Bilder im falschen Kontext ein gern genutztes Medium für Hetzkampagnen auch im Jahr 2018.

Tom verfasste am 17.03.2018 einen Bericht zur  Hetzkampagne rund um die Landauer Tafel:

Hetzkampagne: “Heute vor der Landauer Tafel. Läuft!”

Es vergeht kein Tag, an dem auf Facebook nicht gehetzt wird.

Seit Tagen geistert ein Foto auf Facebook herum, welches einen Mercedes zeigt. Dazu die Worte: “Heute vor der Landauer Tafel. Läuft!”

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Die Macht der Bilder!

Im Netz ein andauerndes Phänomen. Ein Bild zeigt immer nur eine Momentaufnahme, die man ohne Hintergrundwissen in viele Richtungen interpretieren kann. Und das ist auch bei diesem Foto geschehen. Die Kommentare sind voll mit Hass und Hetze.

“Mit dem Benz zur Tafel. Auch nicht schlecht. Der deutsche Steuerzahler wird auch dieses selbstverständlich bezahlen.”

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Ein Nutzer hat es richtig erkannt und kommentiert:

Mal ehrlich, was genau ist denn auf diesem Bild genau zu sehen? Ein Mercedes, eine Frau mit Kopftuch an der Tür dieses Mercedes, weitere Frauen, teilweise mit Kopftuch, vor der Tür eines Gebäudes. Alles weitere ist Interpretation.
Ist das in dem Gebäude wirklich die Tafel? Geht die Frau mit dem blauen Kopftuch dort hinein? Haben die anderen Frauen vor der Tür überhaupt etwas mit dem Mercedes zu tun???

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Und dem ist so!

Die Landauer-Tafel hat folgende Meldung veröffentlicht:

Falsch- Meldung im Facebook zur Landauer Tafel

Seit gestern wird ein Foto von der Landauer Tafel im Facebook verbreitet. Darauf wird in den folgenden Kommentaren ausländischen Mitbürgern unterstellt, die Hilfe der Tafel unberechtigterweise in Anspruch zu nehmen.

Diese Aussage ist falsch!

Mit dem abgebildeten Auto wird eine (deutsche) Rentnerin abgeholt, die den Weg zur Tafel nicht mehr allein zurücklegen kann. Hilfsbereite Nachbarn fahren sie dann mit ihren Autos zur Ausgabestelle. Dazu gehört auch diese muslimische Familie, die von uns selbst keine Lebensmittel bezieht.
Das Foto führte zu einer Hetzkampagne gegen Ausländer und unterstellt uns als Tafelmitarbeiter, dass wir völlig ungeprüft Lebensmittel an alle, die zu uns kommen, ausgeben.

Um in einer Tafel Lebensmittel zu erhalten, muss jeder mindestens einmal jährlich nachweisen, dass er bedürftig ist- egal, welche Nationalität er hat. In unserem Tafel- ABC kann man unter N- Nachweis lesen, welche Unterlagen wir benötigen.
Bitte verbreiten Sie diese Falschmeldung nicht weiter und helfen Sie uns, aktiv gegen solche Verleumdungen vorzugehen.

Der Hunger kennt keine Nationalität- bei uns bekommt jeder Hilfe, egal woher er kommt.

Desweiteren wurde von der Landauer-Tafel, auf der eigenen Seite, als Kommentar zu der Klarstellung, noch folgendes kommentiert:

Das Bild ist kein Fake, es ist am 08. März 2018 vor unserer Ausgabestelle aufgenommen. Das ist allerdings auch das einzig richtige an der Darstellung von Herrn Kurz. Die abgebildete und von ihm und vielen anderen in den Kommentaren angegriffene Muslima gehört nicht zu unseren Besuchern. Sie holt lediglich eine deutsche, gehbehinderte Rentnerin ab. Diese kann die Tafel nicht mehr allein besuchen und wird von hilfsbereiten Nachbarn im Wechsel hingefahren.

Es war also genau andersrum: Nicht die Ausländer nehmen den Deutschen etwas weg, sondern sie geben ihnen etwas- Beachtung für die Ärmsten und Hilfe. Eigentlich etwas völlig Selbstverständliches, für das jetzt aber wieder einmal eine ganze Bevölkerungsgruppe beschimpft wird.

Ich weiß, dass viele unserer Besucher mit Autos kommen, meist sind es ältere Autos. Die Autos sind aber kein Indiz, dass diese Menschen nicht hilfsbedürftig sind. Häufig kommen sie aus dem Umland und brauchen die Autos um überhaupt eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Ich weiß auch, dass einige Flüchtlinge mit neueren, größeren Fahrzeugen „vorgefahren“ werden. Wenn man sich die Mühe macht, die Fahrer/ Fahrerinnen der Fahrzeuge zu betrachten, sieht man (deutsche) Privatpersonen, die diese Flüchtlinge betreuen.

Die Besucher, die zu uns kommen und Lebensmittel erhalten, müssen mindestens einmal im Jahr ihre Bedürftigkeit nachweisen. Welche Unterlagen wir dabei verwenden, finden Sie auf unserer Website unter Tafel- ABC „N- Nachweis der Bedürftigkeit“.
Es ist bedauerlich, dass durch einen Menschen jetzt die Treibjagd auf die Tafeln auch in Landau angekommen ist. Wir als Vorstand distanzieren uns vehement gegen solche c.

Bei uns wird weiterhin jeder, der Hilfe braucht, diese auch erhalten- unabhängig von seiner Nationalität.

Ich bitte Sie, diese Richtigstellung auch in Ihrem Bekanntenkreis weiterzugeben. Eine Darstellung auf Facebook habe ich nicht gepostet. Ich gehe davon aus, dass das die wenigsten lesen. Allerdings habe ich den Beitrag als Falschmeldung an Facebook gemeldet und Herrn Kurz aufgefordert, den Beitrag nebst allen Kommentaren zu löschen.

Ich bitte Sie, die Arbeit der Tafeln Arbeit weiterhin zu unterstützen und vor allen nicht auf völlig aus der Luft gegriffenen Beiträge mit dem Angriff auf eine komplette Bevölkerungsgruppe zu reagieren.
Sollten Sie noch weitere Fragen haben, beantworte ich Ihnen diese gern.

Mit Google setze ich mich auch noch mal in Verbindung, danke auch für diesen Hinweis

Kerstin Baudisch
Vorsitzende Landauer Tafel

VERWEIS: Die Landauert-Tafel musste die Kommentarfunktion auf Ihrer Webseite schließen. Weiterlesen…

Quelle: Landauer-Tafel
Die Rheinpfalz

Link zum Originalbeitrag: www.mimikama.org


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2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)