Nein, das ist nicht schlimm. Jede Generation hat ihre Plattform und ihre Präferenzen. Ich will ja gar nicht auf TikTok singen und tanzen. Ich weiß auch gar nicht, ob ich mir gleichaltrige bei irgendwelchen Moves dort anschauen würde (ich stelle mir gerade Kollege Ralf bei TikTok vor. Nein, ich stelle es mir besser nicht vor).
Und auch das ist alles in Ordnung. Ohne jemanden zu tadeln. Ich bin vielmehr dankbar für diese Diversität. Und freue mich, wenn ich am nächsten Wochenende mit meinen „Freunden“ auf Facebook wieder Links zu Musikvideos aus den 90ern austausche. Mensch, was bin ich alt geworden!
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