Messerattacke: Mordvideo zeigt Tat in Frankreich – nicht in Berlin

Eine grausame Tat auf offener Straße sorgt für Entsetzen – aber entgegen der Behauptungen in sozialen Netzwerken fand der Mord nicht in Berlin, sondern in Livry-Gargan, einem Vorort von Paris, statt.

Die Behauptung

Ein Video, in dem man einen brutalen Messerangriff sieht, soll angeblich am 10.02.2025 in Steglitz, Berlin, entstanden sein.

Aufgestellt von: Soziale Medien

Falsch

Das Video stammt aus Frankreich. Die Tat ereignete sich am Boulevard Jean-Jaurès in Livry-Gargan bei Paris. Die Polizei hat den Täter bereits gefasst.

Kurze Faktenübersicht:

  • Tatort: Boulevard Jean-Jaurès, Livry-Gargan (Frankreich).
  • Zeitpunkt: Montag, 03.02.2025, gegen 20:15 Uhr.
  • Mutmaßlicher Täter: S. Ourraoui, der bereits in der Vergangenheit wegen Gewalttaten und Mordes auffällig wurde.
  • Opfer: Ein 27-jähriger Mann, der an den Folgen zahlreicher Stichwunden verstarb.
  • Falsche Information bei der Verbreitung: In sozialen Netzwerken wird fälschlicherweise behauptet, die Tat sei in Berlin-Steglitz passiert.
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Messerattacke in Paris fälschlicherweise in Berlin verortet

Aktuell kursiert ein schockierendes Video einer Messerattacke auf sozialen Plattformen. Darin zu sehen: Ein Mann, der auf offener Straße regungslos am Boden liegt, während ein Täter mehrfach mit einem Messer auf ihn einsticht.

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Screenshot Facebook
Screenshot Facebook (hier archiviert)

Obwohl der brutale Angriff in Livry-Gargan nahe Paris stattfand, wird online behauptet, die Tat habe sich in Berlin-Steglitz ereignet. Kommentare fordern, das Video schnell zu teilen, da „die Löschung durch die Medien“ bevorstehe.

Bereits auf den ersten Blick lassen sich jedoch Zweifel an der Behauptung erkennen. In einer längeren Version des Videos, die auf X veröffentlicht wurde, erscheint ein Bus mit französischsprachiger Anzeigenbeschilderung.

Messerattacke: Mordvideo zeigt Tat in Frankreich – nicht in Berlin – mimikama.org
Screenshot X (hier archiviert)

Zudem verweist derselbe Nutzer, der die längere Version des Videos geteilt hat, in einem weiteren Post zu diesem Vorfall auf die französische Webseite „Le Parisien“. „Frontières“ postete das Video ebenfalls mit Informationen zum Täter.

Screenshot X
Screenshot X (hier archiviert)

Der Mann, der in Livry-Gagan auf offener Straße eine Person erstochen hat, heißt Soufiane Ourraoui.

Er war bereits wegen Mordes in die Psychiatrie eingewiesen worden.
Er versetzte seinem neuen Opfer 25 Messerstiche.
Er wird erneut eingewiesen

Übersetzung des Posts

Ein Abgleich mit weiteren Medienberichten bestätigte schließlich: Der Mord geschah in Livry-Gargan, einem Vorort von Paris, nicht in Berlin.

Wer ist der Täter?

Soufiane Ourraoui, der mutmaßliche Täter, war bereits wegen eines Mordes aus dem Jahr 2015 bekannt. Damals hatte er in Paris auf offener Straße einen Mann erschossen, wurde jedoch aufgrund einer psychiatrischen Störung für strafrechtlich nicht verantwortlich erklärt. Er wurde in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Auch danach fiel er durch weitere Gewaltverbrechen auf, wurde jedoch erneut nicht strafrechtlich belangt. Warum und unter welchen Umständen er entlassen wurde, ist bislang unklar.

Am Tatabend 2025 hatte Ourraoui einen Termin im medizinisch-psychologischen Zentrum, den er jedoch nicht wahrnahm. Noch am selben Abend tötete er in Livry-Gargan einen 27-jährigen Mann mit 25 Messerstichen. Augenzeugen berichten von einer erschreckend ruhigen Tat: Der Täter ging anschließend seelenruhig die Straße entlang, ohne zu fliehen.

Wie das Video zur Falschmeldung wurde

Die virale Verbreitung des Videos wurde von Fehlinformationen begleitet, die gezielt Ängste schüren sollen. Kommentatoren machten vor allem die deutsche Politik für solche Verbrechen verantwortlich und forderten eine politische Wende. Dies ist eine gängige Strategie in Desinformationskampagnen: Durch die Verbreitung von Falschnachrichten sollen bestehende Vorurteile verstärkt und politische Emotionen manipuliert werden.

Medienberichte und Polizei klären auf

Mehrere renommierte Medien wie „Le Parisien“, „Actu17“ und „Frontieres“ berichten übereinstimmend über die Tat. Laut diesen Quellen fand der Angriff am Boulevard Jean-Jaurès in Livry-Gargan am 03.02.2025 gegen 20:15 Uhr statt. Die Polizei entdeckte das Opfer, das noch am Tatort für tot erklärt wurde. Der Täter wurde in der Nähe des Tatorts festgenommen und in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.

Gefährliche Auswirkungen von Fehlinformationen

Die Verbreitung von falschen Ortsangaben bei solch drastischen Ereignissen ist nicht nur irreführend, sondern kann gezielt das Vertrauen in die Medien untergraben. Kritische und faktenbasierte Berichterstattung ist daher unerlässlich. Das Teilen ungeprüfter Inhalte verstärkt nicht nur Panik, sondern wird auch von Akteuren ausgenutzt, die politische oder ideologische Ziele verfolgen.

Fazit

Das Video, das derzeit in sozialen Netzwerken kursiert, zeigt keine Tat aus Berlin, sondern aus Livry-Gargan, einem Vorort von Paris. Die Polizei und mehrere Medien haben die Herkunft des Videos eindeutig belegt.

Quellen: Le Parisien, Actu17, Frontieres, Le Parisien

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