Die Behauptung
In Wien-Meidling kandidiert eine Partei namens „Liste STRACHE“ mit einem Wahlplakat, das scheinbar HC Strache unterstützt und zur Wahl aufruft.
Aufgestellt von: Unbekannt
Wahr
Kein Zusammenhang mit HC Strache – aber eine real wählbare Partei mit performativem Konzept zur Kritik autoritärer Sprache.
Falsch ist die Annahme, dass das Plakat in Wien-Meidling von der Partei Team HC Strache – Allianz für Österreich stammt. Die Plakate wurden von der Künstlergruppe stahlglatt & blumenweich gestaltet, die unter dem Namen „Liste STRACHE“ tatsächlich als eingetragene Partei kandidiert.
Die Aktion ist bewusst doppeldeutig: Sie kombiniert eine reale Kandidatur mit Mitteln der performativen Kunst und kommunikativen Irritation, um rechte Sprache, Symbolik und Kommunikationsstrategien zu entlarven.
Die „Liste STRACHE“ stellt keine Unterstützung für HC Strache dar, im Gegenteil: Sie kritisiert ihn, indem sie seine Ästhetik überzeichnet, ironisiert und dadurch sichtbar macht.
Kurze Faktenübersicht:
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Plakat mit „Liste STRACHE“ sorgt in Meidling für Irritation
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Verantwortlich: Künstlergruppe stahlglatt & blumenweich
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Die Liste ist offiziell als Partei registriert und kandidiert tatsächlich
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Keine Verbindung zu HC Straches Partei – vielmehr eine subversive Kommunikationskritik
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Die Aktion nutzt gezielte Verunsicherung als künstlerisches Mittel
Redaktioneller Hinweis (aktualisiert am 20. Mai 2025):
In einer früheren Version dieses Artikels wurde die „Liste STRACHE“ als Fake- oder Satireprojekt dargestellt, das nicht zur Wahl steht. Das entsprach nicht den Tatsachen:
Die „Liste STRACHE“ ist eine seit 1986 eingetragene Partei, die bei der Bezirksvertretungswahl in Wien-Meidling real kandidiert.
Hinter der Liste steht die Künstlergruppe stahlglatt & blumenweich, die mit Mitteln der performativen Intervention, Überzeichnung und Irritation autoritäre Kommunikation kritisch reflektiert. Wir haben den Artikel umfassend überarbeitet:
– Die tatsächliche Kandidatur der Liste wird nun korrekt dargestellt
– Der performative, politische Charakter der Aktion wird eingeordnet
– Missverständliche oder unpräzise Aussagen wurden entfernt oder präzisiert
Wir bedanken uns für den Hinweis auf die Unstimmigkeiten und begrüßen den öffentlichen Diskurs über politische Kommunikation in all ihren Formen.
Ein Plakat in Wien-Meidling sorgt für Aufregung: „Meidlinger Patrioten wählen daher Liste Strache.“
Zwischen Bäckerei und Handyshop prangt es plötzlich an einem Schaufenster im Wiener Bezirk Meidling: ein Retro-Plakat mit einem blonden Mann, der in den Himmel starrt, darüber in altdeutscher Schrift: „Für unsere Heimat!“ Darunter die Aufforderung: „Meidlinger Patrioten wählen daher Liste Strache.“
Was auf den ersten Blick aussieht wie rechte Wahlpropaganda, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Teil einer politisch-künstlerischen Intervention: Die „Liste STRACHE“ ist eine real kandidierende Partei, die von der Künstlergruppe stahlglatt & blumenweich getragen wird.
Ihr Ziel: Mit gezielter Überzeichnung und bewusster Verwirrung autoritäre Rhetorik entlarven – durch eine bewusste Vermischung von Wahlkampf und künstlerisch-politische Intervention.
Wer ist HC Strache, und was hat er mit der Aktion zu tun?
Heinz-Christian Strache war über ein Jahrzehnt lang Bundesparteiobmann der FPÖ und von 2017 bis 2019 sogar Vizekanzler Österreichs. Sein politisches Aus kam mit dem Ibiza-Skandal, einem heimlich gefilmten Video, das zeigte, wie Strache bereit war, staatliche Aufträge gegen Parteispenden zu versprechen.
Trotz des Skandals gründete er 2020 eine eigene Partei: „Team HC Strache, Allianz für Österreich“. Mit dieser Kleinpartei versucht er seitdem, politisch wieder Fuß zu fassen, auch bei Bezirksvertretungswahlen in Wien, darunter Wien-Meidling. Doch mit den Plakaten der künstlerisch-performativen Partei „Liste STRACHE“ hat seine Partei inhaltlich und organisatorisch nichts zu tun, auch wenn der Name bewusst zur Verwechslung einlädt.
Künstlerisch-politische Intervention als Strategie: Die Idee hinter der „Liste STRACHE“
Die Künstlergruppe stahlglatt & blumenweich gibt an, mit ihrer real kandidierenden Partei, die gleichzeitig Teil einer performativen Kunstaktion ist, ein Ziel zu verfolgen: die rhetorischen und ästhetischen Mittel autoritärer Politik offenzulegen. Begriffe wie „Heimat“, „unser Volk“ oder sogar „Volksschädling“ werden bewusst aufgegriffen, nicht um sie zu verherrlichen, sondern um ihre politische Instrumentalisierung sichtbar zu machen.
In einem Statement der Gruppe heißt es:
„Wir plagiieren eine Kopie, die sich selbst schon plagiierte, die Liste STRACHE existiert schon länger als die Spaßpartei des Herrn HC Strache.“
Der satirische Name der Aktion ist also kein Zufall, sondern gezielt gewählt, um maximale Irritation zu erzeugen. Die „Liste STRACHE“ bedient sich bewusst rechter Symbolik und Sprache, ohne deren Inhalte zu übernehmen – sie karikiert diese Mittel, um die Mechanismen von Populismus und politischer Vernebelung offenzulegen.
„Flood the zone with shit“, künstlerisch-politische Intervention als Spiegel rechter Strategien
Die Aktion greift einen Begriff auf, der vom ehemaligen Trump-Berater Steve Bannon geprägt wurde:
„Flood the zone with shit.“
Bedeutet: So viel Verwirrung stiften, dass niemand mehr weiß, was wahr ist. Genau diesen Effekt, so die Künstler, wolle man in Wien „zurückspiegeln“.
Mit der satirischen „Liste STRACHE“ machen sie genau das, aber als künstlerischen Kommentar. Sie führen vor, wie leicht rechte Ästhetik und autoritäre Sprache zu imitieren sind, und wie wenig es braucht, um sie als „wahr“ erscheinen zu lassen.
Die reale Partei „Team HC Strache, Allianz für Österreich“
Um alle Missverständnisse auszuräumen:
Die echte Partei, die von Heinz-Christian Strache gegründet wurde, trägt den Namen „Team HC Strache, Allianz für Österreich“ und tritt ebenfalls in Wien, inklusive Meidling, bei Wahlen an. Sie ist nicht identisch mit der satirischen „Liste STRACHE“, auch wenn der Name bewusst zur Verwechslung einlädt.
Fazit zum Thema
Die Plakataktion in Wien-Meidling ist zugleich reale Wahlwerbung und künstlerisch-satirische Intervention. Die „Liste STRACHE“ ist eine real kandidierende Partei mit bewusst überzeichneter Gestaltung, die sich kritisch mit rechter Ästhetik und autoritärer Rhetorik auseinandersetzt.
Sie steht in keiner Verbindung zu HC Strache oder seiner Partei, sondern nutzt die Ähnlichkeit des Namens gezielt als kreative Provokation – mit Strache selbst als unfreiwilligem Hauptdarsteller.
Quelle: stahlglatt & blumenweich
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