Seit 2016 ist eine „Fressnapf-Futterproben-Warnung“ in Umlauf, die vor angeblich vergifteten Futterproben in Briefkästen warnt.

Immer wieder wird das Gerücht in sozialen Netzwerken neu gestreut. Auch Fressnapf Schweiz warnt auf Facebook aktuell wieder davor, dass Meldungen dieser Art erneut kursieren:

Aktuell gibt es wieder Meldungen, wonach möglicherweise vergiftete Futterpakete im Namen von Fressnapf versendet werden. Wir haben darüber keinerlei Kenntnis. Die Meldung stammt offensichtlich aus dem Jahr 2016, als es in Norddeutschland solche Pakete gegeben haben soll. Fressnapf Deutschland hat damals umgehend Anzeige gegen Unbekannt erstattet und seine Kunden gewarnt, solche Pakete im Zweifel in der Filiale abzugeben. Darüber hinaus stand und steht Fressnapf Deutschland mit den deutschen Behörden im Austausch. Aktuell gibt es keine Erkenntnis, dass wieder solche Pakete im Umlauf sind, auch nicht in der Schweiz. Falls Sie trotz allem ein Futtermuster mit Absender Fressnapf Schweiz in Ihrem Briefkasten finden, schicken Sie uns dieses Muster zu, damit wir rechtliche Schritte gegen Unbekannt einleiten können.

Neuerdings wird nun auch ein Screenshot mit einer verkürzten Warnung geteilt:

MIMIKAMA

Der Hintergrund

Angefangen hat es damit, dass am 27. Februar 2016 Fressnapf Solingen Werderstraße eine Warnung auf Facebook mit folgendem Inhalt postete:

Screenshot by mimikama.org / Quelle September 2016
Screenshot by mimikama.org / Quelle September 2016

Liebe Tierfreunde
Wir haben erfahren, dass momentan vermehrt im norddeutschen Raum Päckchen mit Futterproben per Post versand wurden.
Als Absender ist Fressnapf angegeben.

Die Pakete sind NICHT von Fressnapf und unter angegebener Adresse ist auch kein Markt oder andere Fressnapf Räume zu finden!

Wir wissen nicht von wem diese Päckchen sind, bitten Sie aber um Vorsicht da wir nicht garantieren können, dass das Futter nicht gesundheitsschädlich präpariert sein könnte.

Gerne können Sie solch erhaltene Päckchen im Markt abgeben.

Falls Sie ein wählerisches Tier haben, können Sie sich an ihren Markt wenden und wir finden ein Probepäckchen für Sie, dass Sie ruhigen Gewissens verfüttern können!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Es sollten also ANGEBLICH ( “ … wir haben erfahren, … “ ) im norddeutschen Raum diese Päckchen kursieren, die aber nicht von Fressnapf selbst stammten.

Interessanterweise wurden diese angeblich verteilten Futterproben, auch nach Aufforderung von Fressnapf, niemanden irgendwann einmal vorgelegt.

Doch die Warnung wurde von Nutzern bzw. Webseiten aufgegriffen und fleißig verteilt:

Screenshot by mimikama.org / Quelle September 2016
Screenshot by mimikama.org / Quelle September 2016

Fressnapf Deutschland reagiert auf User-Anfragen mit dieser Pressemeldung:

Screenshot by mimikama.org / Quelle September 2016
Screenshot by mimikama.org / Quelle September 2016

In dieser steht aber auch nur, dass sie darauf AUFMERKSAM gemacht wurden, dass es im HAMBURGER RAUM Futterproben gegeben haben soll, die im Namen von Fressnapf versendet wurden. Strafanzeige wurde entsprechend erstattet.

In der Pressemeldung STEHT KEIN WORT, DASS DIESE FUTTERPROBEN VERGIFTET SIND!

Es macht den Anschein, als hätte ein User nur eine Mutmaßung an den Fressnapf Solingen Werderstraße weitergeleitet.

Diese wurde ggf. ungeprüft veröffentlicht. Fressnapf Deutschland selbst reagiert mit einer Pressemeldung und schaltete die Polizei ein. Die Info aus dem Norddeutschen Raum, verbreitet sich nun mittlerweile auch in Österreich und in der Schweiz!

Ergebnis:

Fassen wir zusammen – warum, woher und wieso es diese Briefsendung gegeben hat und wer diese versendet hat, ist bis dato nicht bekannt.

Die Meldung bzw. Warnung vor diesen Futterproben wird jedoch immer wieder neu verbreitet.

Es gibt jedoch keinen Beweis dafür, dass es diese Futterproben wirklich je gegeben hat.


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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)